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  • DE Hamburg
  • 10/2006
  • Ergebnis
  • (ID 2-6045)

Bahnhofsvorplatz Hamburg-Bergedorf


  • 1. Preis Zur Realisierung empfohlen

    Schnitt Serrahn-Unterführung

    Landschaftsarchitekten
    Lohaus · Carl · Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten · Stadtplaner, Hannover (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Mitarbeit: Dipl.-Ing. Leonore Voland Cand.-Ing. Eike Jeschke Dipl.-Ing. Roswitha Völker (1. Phase), Fachberatung Licht: SSP, Herr Schiminski, Hildesheim

    Erläuterungstext
    Idee
    Die neu entstehenden beiden dreieckigen Platzflächen vor dem fast 200m langen Bahnhofsgebäude (ZOB und Parkhaus) werden über einen einheitlichen Belag zusammengefasst und bilden somit einen klaren Eingang in die Innenstadt von Bergedorf. Dem offenen Bahnhofsvorplatz wird ein mit Säulenbäumen bestandener Baumplatz an der Bergedorfer Straße (B5) gegenüber gestellt.
    Die Uferpromenade am Serrahn und Kampdeich wird einheitlich gestaltet und erhält einen eigenständigen Charakter.

    Bahnhofsvorplatz
    Eine großzügige Platzfläche wird durch seine Randbebauung zu einem Dreieck geformt. Die Spitze des Dreiecks weist auf die Uferpromenade am Serrahn.
    Der geraden Fassade des CCB steht eine geschwungene Fassade im Norden gegenüber. Eine geschnittene Baumreihe (Linden) zeichnet die amorphe Kontur nach, bildet eine von der Süd- und Westsonne beschienene Vor- und Aufenthaltszone mit Bänken zum Verweilen. Das linienhafte Element wirkt als Begleitung vom Bahnhof zum Serrahn.
    Der gesamte Bahnhofsvorplatz wird in einem einheitlichen Belag hergestellt. Der Weidenbaumsweg ist in das Materialkonzept eingebunden, jedoch den Anforderungen an den Verkehr entsprechend in kleineren Formaten hergestellt. Flache Bordsteineinfassungen stellen die Fahrbahnbegrenzungen dar und ermöglichen ein leichtes Queren der Straße.
    Die Betonpflasterbeläge werden aus unterschiedlichen Grautönen gestaltet. Es entsteht eine individuelle, lebendige Textur. Die Bewegungslinie Richtung Serrahn wird durch die Fugenrichtung betont.
    Im Schnittpunkt der Ausgänge des Bahnhofes und des CCB wird im Gefälle des Platzes ein bodenbündiges Wasserspiel vorgesehen. Der schwarze Belag des Brunnens wird von einem dünnen Wasserfilm überströmt. Passanten, die über den nassen Belag gehen hinterlassen „dunkle“ Fußabdrücke auf dem Platzbelag.

    Dreiecksplatz an der Bergedorfer Straße (B5)
    Im Gegensatz zum offenen Bahnhofsvorplatz wird der Dreiecksplatz durch einen Baumhain aus immergrünen Säulenbäumen (Scheinzypressen) besetzt. Es entsteht ein semitransparenter Raum, der variable Durchblicke zulässt und zugleich die Zufahrt zur Innenstadt und dem Parkhaus als Öffnung zwischen CCB und Hain markiert. Ausrufezeichenartig markieren die Bäume den Platz am Stadteingang. Vereinzelt, kreisförmig um die Bäume angeordnete Fahrradbügel und Bäume bieten den Radfahren Abstell- und den Passanten Sitzmöglichkeiten.

    Uferpromenade
    Die Uferpromenade entlang des Serrahns und des Schleusengrabens wird über einen einheitlichen Belag miteinander verbunden. Sie setzt sich in ihrer Farbigkeit deutlich von dem Bahnhofsvorplatz ab und unterstreicht somit seine Eigenständigkeit.
    Die vorhandenen, teilweise fragmentierten Platanenreihen am Serrahn werden auf eine markante Linie reduziert und südlich der Schleusenbrücke weiter fortgesetzt. Bänke und Lichtmasten stehen unter bzw. zwischen den Bäumen.
    Die Flächenbegrenzung des Kampdeich zum Schleusengraben hin erfolgt über ein bodenbündiges, helles Betonwerksteinelement, das aufgrund seines abgewinkelten Profils zugleich auch als Sitzkante am Wasser genutzt werden kann.
    Gegenüber dem Eingang vom Fachmarktzentrum wird eine Aussichtsplattform vorgeschlagen.

    Unterführung
    Die Unterführung wird mit einer Breite von ca. 10m hergestellt, um einerseits eine direkte Laufverbindung von den Arkaden des CCB und der Vorfläche des Fachmarktzentrums zu ermöglichen und zugleich auch eine Unterquerung der Brücke für die Fußgänger und Radfahrer außerhalb der Arkaden zu gewährleisten.
    Vom östlichen Zugang des CCB fällt das Gelände gleichmäßig auf die für die Unterführung notwendige Belagshöhe.
    Südlich der Unterführung steigt das Gelände wieder sanft an, wodurch eine großzügige, barrierefreie Bewegung am Fachmarktzentrum ermöglicht wird.
    Die Unterführung wird durch hinterleuchtete Glaswände (LED Raster hinter mattiertem Glas) an beiden senkrechten Wänden in ihrer Helligkeit kontinuierlich an die jeweils im Tages- und Nachtverlauf notwendige Lichtintensität angepasst.

    Beläge
    Bahnhofsvorplatz, der Dreiecksplatz an der B 5 sowie das direkte Umfeld nördlich und südlich des CCB werden einheitlich in einem grauen Betonbelag hergestellt. Die Fahrbahneinfassung erfolgt über einen flachen Natursteinbord in ca. 40cm Breite. Die bodenbündigen Fahrbahnmarkierungen sind ebenfalls aus Naturstein. Für die Fahrbahn wird ein Halbverband im Format 20x40cm vorgeschlagen. Steinstärke und Tragschicht werden entsprechend der zu erwartenden Belastung ausgelegt. Die Platzflächen werden im Material der Fahrbahnen hergestellt, jedoch in größeren Formaten (mind. ca. 20x80cm) als befahrbare (Pflaster-) Platten.
    In Anlehnung an das vorhandene Basaltgroßpflaster am Serrahn wird für die Uferpromenade ein anthrazitfarbener Pflasterbelag vorgeschlagen, der den ehemaligen industriellen Charakter des Ortes unterstreicht.

    Beleuchtung und Ausstattung
    Der Bahnhofsvorplatz soll weitestgehend von dem Bahnhofsgebäude und dem CCB aus beleuchtet werden, um die Platzfläche vor unnötigen Einbauten zu schützen und eine hohe Nutzungsflexibiltät zu gewährleisten. Auf der Platzmitte befindet ein großer Lichtstab, der die Fläche gezielt beleuchtet. Die Zufahrt über den Weidenbaumsweg wird mit einer eine zurückhaltenden Lichtstele, mit mehreren Lichtpunktaustritten ausgestattet, die die Grundausleuchtung gewährleistet.
    Das Baumband wird lichttechnisch akzentuiert. Ein Lichtband unmittelbar unterhalb des Kronenansatzes beleuchtet den Belag unterhalb der Kronen und betont die Kontur des Baumbandes. Einzelne Öffnungen an der Oberseite des Lichtbandes strahlen in die Baumkronen und lassen diese von Innen heraus leuchten. Das Lichtband wird im Laufe des Abends kontinuierlich abgedimmt.
    Die Bäume am Dreiecksplatz (Bergedorfer Straße) erhalten eine Effektbeleuchtung über Bodeneinbaustrahler. Die Zeichenhaftigkeit der Bäume wird dadurch auch bei Nacht unterstrichen.
    Dem linearen Charakter der Uferpromenade folgend, wird eine Punktbeleuchtung über Lichtmasten (Lichtstelen) vorgeschlagen, die sich in der Flucht der Bäume befinden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.