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  • DE-37643 Negenborn, DE-37643 Negenborn
  • 02/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-194275)

Wiedererrichtung eines Vierungsdachreiters auf der Klosterkirche Amelungsborn


  • 3. Preis

    Fotomontage, © woelk wilkens architekten bda dwb

    Architekten
    Woelk Wilkens Architekten BDA DWB, Hannover (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Carola Woelk , Matthias Wilkens

    Mitarbeit
    Philip Hogrebe, Jelena Kaminski, Pauline Menzel, Daniel Siemer

    In Zusammenarbeit mit:
    Lichtplaner: lichtgestaltende ingenieure vogtpartner, Winterthur (CH)

    Erläuterungstext
    Auszug aus dem Erläuterungsbericht der Architekten:

    Form
    Für die äußere Gestalt des Dachreiters wurde im Grundriss des vorliegenden Wettbewerbsbeitrages ein Quadrat gewählt. In der Ansicht gliedert sich der Dachreiter in einen schlanken Turmschaft, den Turmhelm und die Turmbekrönung. Die Fassadenseiten des Dachreiters sind in Richtung der Giebelfassaden angeordnet. Der Turmschaft verjüngt sich leicht nach oben hin und betont die aufstrebende Richtung einer „Zisterziensernadel“. Die Form des Dachreiters verbindet somit die romanische Grundform des Quadrats mit der himmelwärts gerichteten Schlankheit der Gotik. Angestrebt wird ein rundum stimmiger optischer Eindruck. Eine dezente Verjüngung des Dachreiterschaftes, die eher unterbewusst wahrnehmbar ist, bleibt die Perspektive gewahrt. Die harmonisch gewählten Abmessungen des Dachreiters, der sich horizontal in Turmschaft, Turmhelm und Krone gliedert, entsprechen der Lehre des Goldenen Schnittes und beziehen auch die Proportionen des übrigen Baukörpers mit ein.

    Material und Konstruktion
    Das Tragwerk des Dachreiters ist als Holzkonstruktion gedacht. Auf einer Schalung mit aufliegender Trennlage werden Kupferbänder in Querfalzdeckung montiert. Die Abmessungen der Kupferbänder orientieren sich dabei an den vorhandenen Lagen der angrenzenden Sandsteineindeckung der Dachflächen der Klosterkirche, wodurch sich die bestimmende, horizontale Gliederung auch im Dachreiter fortführen lässt.
    Im Bereich der Glocken werden Öffnungen erforderlich, um den Schall nach außen zu tragen. Hierzu wird die Holzschalung in Teilen ausgespart und die aufliegenden Kupferbänder in diesen Bereichen aufgestellt. Die hölzerne Unterkonstruktion bleibt durch das gewählte Gefälle der Eindeckung in jedem Fall geschützt. Der Schall der klingenden Glocken dagegen kann sich ungebremst, aus dem Turm heraus, in die Umgebung ausbreiten. Die Klosterkirche wird wieder akustisch wahrnehmbar!
    Im Bereich der abgetragenen barocken Vorgängerkonstruktion ist das Holztragwerk des Daches zu ertüchtigen und die Deckung mit alten Sandsteinplatten zu ergänzen. Der Ansatz des Dachreiters wird ebenfalls mit patinierten Sandsteinplatten, bis zur Höhe der angrenzenden Firste, verkleidet.

    Illumination
    Grundidee ist es, bei Dunkelheit mit sparsamem, aber prägnantem Licht, eine sanfte Präsenz der Kirche, mit ihrem Dachreiter zu erreichen. Es geht um den Blick aus der Entfernung und ein Sicht- und Spürbarmachen aus der Nähe. Ziel des Konzeptes ist es darüber hinaus, vorhandene Beleuchtung zu integrieren, um die Investitionen gering zu halten.

    Detail
    Die Auffächerung der Kupferbänder dient neben der Schallausbreitung auch gleichzeitig der Belüftung der Dachkonstruktion. An der Spitze des Turmhelms öffnet sich die Kupferfassade ebenfalls zur Belüftung der darunter liegenden Holzkonstruktion.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Auszug aus der Beuurteilung durch das Preisgericht:

    Die Idee des Entwurfes besteht in der Absicht einer Verbindung der traditionellen Dachreiterform, die dem Aufbau einer Fiale mit Schaft und spitzem Pyramidendach auf quadratischem Grundriss folgt, mit einer modernen Formen- und Materialsprache, die in den horizontalen Kupferblechbändern der Außenhaut und den an allen vier Seiten ausbauchenden Schall-und Lüftungslamellen ihren Ausdruck findet. Die Wahl der Höhe und der Proportionen von Kirchenschiff zu Dachreiter, sowie dessen Unterteilung in Schaft und Pyramidendach im Verhältnis von ungefähr 1 / 3 erscheinen ausgewogen und sorgfältig gewählt. Sowohl in der Fernwirkung wie auch für die Harmonie des Baukörpers erscheint der Dachreiter richtig bemessen und erzeugt insgesamt eine reizvolle Spannung zwischen dem Schwergewicht seines Volumens und der Leichtigkeit seiner aufstrebenden Schlankheit. (...)


INFO-BOX

Angelegt am 20.03.2015, 17:25
Zuletzt aktualisiert 26.03.2015, 12:22
Beitrags-ID 4-100660
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