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  • DE-68309 Mannheim
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-171177)

Grünzug Nordost und BUGA (Bundesgartenschau) 2023


  • 1. Rang freiraumplanerischer Teil - Zuschlag

    Lageplan Daueranlage, © RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und Fischer Architekten

    Architekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Volker Lescow

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Fischer Architekten, Mannheim (DE), Köln (DE), Berlin (DE), Dubai (AE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Grünzug wird zum Landschaftspark mit großräumigem Atem. Lange Verbindungslinien sind dominant, sie verbinden sich jedoch in Teilräumen zu Loops, die auch Aufenthalte in ihnen nahe legen. Die weiten Durchbindungen sind sehr überzeugend und dennoch sind Qualitäten in den einzelnen Teilräumen deutlich herausgearbeitet. Der neue Landschaftspark bietet einen Rahmen, der eine BUGA aufnehmen kann, ohne als Eventraum geprägt zu werden.
    Der Radschnellweg ist sehr gut, wirklich schnell, er wird als Randweg des Parks immer von Fußgängerpromenaden begleitet. Diese Engführung könnte manchmal Konflikte hervorbringen, ließe sich aber im der weiteren Bearbeitung gut bewältigen. Die neue Brücke bindet an den Neckar an, eine doppelte Anbindung an den Necker im Osten schafft weitere Verbindungen. Im Sinne dieser großen Verbindungslinien und Verbindungsräume ist auch die Verlegung der Kleingärten an der Freudenheimer Straße verständlich, die allerdings auch kritisch in der Umsetzung ist. Dort entsteht nun ein sehr guter Einblick in den Grünzug und eine perfekte Anbindung an den Sportpark und den Neckar.
    Die Übernahme von Grundstrukturen der Spinelli-Baracks ist besonders gut gelungen, sowohl bei der U-Halle als auch durch den Umgang mit Spuren des Hallen-Rasters, die als Sukzessionsflächen weiter erkennbar bleiben werden. Die weitere Nutzung der U-Halle ist sehr überzeugend, hier entstünde ein großes Nutzungspotential für die Bewohner der Stadt auch über die BUGA hinaus.
    Die Eingänge des BUGA-Geländes sind gut situiert, die Seilbahn als Option konventionell, aber als Anbindung an den Luisenpark absolut sinnvoll. Eine BUGA lässt sich gut und sinnvoll in das Dauerkonzept integrieren, ohne große Rückbauarbeiten zu erzeugen.
    Die langen Wege werden immer an den Rändern geführt, es ergeben sich dadurch weiträumige offene Innenräume im Park. Zwischen Wegen und Bebauung entsteht dann eine langgezogene „Parkschale“ mit wechselnden Nutzungen und Optionen, die auch hier moderat bespielt wird und wohltuend nicht überinstrumentiert wird.
    Die Eingriffe in den Aubogen sind gut überlegt, sie sollten topographisch nicht zu stark werden, damit die Figur des Bogens erhalten bleibt. Die Verfasser zeigen aber sehr nachvollziehbar und begründet, wie Aufstieg, Aufenthalt und Aussicht hier zu hohen räumlichen Qualitäten des Ortes führen. Terrasse und Café liegen sehr gut und führen zu Akzentuierungen an wenigen guten Stellen. Der wechselnde Wasserstand des Augewässers könnte Anschlüsse wie das vorgeschlagenen Holzdeck bei Niedrigwasser kritisch werden lassen.
    Der Entwurf des Landschaftsparks steht völlig im Vordergrund dieser Arbeit. Der städtebauliche Entwurf der neuen Wohnquartiere hingegen hält mit dieser hohen Qualität nicht Schritt. Es gibt zwar schöne Eröffnungen in die angrenzenden Quartiere, aber schon die „Achse“ auf den Bunker wird kritisch diskutiert und auch die Sport-Fuge wird zu Nutzungskonflikten führen. Dort wird zudem der 2. Sportplatz verlegt und die Umkleide verschwindet, zwar Nebenthemen, die aber Fragen erzeugen. Auch die Ableitung aus Mustern des Parks überzeugt oft nicht, es ergeben sich seltsam unfunktionale Baugrundstücke, die problematisch zu bebauen sind. Die Eigenständigkeit dieser Baufelder droht zur Verselbständigung zu werden, sie können als Bindeglied zwischen Park und Stadtteil wenig überzeugen.
    Die Umformulierung des Spinelli Altbestands scheint gar etwas verkorkst, der Betriebshof ist ungeeignet, der Abschluss nur aus der Wegeführung des Parks begründet. Das Gewerbegebiet Talstraße wird auch langfristig zu integrieren sein.
    Der Park kann tatsächlich die komplexe Aufgabenstellung zu einem sehr guten Gesamtkonzept führen, das in allen seinen Teilen überzeugt. Die einzelnen städtebaulichen Teilbereiche der neuen Baugebiete dagegen können dieses hohe Niveau nicht erzielen.