loading
  • DE-72622 Nürtingen
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-184692)

Westlicher Neckar


  • 1. Preis

    Idee

    Landschaftsarchitekten
    Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Stefan Fromm

    Mitarbeit
    Florian Thurn

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: Volker Kittelberger, Renningen (DE)
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)

    Preisgeld
    23.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dieser Arbeit gelingt ein würdiges städtebauliches Gegenüber der Altstadt. Gekonnt wird die bauliche Struktur des Greiner Areals aufgenommen und in vier unterschiedlich große kompakte Quartiere weiterentwickelt.
    Zu den Rändern hin ergeben sich zwei eher locker gestaltete Bereiche.

    Der Auftakt im Bereich des Hallenbad mit der Kunst- und Kulturachse betont zum einen den Übergang von der Stadt aus ins Gebiet. Zum anderen schafft die Achse eine qualitätsvolle Anbindung zum Galgenberg. Geschickt ist die bestehende Villa am Galgenberg in die neue Situation eingebunden. Vielfältige Nutzungsangebote können hier erwartet werden und den Raum beleben.

    Besonders gut gelingt es den historischen Park hinter der Villa Otto zu erhalten und in einfacher Form zur Straße hin zu schließen und damit dem historischen Ensemble Villa und Park eine hohe eigenständige Identität zu geben. Aus Denkmalsicht wird das neue Gebäude westl. der Villa Otto jedoch kritisch gesehen.

    Interessant ist die Fortführung der bestehenden Gebäude an der B313 durch Wohn- und Bürogebäude die zum einen den Straßenraum führen und zugleich eine Durchlässigkeit in den Park am Neckar ermöglichen. Ein neuer urbaner städtischer Platz am bestehenden Melchiorgebäude wertet das Ende der baulichen Kante auf. Die Erschließung und Parkierung der neuen Gebäude südlich-östlich der B313 ist jedoch nicht erkennbar und muss gelöst werden.

    Als nicht gelungen wird die Erschließung der Gebäude am Hangfuß des Galgenberg angesehen. Die Qualität des Hanges als landschaftliches Element wird negiert. Die geplante Straßenführung am Hang kann aufgrund der Topographie so nicht funktionieren. Der Winkelbau am Hangfuß selbst erscheint überdimensioniert und fehl am Platz.

    Besonders als Qualität hervorzuheben ist die Schaffung der Platzfolgen in den Übergangsbereichen. Der Quartiersplatz wirkt insbesondere in Bezug auf das bestehende Kesselhaus sehr attraktiv und bezieht den Niederschrift über die Sitzung des Preisgerichts | schreiberplan Städtebaulicher freiraumplanerischer Ideenwettbewerb „Westlicher Neckar“ 11 angrenzenden historischen Garten in besonderer Weise mit ein. Weitere positive Merkmale sind die Behandlung der historischen Gebäude im Kontext mit der Neubebauung.

    Die landschaftsräumliche grüne Geste des Neckars bleibt erhalten und wird durch einen lebendigen, erlebbaren Uferweg gestärkt. Neue Blickbezüge zur Altstadt tun sich auf. Die Wegeanbindung ,an den neuen Steg nördl. der Stadtbrücke ist schlüssig.

    Die Parkierung vorm Hallenbad ist unter verkehrlichen Aspekten zu prüfen und ggf. mittelfristig zu verlagern.

    Die Entwicklung der Baugebiete in Bauabschnitten ist gut denkbar.

    Die Arbeit ist ein robuster Beitrag einer angemessenen Fortschreibung der Nürtinger Stadtbaugeschichte unter größtmöglichem Erhalt des kulturellen Erbes.

    Insgesamt liest sich die Arbeit sehr gut. Die Körnung, der Städtebau in Verbindung der öffentlichen Räume und Nutzungen können das Quartier zu einem wertvollen neuen Wohn- und Arbeitsquartier entstehen lassen und das Erscheinungsbild des Gesamtraumes der Stadt am Neckar in seiner Charakteristik stärken.