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  • DE-68309 Mannheim
  • 04/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-171177)

Grünzug Nordost und BUGA (Bundesgartenschau) 2023


  • 3. Rang freiraumplanerischer Teil

    Daueranlage

    Landschaftsarchitekten
    MSB Landschaftsarchitekten, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Nils Krieger , Juliane Feldhusen

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: ams architekten, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Der Idee der Stadt Mannheim folgend, wird die Bundesgartenschau nicht nur
    als einmalige Veranstaltung aufgefasst, sondern auch als Impulsgeber für die
    Stadtentwicklung. Dieser Entwurf baut auf grundlegenden Ideen der Machbarkeitsstudie
    aus dem Jahr 2013 auf. Diese schlägt eine Verbindung zwischen Luisenpark
    und dem eher ländlich geprägten Raum vor. Um das zu realisieren, basiert
    der vorliegende Entwurf auf einer Folge von fünf Parks: Luisenpark, Neckarpark,
    Auenpark, Feldpark und Wiesenpark.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Grundkonzept mit einer Abfolge von Parks mit jeweils unterschiedlichem Charakter aber dennoch eine deutlich ablesbare Funktion als Grünzug wird positiv bewertet.
    Die Verbindung der neuen Grünanlagen über den Neckar, durch den teilweise neu strukturierten Sportpark und durch eine großzügige Unterführung sowie eine Öffnung in der vorhandenen Kleingartenanlage ist klar ablesbar ohne radikal zu sein.
    Die Wegeführung an den Rändern der Freiflächen mit einer begleitenden, teilweise sich in den Grünraum ausfransenden Baumreihe ist sehr konsequent und unterstreicht die Weitläufigkeit des gerahmten Grünraums. Die Orientierung und die Führung des Radschnellweges ist sehr deutlich.
    Eine punktuelle Störung oder Durchbrechung der Linearität an prägnanten Punkten oder an wichtigen städtebaulichen Verbindungen wäre allerdings wünschenswert.
    Der Auenpark wird weitgehend in Ruhe gelassen. Der neue Hauptweg wird intelligent als Übergang und Vermittlung zwischen den privat genutzten Kleingärten und den öffentlichen Grünflächen und landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. Der Rundweg um den Auenpark, die naturnahe Inszenierung der Böschung und der obere Weg mit dem Panoramablick über die Stadt Mannheim sind alle konsequent ausgeführt aber wenig abwechslungsreich und könnte um punktuelle Reize ergänzt werden. Der Rückbau der bestehenden Straße lässt etwas mehr Aufenthaltsqualität als Ersatz erwarten. Die wichtige Verbindung zum Spinelli-Quartier am Knotenpunkt Wingertsbuckel fehlt gänzlich. Eine höhere Intensität oder größere Nähe zwischen der Wasserfläche und dem an sich attraktiv platziertem Café würde die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle verbessern.
    Die Aufnahme der rasterförmigen Infrastruktur der Spinelli-Barracks als Grundgerüst für eine urbane Garten und Freiflächenlandschaft erscheint schlüssig und gibt einen unverwechselbaren historischen Bezug ohne konservierend zu sein. Es wird eine stabile Grundstruktur für vielfältige künftige Entwicklungen eines zeitgenössischen Parks geschaffen. Die hier vorgeschlagene Ausarbeitung scheint allerdings nicht alle Potentiale auszuschöpfen.
    Das Spinelli-Quartier als sich zum Park hin öffnender, U-förmigen Hof kann gut funktionieren. Zusammen mit dem Betriebshof, dem vorhandenen Gewerbegebiet und den verlagerten Sportflächen bildet sich eine schlüssige Einheit.
    Der an Käfertal angrenzende Städtebau hat eine für die Stadt Mannheim richtige Maßstäblichkeit und schließt sich behutsam an die vorhandene Bebauung an. Die Verlagerung der Sportflächen in den großen Grünraum ist nachvollziehbar, da hierdurch die Lärmproblematik umgangen wird. Die an dieser Stelle vorgeschlagene Bebauung erscheint allerdings wenig herausgearbeitet. Es muss eine Lösung für die Aufrechthaltung der Sportflächen während der BUGA gefunden werden. Die neuen Quartiere würden durch eine stärkere Hierarchie und klareren Verbindungen zwischen Stadt und Park gewinnen. Der Aktivitätsstreifen zwischen Wohnbebauung und Rundweg hat eine gute
    Maßstäblichkeit. Es lässt sich eine gute Aufenthaltsqualität vermuten, die jedoch in der Darstellung nur rudimentär sichtbar ist. Eine punktuelle Unterbrechung der Baumreihe und die Schaffung von stärkeren Durchblicken der Wohnbebauung, des Aktivitätsstreifens und des Parks wären wünschenswert.
    Die wesentlichen Inhalte einer Bundesgartenschau sind ausgeführt. Es fehlt jedoch ein schlüssiger Rundweg und der Ausstellungbereich Feldparkquartier wirkt etwas abgehängt. Die Inszenierung von Landwirtschaft als Gartenschauthema wäre wünschenswert. Die einzelnen Gartenfelder sind flexibel bespielbar, bedürfen aber eines gekonnten Umgangs mit der Maßstäblichkeit.
    Der Entwurf stellt insgesamt ein stabiles und zukunftsfähiges Grundgerüst mit klaren übergeordneten Verbindungen dar, mangelt aber nach Ansicht der Mehrheit des Preisgerichts an einzelnen reizvollen Besonderheiten.