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  • DE-14532 Kleinmachnow
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-194454)

Neubau Gemeindehaus mit Kirchsaal


  • 1. Preis

    Wettbewerbsentwurf Löffler Kühn Architekten (Stand 02/2015), © Visualisierung Löffler Kühn Architekten

    TGA-Fachplaner
    SCHIMMEL Beratende Ingenieure, Berlin (DE), Unterföhring (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Nienaber

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Löffler Kühn Architekten, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: hochC Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Haustechnisches Gebäudekonzept:
    LÜFTUNG:
    Die Belüftung der Versammlungsstätte und der angrenzenden Räume erfolgt durch eine Teilklimaanlage mit Wärmerückgewinnung im Gegenstromprinzip, was hohe Rückwärmezahlen ermöglicht. Die Lüftungsanlage wird im Spitzboden des Daches untergebracht. Die Lüftungsmaschinen befinden sich in den Funktionsbereichen. Mit einem Montageschacht ist der Spitzboden mit dem Technikraum im UG verbunden.
    Die Lüftungsanlage wird unter Messung der CO2-Konzentration und der Präsenz, in Abhängigkeit der Belegung stufenlos gesteuert.
    HEIZUNG/KÜHLUNG:
    Da sich das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet befindet, empfiehlt sich zur Beheizung des Gebäudes der Einsatz einer Wärmepumpe. Für den Wettbewerbsentwurf wird geplant eine Sole-/Wasser-Wärmepumpe in monovalenter Betriebsweise einzusetzen. Im weiteren Planungsverlauf sollte aufgrund der höheren Effiktivität auch der Einsatz einer Wasser-/Wasser-Wärmepumpe geprüft werden. Die Übergabe der Heizwärme erfolgt über entsprechend dimensionierte statische Heizflächen bzw. Konvektoren. Der Einsatz von Flächenheizungen z.b. Fußbodenheizungen wird aufgrund der Trägheit des Systems nicht empfohlen, da insbesondere im Kirchsaal mit einem hohen Eintrag von Wärmelasten durch die Besucher zu rechnen ist. In den Sommermonaten kann die Erdwärmesondenanlage der Wärmepumpe zur Kühlung der Lüftung genutzt werden, wobei das niedrige Temperaturniveau des Erdreichs direkt genutzt wird und so nur Energie zur Umwälzung der Soleflüssigkeit benötigt wird (Natural Cooling). Eine Kühlung über den Kompressorkreislauf der Wärmepumpe findet nicht statt.
    BELEUCHTUNG:
    Das Energiekonzept von SCHIMMEL Beratende Ingenieure wird abgerundet durch den Einsatz einer effizienten Beleuchtung. In Bereichen die über eine natürliche Belichtung verfügen wird vorgeschlagen, eine tageslichtabhängige Regelung der Beleuchtung vorzusehen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf fügt sich in den Kontext des historischen Umfeldes gut ein. Das bezieht sich
    auf die Kubatur, Dachaufbau und die eingeschossige Traufhöhe. Er schließt den Straßenraum mit dem Baukörper, verlängert durch die Einfriedungsmauer im Bereich der Stellplätze. Der alte Gutshof wird durch die Mauer zum Medusentor räumlich wieder gefasst. Die auf der Hofseite gestaffelte Geschossigkeit spiegelt die ursprüngliche historische Bautiefe wider. Das vorgelagerte Foyer und die Pergola sind als Ergänzung - des dem historischen Gebäudeschnittes entsprechendem Baukörper - zugefügt. Die Dachaufbauten auf den Giebeln erinnern an Glockenspieltürme.
    Die geplante Gebäudehöhe im First und die Traufhöhe gewährleisten, dass die Dorfkirche
    das prominente Bauwerk im Dorfkern bleibt.
    Das Gebäude nimmt die im historischen Umfeld vorhandene Materialität – roter Backstein
    und rote Dachziegel auf.
    Die Erdgeschossfassade zur Straßenseite stellt sich geschlossen dar. Giebel und Hofseite
    öffnen sich.
    Die Erschließung erfolgt über zwei Zugänge auf der Gutshofseite. Das vorgelagerte Foyer stellt eine angenehm direkte Verbindung zwischen dem Kirchsaal und dem Außenraum her.
    Die Räume und deren Zuordnung zueinander entsprechen im Wesentlichen dem geforderten Raumprogramm. Die Zuschaltbarkeit des Foyers und der Gemeinderäume ermöglichen sinnvoll die geforderte Vergrößerung des Kirchsaales.
    Der nördliche Gemeinderaum ist leider nur über den Saal erschlossen.
    Die im Obergeschoss angeordneten Räume und die seitlichen Emporen des Kirchsaales werden über zwei Treppenhäuser erreicht und sind durch einen Aufzug auch für Menschen mit Gehbehinderung zugänglich.
    Der Kirchenraum wird über die Gaubenfenster der Empore im Obergeschoss belichtet und bietet durch den rechteckigen Querschnitt und seiner Längsorientierung eine gute Voraussetzung für eine optimale akustische Ausformung. Die Kargheit des Saales bedarf der entwurflichen Präzisierung.

    Die dargestellten Außenanlagen nehmen die alten, in ihren Grundmauern noch erhaltenen Gebäudestrukturen auf und verdeutlichen so die ehemals vorhandene Gutshofsituation. Die geforderten Stellplätze befinden sich an der vorgegebenen Stelle.

    Energie:
    Das Heizungskonzept beruht auf einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. (Erdwärme) Der Ausschluss von Fußbodenheizung ist daher nicht nachvollziehbar.
    Das Lüftungskonzept wirkt ausgewogen und angemessen Es beinhaltet im Bedarfsfall auch Kühlung und Heizung durch die Raumluftanlage.

    Der Entwurf ist genehmigungsfähig.

    Die Herstellungskosten des Entwurfs sind mit 2,6 Mio. angegeben. Entsprechend einer Vergleichsrechnung wird mit einer Gesamtsumme von 3,25 Mio. gerechnet.

    Entwurfsempfehlung:
    Die Gebäudetypologie sollte sich im Innern des Saales widerspiegeln.
    Das Verhältnis von Dachflächen- und Gaubenanteil bedarf der Überprüfung.
    Bessere Belichtung des Saales mit offenen Brüstungen der Emporen Kostenreduzierung durch Einsparung der Lüftung.


INFO-BOX

Angelegt am 07.04.2015, 14:22
Zuletzt aktualisiert 20.03.2018, 14:15
Beitrags-ID 4-101293
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