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  • DE-66806 Ensdorf
  • 03/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-199284)

Städtebauliche Vertiefung Tagesanlage Ensdorf-Duhamel


  • 2. Preis

    Lageplan Entwurf

    Stadtplaner
    Machleidt GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Benjamin Wille , Carsten Maerz , Ilja Haub , Steffen Wörsdörfer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Atelier LOIDL, Berlin (DE)
    Architekten, Energieplaner: performative architektur, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    STÄDTEBAULICHE VERTIEFUNG TAGESANLAGE ENSDORF-DUHAMEL
    Durch die Entwicklung des Areals soll die einerseits stets umzäunte und andererseits vielen Anwohnern sehr vertraute Tagesanlage zu einem neuen Ortsteil von Ensdorf werden. Dabei spielen die intensive Vernetzung mit der Umgebung sowie das Generieren eines Identität stiftenden und qualitätvollen Raumes eine entscheidende Rolle. Dieser attraktive Raum entsteht im Zusammenspiel mit prägenden Bestandsstrukturen und neuen Elementen, wie z.B. der Wasserachse. Ebenso von besonderer Bedeutung ist die Herausarbeitung eines markanten Standortprofils sowie ein robuster Städtebau, welcher auf diverse Zukünfte flexibel reagieren kann.

    STÄDTEBAU
    Die zentrale kompakte Plaza als Herzstück des Quartiers, die markante Wasserachse mit den angelagerten Freiräumen und der adressbildende Quartiersrand mit den Entreés sind die prägenden Entwurfselemente. Das südliche Teilquartier ist charakterisiert durch die Identität stiftenden Bestandsstrukturen, das nördliche Teilquartier durch klare robuste Baufelder mit einer effektiven Erschließung.

    Vielfältige Räumliche Einbindung
    Der übergeordnete Grünzug läuft entlang der Wasserachse mit ihren großzügigen und differenzierten Freiräumen spürbar durch das Quartier, erhält jedoch einen baulichen Kontext.
    Die Tagesanlage ist durch den Loop und den Weg der 1000 Stufen, die drei Entreés nach Fraulautern, Saarlouis und Ensdorf sowie die Anbindung im Norden eng mit der direkten Umgebung verzahnt. Die Plaza verknüpft die verschiedenen Elemente der Tagesanlage untereinander.
    Gestärkt wird diese intensive Einbindung durch die feinsinnigen Reaktionen auf die ankommenden Verbindungen, wie beispielsweise die Umlenkung von der Kohlbrunnenstraße in Richtung Plaza am nordwestlichen Entreé durch den Solitärbau, die Figur des Sees am Übergang zu Ensdorf oder die sensible Aufweitung zur Saar am Haupteingang, die auch den Brückenkopf optimal aufnehmen kann.
    Die Ausbildung eines klaren, gut sichtbaren und adressbildenden Randes, insbesondere im Bereich des Kreisverkehrs an der Provinzialstraße sowie an der Kreuzung Ostring/L343 erzeugt attraktive Lagen und fördert die visuelle Strahlkraft und Einbindung des Standortes. Darüber hinaus wird entlang des Ostrings ein attraktives Gegenüber für die angestrebte Entwicklung auf Fraulauterer Seite geschaffen.

    Quartier Tagesanlage
    Das differenzierte und stabile Netz der Straßen und Wege und die daraus resultierende Morphologie des Quartiers charakterisieren einerseits die beiden Teilräume im Norden und Süden und verzahnen diese andererseits im Umfeld der Plaza eng miteinander und generieren so ein zusammenhängendes Gesamtquartier. Charakteristisch für den nördlichen Teilbereich sind die offenen, weiten Blickbezüge zur Halde und dem Saarpolygon sowie der direkte Bezug nach Fraulautern, während die Baufeldzuschnitte im südlichen Teilbereich aus den Bestandsstrukturen abgeleitet sind.
    Die Typologie unterstützt diese Dualität und verleiht den wichtigen öffentlichen Räumen prägnante bauliche Raumkanten. Dadurch werden aus Flächen räumlich motivierte Orte mit spannenden Raumfolgen und vielfältigen Blickbezügen. Insbesondere der südliche Teilbereich ist durch die charakteristischen Bestandsbauten geprägt – diese werden durch besondere Raumsituationen wie Plaza, Entreé, Aufweitungen, Freistellung etc. besonders inszeniert. Die Neubauten sollten sich in ihrer Körnung, Höhe etc. an den Bestandsbauten orientieren und Teil des Ganzen werden, jedoch als neue Elemente neben den Denkmälern zu erkennen sein. Im südlichen Bereich gibt es stets eine Mischung aus verschiedenen Nutzungen wie Büro/Dienstleistung, Sondernutzungen (z.B. Archiv, Museum, Besucherzentrum, Option Boardinghouse/Hotel), aber auch Wohnen am See, während im nördlichen Bereich unterschiedliche Nutzungsszenarien möglich sind.

    Herzstück Plaza
    Die dem Ort angemessen dimensionierte und klar gefasste Plaza ist das belebteste und prägnanteste Element des Quartiers. Sie sitzt an der Schnittstelle zwischen den beiden Teilräumen sowie im Fokus der Entreés von Ensdorf, Fraulautern und Saarlouis. Der Förderturm und die gepflegten Denkmale im Zusammenspiel mit den hochwertigen Neubauten wie dem RAG-Gebäude, verleihen dem Raum seinen unverwechselbaren Charme. Publikumsfrequentierte Nutzungen in den Erdgeschossen bespielen die Plaza und laden Anwohner, Beschäftigte und Besucher zum Verweilen ein.

    Drei Entreés
    Die drei Eingangsräume werden als gleichwertig betrachtet. Das südwestliche Entreé nach Ensdorf ist durch den neuen See in Verbindung mit dem Park als grüner Eingang ausgebildet und wird durch die kreuzungsfreie Anbindung in Richtung Ensdorf über die bestehende Brücke zusätzlich gestärkt. Der westliche Zugang am Haupttor weitet sich durch kleine bauliche Versätze leicht in Richtung Saar. Damit wird neben dem Museum auch das Hauptgebäude zum Blickfang. Darüber hinaus wird ausreichend Raum für die (optionale) Brücke geschaffen. Über diese wird die Anbindung nach Saarlouis optimiert und könnte neben dem Hauptgebäude zum Merkzeichen dieses Entreés werden. Der nordwestliche Eingang ist charakterisiert durch den Solitärbau, welcher im Zusammenspiel mit dem RAG-Neubau die Umlenkung zwischen Kohlbrunnenstraße und Plaza durch eine spannungsvolle Raumsituation mit Blickbeziehungen in die Nähe und Ferne meistert.

    FLEXIBILITÄT
    Da derzeit niemand weder das nachgefragte Nutzungsspektrum noch die zu erwartende Dichte für das Quartier Tagesanlage sicher vorhersehen kann, gewinnt die Flexibilität des Entwurfs stark an Bedeutung. Die Robustheit des Städtebaus – also die Möglichkeit, auf unterschiedliche Zukünfte möglichst passgenau reagieren zu können, ohne die Grundzüge des Entwurfs in Frage zu stellen – wird damit zum entscheidenden Faktor für den nachhaltigen Erfolg der städtebaulich-freiräumlichen Entwicklung des Quartiers.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.