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  • DE-72108 Rottenburg am Neckar
  • 05/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-185652)

Bahnhofsareal


  • ein 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Koeber Landschaftsarchitektur GmbH, Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: harris + kurrle architekten bda Partnerschaft mbB, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    19.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Dem Entwurf gelingt es, mit wenigen sparsamen Mitteln das Bahnhofsvorfeld räumlich zu organisieren. Er konzentriert sich auf ein lineares Band zwischen Gleisen und Poststr., das im Wesentlichen alle Funktionen aufnimmt und sie in einem Wechsel von Freiflächen, auch öffentlichen Gärten, Gebäuden und baulichen Anlagen – eine Dach über dem Busbahnhof – aufreiht. Es wäre ein Leichtes, auch das alte Packhäuschen hierbei zu berücksichtigen. Dieses Band wird als Filter zwischen Altstadt und grünem Hang verstanden, die Querungen und Fugen weisen jeweils auf die Neckarbrücken. Diese konsequente Lesart des Umfeldes zahlt sich aus, alles bleibt einfach und stärkt den Charakter des wichtigen Stadteingangs als Nahtstelle in der Stadt. Die Baufelder nördlich der Poststr. erfahren nur nur mit den nötigsten Arrondierungen, die die heutigen und ehemaligen Gärten entlang der Poststr. bleiben sichtbar, und werden dort mit Baumreihen begleitet. Auch der Vorschlag für das Schlachthofareal ist angemessen und hochwertig. Mit dem baulichen Bestand wird generell sorgfältig umgegangen.

    Die notwendige Stellplatzanlage wird als „filigranes“ Parkdeck an günstiger Position weit im Westen südlich der Bahn vorgeschlagen. Diese Lage, das ist ein Ergebnis der vergleichenden Betrachtung im Laufe des Preisgerichtes, wird als vorteilhaft bewertet. So wird eine signifikante Menge angeboten, aber der schöne grüne Hang ab der Gegenüberstellung von Klause und Bahnhof freigehalten. Das ist ja ein Programmpunkt dieses Entwurfes. Eine sehr hochwertige Gestaltung des Parkdecks wäre allerdings Voraussetzung, das wird mit dem Wort „filigran“ angedeutet.

    Die einzelnen Programmpunkte sind zeitlich flexibel in der Umsetzung, für den östlichen Abschluss des Bandes könnte man geduldig auf einen Investor warten. Das ist auch notwendig, weil die exponierte zeichenhafte Lage höchste Qualität erfordert. Wo der geforderte Biomarkt vorzustellen ist, bleibt unklar, es gibt mehrere Angebote. Die neue Trassenführung der Poststraße in der Kurve ist anzuzweifeln, auch wenn der stadträumliche Grund einleuchtet.

    Eine Kritik betrifft den Busbahnhof, der entsprechend den tatsächlichen Fahrbeziehungen der Buslinien verändert werden müsste. Der stabile Grundduktus des Entwurfes würde eine Weiterentwicklung erlauben, ohne seinen Charakter zu verlieren. Ein Mittelbussteig ist eine plausible Lösung unter einem großen Dach, die Anzahl der jeweiligen Aufstellplätze wäre zu optimieren.
    Dem Entwurf gelingt es, die stadträumliche Prägnanz des Ortes aufzudecken und weiter zu stärken. Die Mittel sind präzise und signifikant. Zu großen Teilen liegen die Maßnahmen in der Kompetenz der Gemeinde.