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  • DE-90409 Nürnberg
  • 05/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-199488)

Wohnpark Avenariusstraße


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    fischer heumann landschaftsarchitekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MORPHO-LOGIC | Architektur und Stadtplanung, München (DE)

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit gelangt mit einer eher unerwarteten, dabei aber präzisen Setzung zweier Hoffiguren zu einer beruhigenden Geste innerhalb eines sehr heterogenen Umfelds.

    Die in der Höhenentwicklung moderaten Blöcke werden durch Zäsuren und prägnante Köpfe körperhaft modelliert und zusätzlich gegliedert. Es entstehen folgerichtig zonierte private und öffentliche Freiräume, denen die Erschließungsstruktur der Erdgeschosse folgt.

    Durch die fehlenden stadträumlichen Bezugspunkte (insbesondere im Norden) entsteht eine stark auf sich bezogene, inselartige Figur mit eigenständigen Nachbarschaften. Der angebotene öffentliche Raum an der Schnittstelle beider Hofanlagen mit einer Öffnung zur Avenariusstraße vermag nicht vollständig zu überzeugen.

    Die angebotene erdgeschossige gewerbliche Nutzung folgt mit den durchgesteckten Treppenhäusern auch den Belangen der darüber liegenden Wohnungen (Adressbildung, Gartenzugang), scheint jedoch hinsichtlich ihres Flächenangebotes stark überdimensioniert.
    Die Grundrisse sind insgesamt gut organisiert und versprechen eine hohe Wohnqualität. Leider nutzen die größtenteils zweiseitig orientieren Wohnungen nicht die Chance sich dem Innenhof auch mit den privaten Freiräumen zuzuwenden und ihn so thematisch nochmal zu stärken.

    Daraus resultiert eine der konsequenten städtebaulichen Haltung nicht ganz adäquate Antwort in der architektonischen Gestaltung: Die dargestellte volumetrische Ausbildung der Fassade insbesondere an der Rollner-/Avenariusstraße überzeugt leider nicht.

    Die Arbeit liegt hinsichtlich der Ausnutzung des Grundstücks im unteren Bereich, lässt aber im Bereich der Wohnnutzung eine gute Wirtschaftlichkeit erwarten.

    Unter der Prämisse einer Entwicklung von Ost nach West bietet die robuste Grundfigur eine geeignete Grundlage zur abschnittsweisen Realisierung.

    Durch 4-geschossige Bebauung scheinen die Abstandsflächen unproblematisch.

    Die Riegelbebauung kommt dem Schallschutz entgegen. Die Planung der Lärmschutzgrundrisse sieht Wohnräume zur Rollnerstraße vor, die im Wesentlichen mit passiven Schallschutzmaßnahmen vor Verkehrsgeräuschen geschützt werden sollen.
    Die vorgesehenen Faltglaselemente vor den Außenbereichen reichen ggf. nicht als Schallschutzmaßnahme aus.

    Der Schutz vor Verkehrsgeräuschen erfolgt für die Räume an der Rollnerstraße über passive Maßnahmen.

    Im 1. Bauabschnitt liegen die Gebäudekörper z.T. nah an der Schlosserei im Überschreitungsbereich für Gewerbegeräusche. Der Schallschutz kann hier nur über die zeitliche Reihenfolge der Bebauung gelöst werden.

    Der geplante hohe Gewerbeflächenanteil generiert ggf. neue Lärmpunkte durch hinzukommenden Kunden- und Warenverkehr der jeweiligen Gewerbeeinheiten.

    Insgesamt vereint die Arbeit den Anspruch einer eigenständigen, aber nicht hermetischen Quartiersbildung mit guter Voraussetzung zur Bewältigung des Lärmschutzes, sowie robusten Nutzungsstrukturen und stellt einen qualitätvollen Ansatz zur Entwicklung des Quartiers dar.