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  • Preisgruppe

    Lageplan, © Blaumoser Architekten

    Architekten
    Blaumoser Architekten, Starnberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Albert Blaumoser

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: zaharias landschaftsarchitekten, München (DE)
    Modellbauer: Matthes Max Modellbau GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das städtebauliche Strukturkonzept sieht 4 orthogonale Baufelder vor, die das Studentenwohnheim und das Hochhaus integrieren. Die Baufelder sind in einen durchgehenden Nord-Süd und Ost-West gerichteten Grünzug eingebettet und ihre Anordnung formuliert einen windmühlenartig geprägten Binnenraum. Dadurch werden übergeordnet in Ost-West sowie sekundär in Nord-Südrichtung Anbindungen an die bestehenden Freiräume geschaffen. Es erfolgt eine Differenzierung in Innen- und Außenräume die miteinander verknüpft sind. Die Baufelder formulieren klare orthogonale Raumkanten zu den umliegenden Räumen. Innerhalb der Baufelder wird durch polygonale Knicks der Gebäude ein weicher, fließender Raumeindruck erzeugt nach dem Prinzip „harte Schale weicher Kern“. Die Gestaltung der Wege und Spielbereiche folgt dieser Konzeption. Durch eine Höhenstaffelung der Gebäude und Zäsuren wird die Bebauung plastisch belebt und akzentuiert. Öffnungen nach außen werden an den lärmintensiven Bereichen vermieden oder minimiert, zu den öffentlichen Binnengrünräumen werden breitere Fugen entwickelt. Die Bebauungsstruktur mit den gewählten Höhenstaffelungen erlaubt die Anlage privater Dachterrassen. Auf den Hauptdächern werden zusätzlich gemeinschaftliche und private Freiflächen angeboten.

    Mitarbeiter: Roland Essl, Michal Marsik, Sabrina Spanl

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Ausbildung von vier, leicht zueinander versetzten Baufeldern schafft sowohl innerhalb dieser Felder, als auch bezüglich der Verzahnung des Quartiers nach außen, eine gut proportionierte Grundstruktur. In Ost-West- und in Nord-Süd-Richtung bieten Grünachsen mit Erschließungsfunktion auch eine öffentliche Durchquerungsmöglichkeit.

    Die Abstufung von naturnahen Flächen ganz im Westen, bei Erhalt der zu schützenden Bestände, über intensive Spielwiese und „Urban Gardening“, hin zu einem Quartiersplatz im Osten, bietet eine gute Gliederung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

    Innerhalb der Baufelder wird die relativ zurückhaltende Höhenstaffelung gegenüber dem Hochhaus begrüßt. Die geschlossene Struktur zur Siemensallee hin ist aufgrund der Lärmbelastung nachvollziehbar, mit der Öffnung zum Grünzug verbleiben nach Norden eher zu kleine Baukörper im südlichen Baufeld. Die polygonale Baukörperausbildung wird im Verhältnis von Vermarktungskriterien und Raumqualität kontrovers diskutiert. Die Kleinteiligkeit der Baustruktur begünstigt die Teilbarkeit in Parzellen und Bauabschnitte. Die Erschließung der Blöcke über Wohnwege, jeweils von außen stärkt die Orientierung und ermöglicht weitgehend private Wohnhöfe im Inneren. Durch die relativ eng eingestellten Zeilenbaukörper im Inneren leidet allerdings die Großzügigkeit der Höfe.

    Die Parkplatztasche an der Siemensallee beeinträchtigt den Baumbestand und kann in dieser Form direkt südlich der Wohnbauten nicht überzeugen. Die Lage des Jugendtreffs hieran anschließend, scheint vor allem aufgrund der Lärmbelastung gewählt zu sein und ist stadträumlich nicht nachvollziehbar.

    Der massive Baukörper im Süden des Hochhauses bedrängt dieses räumlich zu sehr und ist so nicht vorstellbar. Gleichwohl sind die dort situierten Nutzungen zur Stärkung als Quartiersmitte gut nachvollziehbar. Die zu den Wohnhöfen orientierten Kindertageseinrichtungen könnten zu Konflikten führen.

    Insgesamt schafft die Arbeit eine klare Grundtypologie, wobei der Maßstab der Neubauten in Nachbarschaft zum Hochhaus zu Diskussionen im Preisgericht führt.