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  • ein 1. Preis

    Lageplan, © Behnisch Architekten

    Architekten
    Behnisch Architekten Partnerschaft mbB, Stuttgart (DE), München (DE), Boston (US) Büroprofil

    Preisgeld
    38.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt einen kompakten, quadratischen Baukörper unmittelbar an der Uferstraße vor.
    Die Erschließung an der Südwestecke des Gebäudes, das den Straßenraum im Süden fasst, nimmt städtebaulich an der richtigen Stelle den Bezug zum bestehenden Hochschulgebäude an der Petersgasse auf. Die Anbindung über eine breite Treppenanlage ist großzügig und über eine Rampe an gleicher Stelle im Sinne des Inklusionsgedankens barrierefrei hergestellt.

    Durch die Verschwenkung der Hochwasserschutzwand öffnet die Arbeit einen gut funktionierenden Vorplatz. An diesen schließt eine durch den Baukörper des Hörsaals zusätzlich motivierte Terrasse an, die einen interessanten Landschaftsbezug und hohe Aufenthaltsqualität verspricht. Die Anbindung an den Donau-Uferweg von Terrasse und Parkgeschoß (Fahrräder) ist gut nachvollziehbar. Die Verkehrsfläche im Nordosten erscheint zwar funktional (Anlieferung Stickstofftank), an dieser Stelle jedoch unnötig flächenintensiv. Im Hinblick auf die ausgewiesene Erweiterung ist sie konsequent.
    Die Erweiterungsfähigkeit ist dargestellt und lässt eine günstige Erschließung zu.
    Die wasserwirtschaftlichen Anforderungen sind insgesamt eingehalten, die Energiegewinnung (Gründungspfähle) ist genehmigungsfähig.

    Die Zuordnung der verschiedenen Funktionsbereiche innerhalb des Gebäudes ist außerordentlich gut gelöst, die Situierung der Hörsäle und der Cafeteria an dem großzügig gegliederten Foyer schafft einen erlebnisreichen Übergang von den Kommunikationszonen innen bis nach draußen zu den Freibereichen an der Donau. Eine vom Hochschulbetrieb unabhängige zusätzliche Erschließung der Cafeteria bietet zudem eine attraktive Verbindung von der Uferstraße bis zur Donauaue. Dabei ist auch an die Radfahrer gedacht.
    Der zentrale große Innenhof bringt viel Licht in das Foyer sowie in die Flure und schafft eine besondere und angenehme Arbeitsatmosphäre durch das Angebot von integrierten Kommunikationszonen und Ruheinseln. Ein Lichtschacht im Innenhof, der auch eine Belichtung der Parkebene ermöglicht, wird ebenfalls als positiv bewertet.

    Das geforderte Raumprogramm ist um 6 % überschritten, die notwendigen Technik-Flächen werden annähernd erreicht, insgesamt liegen die Planungskennwerte aber im wirtschaftlichen Bereich. Das Planungs- und Baurecht wird weitestgehend eingehalten. Die Barrierefreiheit lässt sich innerhalb des Gebäudes bis hinab zur Parkdeckebene umsetzen.

    Bei all den städtebaulich wie funktional positiven Aspekten konnte indes die geplante Fassadengestaltung das Preisgericht nicht überzeugen. Die auf eine Holzrahmenfassade mit geringem Abstand als starrer Sonnenschutz vorgehängten Holzlamellen sind hinsichtlich Fassaden-Wartung aufwändig und in ihrer Gestaltung als wellig geformte Platten trotz sonnenstandabhängiger Orientierung als Sonnenschutz lückenhaft. Hier wird Überarbeitungsbedarf gesehen, ebenso an den Innenhof-Glasfassaden mit lediglich innen liegendem Sonnenschutz und an den Hörsälen mit Frontal-Belichtung.

    Insgesamt setzt die Arbeit die Aufgabenstellung erfreulich und sehr lebendig um. In ihrer detaillierten Ausformung entfaltet sie besondere außen- wie innenräumliche Qualitäten.