Appréciation par le jury
Der Entwurf sieht einen 5-geschossigen Neubau im Westen des Stresemannplatzes vor, der über eine massive Sockelzone mit dem Altbau verbunden ist. Die Baulinien entlang der Herrn- und der Fichtenstraße werden weitergeführt, die stadträumliche Situation am Stresemannplatz wird geschlossen. Durch die Weiterführung der im Bestand vorgegebenen massiven Erdgeschossfassade werden Alt- und Neubau konsequent miteinander verbunden. Der in den Geschossen 2-5 hoch aufgeglaste Neubau am Stresemannplatz überzeugt durch seine offene Fassadengestaltung, die den Baukörper dadurch gegenüber dem massiven Sockel angenehm zurücknimmt. Die ebenengleiche Anbindung über alle Geschosse erfolgt über einen hoch aufgeglasten und damit kaum in Erscheinung tretenden Verbindungssteg. Die gewählten Gestaltungselemente können überzeugen. Die äußere Erschließung des Neubaus erfolgt vom Stresemannplatz aus über eine großzügige Rampen- und Treppenanlage. Der Stresemannplatz wird hierdurch städtebaulich deutlich aufgewertet und erhält so als grüner Vorplatz des Finanzamtes und seines Bürgerbereiches eine neue Funktion. Die innere Erschließung erfolgt zentral vom Kern des Neubaus aus. Alt- und Neubau sind ebenengleich über alle Geschosse klar und funktional miteinander verbunden. Raumprogramm und Funktionsabläufe sind eingehalten (8 x 3-er Gruppen). Ein zweigeschossiges UG und eine 5-geschoßige Halle erhöhen die ansonsten maßstäblichen Investitionskosten, erhöhen aber Gestaltungs- und Gebrauchswert. Ein hoher Fensterflächenanteil bei ansonsten günstigem A/V-Verhältnis führt zu höheren Energiekosten (Sonnenschutz!).
Insgesamt zeichnet sich die Arbeit durch Qualität in den funktionalen Abläufen und der Gestaltung aus.