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  • DE-79104 Freiburg im Breisgau
  • 08/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-194788)

Bebauung Habsburger-/Wölflinstraße


  • 3. Preis

    © Visualisierung: LINK3D Freiburg

    Visualisierer
    LINK 3D - Wettbewerbsperspektiven und Architekturvisualisierung, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Spiecker Sautter Lauer Dipl.-Ing. Architekten, Freiburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: AG Freiraum, Freiburg im Breisgau (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die klare Winkelbebauung entlang der Habsburger- und der Wölflinstraße wird anerkannt und fügt sich in die vorhandene Körnung der umliegenden Quartiere ein. Es wird jedoch diskutiert, ob diese geschlossene Haltung ohne Durchgänge und ohne Vor- und Rücksprünge entlang der Habsburgerstraße die richtige Haltung ist.

    Der Kopfbau mit der Gisinger-Hauptverwaltung wird in den oberen Geschossen herausgedreht und schafft an der Ecke Wölflin- und Habsburgerstraße eine unangemessene stadträumliche Verengung. Die vorhandene Eckausbildung des Keplerareals wird in den neuen Quartiersblock hineingespiegelt und löst somit die neue Ecke baukörperlich aus dem Quartierszusammenhang heraus.

    Die Positionierung dreier Solitärbauten im Hinterhof wird einerseits begrüßt, da sie durch die Verdichtung in nur 3 Punktbauten viel Freibereich schafft, andererseits entstehen dadurch sehr verdichtete, massige Wohnbauten.

    Die Fassadengestaltung des Hauptbaukörpers fügt sich mit seiner Thematik von einerseits Lochfassaden und gleichzeitig Fensterbändern in den heterogenen Kontext ein, lässt jedoch eine überzeugende, klare gestalterische Haltung vermissen. Ein Zusammengang zwischen der Befensterung der Obergeschosse und den Großöffnungen der Ladenzone ist schwer erkennbar.

    Die gesamte, lange Fassadenabwicklung entlang der Habsburgerstraße bietet eine Gliederung und einen Fassadenrhythmus allein über unterschiedliche Farbigkeiten von Verblendmauerwerk an. Dies wird für eine gewünschte stadträumliche Gliederung als zu wenig empfunden.

    Ebenso wird der Bürobaukörper nur dezent in der Fenstergliederung zur Wohnfassade unterschieden, sodass es eine Mühe ist die unterschiedlichen Nutzungen am Baukörper abzulesen. Obwohl der massive Gesamtzusammenhang angestrebt wird, löst sich der Bürobaukörper als Eckkörper aus der Abwicklung heraus und lastet an seiner wichtigsten Ecke scheinbar auf einer 2-geschossigen Glasfassade.

    Der Vorteil der Arbeit ist die durchgängige Erfüllung der Nutzerwünsche in Bezug auf eine klare funktionale Trennung der beiden Bauherrennutzungen. Dies zeigt sich konsequent in sämtlichen Bereichen inklusive Tiefgarage. Die fehlenden Tiefgaragenplätze können dadurch jedoch nicht wett gemacht werden.

    Die Qualität der gewonnenen Freifläche durch komprimierte Bebauung leidet unter einer Zufahrts- und Parkierungszone, die gegen die gewünschte Privatheit der Wohnzone und die Orientierung der Loggien arbeitet. Die dargestellten Aufkantungen und Mauern stören und trennen den Freiraum eher, als dass sie Aufenthaltsqualitäten schaffen.

    Die Tiefgaragen – und die Hinterhofzufahrt sind von der Habsburgerstraße aus massive Störstellen.

    Die Arbeit hat ihre Stärken in der Erfüllung und Umsetzung funktionaler Anforderung an Raumprogramm und Grundstücksaufteilung. Sie bietet jedoch keine überzeugende Entwurfshaltung die sie als Bereicherung und qualitätsvollen Stadtbaustein auszeichnen könnte.