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  • DE-80639 München
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-194782)

Baugebiete MK 7 und MK 8 im Stadtquartier „Am Hirschgarten“


  • 3. Preis

    © KSP Jürgen Engel Architekten

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN), Shenzhen (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Nowak Partner Landschaftsarchitekten, München (DE)
    Modellbauer: modellbau hannemann, Oldenburg (DE)
    TGA-Fachplaner: Lemon Consult GmbH, Zürich (CH)
    Tragwerksplaner: bwp Burggraf + Reiminger Beratende Ingenieure GmbH, München (DE)
    Brandschutzplaner: hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), München (DE), Hamburg (DE), Bremen (DE), Braunschweig (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau - Umsetzung des Bebauungsplans
    Der Entwurf für die Baugebiete MK 7 und MK 8 setzt die Vorgaben des B-Plans um und entwickelt die Leitlinien weiter. Die Gebäudehöhen werden sowohl für die Sockelgebäude, als auch für die Hochpunkte eingehalten, und die Volumen bleiben in den abgestimmten Grenzen.

    Konzept - 2 Höfe
    Unser Entwurf interpretiert die Baumassen als 2 großzügige Höfe mit integrierten Hochpunkten. Dabei kann die Qualität der Freiraumzonen optimal ausgebildet werden, und die Höfe werden zu Identifikationspunkten. Die beiden Baufelder MK 7 und MK 8 legen sich so jeweils um einen zentralen Hof, und werden bewusst mit unterschiedlichen Qualitäten und Atmosphären ausformuliert. Dadurch entsteht jeweils ein klares Zentrum für Nutzer und eine privatere Aufenthaltsqualität für die Büro- und Hotelnutzer.

    Grüne Innenhöfe – Belebter Innenraum
    Die beiden Innenhöfe werden als intensiv gestaltete grüne Zimmer für die Nutzer ausgestaltet und bieten einen echten Mehrwert für das Quartier. Durch die Baukörperstellung werden die Außenbereiche optimal vom Lärm der Bahntrasse abgeschirmt.


    Durchgänge als Verbindung der Höfe – vernetztes Quartier
    Die Höfe sind über großzügige und einladende Treppenanlagen mit der Wilhelm-Hale-Straße verbunden. Eine zusätzliche Wegeverbindung in Nord – Süd Richtung stellt eine optimale interne und externe Vernetzung des Quartiers sicher. Speziell Fußgänger, die von der S-Bahn kommen gelangen somit optimal an die Kerne und weiteren Erdgeschoßnutzungen.

    Lebendige Straßenfassaden – Öffentliche Nutzungen
    Entlang der Wilhelm-Hale-Straße werden, auf die jeweiligen Höhenniveaus abgestimmt, die Einzelhandels-, Gastronomie- und Hotelflächen konzentriert. Dadurch wird eine lebendige Straßenfassade sichergestellt, und ein belebtes Quartier ermöglicht.

    Prominente Adressen für die Bürohäuser
    Alle Adresspunkte und Lobbys für die Büronutzung liegen auf den Gebäudeecken. Dadurch wird eine optimale Präsenz sichergestellt und eine hochwertige kleinteilige Vermietung flexibel ermöglicht.
    Die Eingänge sind großzügig ausformuliert und stets mit hellen und offenen Fassaden versehen.

    Autofreies Quartier
    Das Quartier wird für den PKW Verkehr von den öffentlichen Straßen her direkt angedient.
    Im Birketweg können an der Absenkung zur Brücke hin die Anlieferungspunkte und die Tiefgeragenzufahrt für den Hof MK 8 optimal organisiert werden.
    In den Innenbereich gelangen nur Feuerwehrfahrzeuge, die somit einfach an alle Kerne herankommen können.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens wurde eine überzeugende städtebauliche Lösung für das Gebiet am Hirschgarten gefunden. Der Entwurfsverfasser schlägt in Variation zum Bebauungsplan zwei Blöcke MK 7 und MK 8 vor, die aus jeweils zwei zugewandten, 7-geschossigen U’s bestehen. Dadurch entstehen großzügige Innenhöfe, die gut proportioniert sind und gute Belichtungsverhältnisse für die Büroflächen sowie eine hohe Aufenthaltsqualität in den Freiflächen erwarten lassen. Die wohlproportionierten Innenhöfe mit jeweils eigenem Charakter sind eine Stärke der Arbeit. Sie können durch Nutzungen in der Erdgeschosszone, wie z.B. Außengastronomie, sinnvoll bespielt werden.
    Im Ensemble werden die Hochpunkte der Baukörper entsprechend dem Bebauungsplan gesetzt und die Fluchten der „städtebaulichen Ordnungslinien“ fortgeführt. Auf diese Weise gliedern sich die beiden Baufelder auf selbstverständliche und angenehme Art und Weise, alleine der Knick in der Fassade des Brückenkopfs wirkt willkürlich.
    Die Türme entwickeln sich bündig aus dem Sockelbereich, so dass sich der dreibündige Grundriss bis ins Erdgeschoss des jeweiligen Gebäudeteils abgebildet.
    Die Erschließung der einzelnen Baukörper erfolgt jeweils von den vorgelagerten Straßen und formuliert eindeutige Adressen. Über zentrale Treppenkerne werden die Nutzungseinheiten wirtschaftlich erschlossen. Die U-förmigen Grundrisse kombinieren dabei breite Zonen, die sich aus den dreibündigen Grundrissen der Türme ableiten, mit schmalen Zonen, die zweibündige Regelbüros abbilden. Die Grundrisse sind in sich schlüssig aufgebaut und flexibel nutzbar.
    Die Unterbauungen der Baugebiete sind aus nicht nachvollziehbaren Gründen überdimensioniert.
    Kontrovers diskutiert wird die gestalterische Vereinheitlichung der öffentlichen und privaten Freiräume.
    Die G+R-Flächen überlagern die vom Verfasser als „grüne Zimmer“ bezeichneten Innenhöfe. Eine räumliche Stärkung der Ost-West-Durchwegungen wäre wünschenswert. Die Höhensituation im MK 8 ist überzeugend gelöst, während im MK 7 die Anschlüsse an den Birketweg nicht funktionieren.
    Die städtebauliche Entscheidung für zwei ablesbare Gebäudekomplexe wird durch die Ausformulierung zweier unterschiedlicher Fassadensysteme unterstrichen. Während beim MK 8 eine Streckung der Fassade durch eine schlanke Vertikalität über zwei Geschosse gesucht wird, zeigt sich das MK 7 in einer völlig anderen Anmutung in eingeschossiger Horizontalstruktur. Beim MK 8 wird eine helle Fassade aus Faserbeton vorgeschlagen, die durch die zweigeschossige Fassadengliederung die Proportionen des Hochpunktes an der Wilhelm-Hale-Straße und am Brückenkopf unterstreichen soll, ihre Wirkung jedoch verfehlt.
    Beim MK7 werden weiße Fassadenelemente vorgeschlagen, die mit zusätzlich kontrastierenden dunklen Lisenen die Horizontalität des Baukörpers unterstreichen sollen. Kritisch anzumerken ist hier, dass der visuell aufgezeigte loftartige Charakter der Fenstermodule nicht dem eigentlichen Planungsraster entspricht. Es ergibt sich hier auch ein Widerspruch zwischen den in den Plänen dargestellten Brüstungen gegenüber den geschosshohen Fassaden der Renderings.
    Insgesamt gibt der Entwurf eine robuste Quartiersstruktur mit einer guten Nutzungsflexibilität und Dichteverteilung vor, wobei die Ausformulierung der Fassaden generell ein klar lesbares Gesamtbild schafft, dass sich dann aber im Detail nicht bewahrheitet.