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  • Anerkennung

    Ansicht Süd, © h4a

    Landschaftsarchitekten
    grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner partnerschaft mbb, Freising (DE), Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE)

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt durch die klare städtebauliche Setzung eines Sockelgeschosses mit den öffentlichen Funktionen und einen in der Verlängerung der
    Petersgasse den Sockel überlagernden auskragenden U-förmigen Baukörper für Forschung und Lehre. Die Zugänglichkeit über eine breite Treppenanlage, die unter der Auskragung des Forschungsgebäudes zum Haupteingang führt, ist auch im Hinblick auf die Adressbildung gut vorgetragen. Die überraschende Idee, die Flutmauer zu einem erhöhten Steg auszufüllen, vermag zu überzeugen und wertet die Eingangssituation auf. Die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderung ist aufgrund der zu weiten Wege nicht gut gelöst. Ebenso funktioniert die Zufahrt zur Parkgarage höhenmäßig nicht und tangiert zudem das Nachbargrundstück.

    Das dem Haupteingang angelagerte Foyer mit üppigem Luftraum verbindet klug den Sockel mit dem aufgehenden Forschungs- und Lehrtrakt. Unverständlich hingegen ist das Einstellen von Lager- und Nebenräumen mit kleinlich dimensionierten Durchgängen zu den Ausbildungslaboren. Die Anordnung der PC-Pools im Erdgeschoss ist nicht wohl durchdacht. Die durch ein Oberlicht belichteten Hörsäle sind an der Nahtstelle zum Luftraum des Foyers richtig positioniert. Auch die Erschließung der Seminarbereiche im Sockelbereich, gruppiert um die Hörsäle, ist gut dimensioniert und übersichtlich angeordnet.

    Das U-förmige Lehr- und Forschungsgebäude mit Öffnung zur Aue gliedert sich klar mit den Forschungslaboren zum Westen und den Büroflächen zum Osten. Kurze Wege sind hierdurch gegeben, werden allerdings durch die Split-Level Anordnung erschwert. Auch die Zuordnung der Besprechungsräume ist nicht unmittelbar eingängig. Die notwendigen Technikaufbauten über der Laborspange sind im Schnitt nur schemenhaft angedeutet und im Modell nicht gebaut. Sie beeinträchtigen das sonst homogene Erscheinungsbild und die Klarheit des Baukörpers.

    Die vorgeschlagene Komposition der Fassade mit dem aufgeglasten Sockelgeschoss und mit Lamellen strukturierten aufgehenden Geschossen vermag als Konzept zu überzeugen. Die Materialität hingegen wird mit dem gewählten Werkstoff Aluminium den Intentionen der nutzenden Institution nicht gerecht.

    Insgesamt vermag die Arbeit durch die kluge Anordnung des Sockelgeschosses und der
    Überlagerung des Forschungsgebäudes zu überzeugen, weist jedoch Schwächen in der inneren Anordnung der Funktionsbereiche auf.

    Der Baukörper wird im Westen relativ nahe an den Gehölzsaum herangerückt. Die Funktionsfähigkeit der im Konzept grundsätzlich folgerichtigen und bestandsorientierten Zufahrt von Westen wird angezweifelt (Radien und Neigung). Das Parkgeschoss ist aufgeständert und durchgängig für den Hochwasserabfluss. Die Verklausungsgefahr (Verstopfung des Abflussquerschnitts durch Treibgut) ist allerdings zu wenig berücksichtigt. Die Energiegewinnung (Gründungspfähle) ist genehmigungsfähig.

    Der lange, großzügige Steg auf der Hochwasserschutzmauer schafft eine Promenade mit
    Ausblicken in die Landschaft und wird als wertvoller Beitrag gewertet. Der ansonsten schonende Umgang mit der Grundstücksfläche ist zu würdigen.