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  • Preisgruppe


    Landschaftsarchitekten
    zaharias landschaftsarchitekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Blaumoser Architekten, Starnberg (DE)
    Modellbauer: Matthes Max Modellbau GmbH, München (DE)

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Der wertvolle Baumbestand auf dem Grundstück bleibt weitgehend erhalten.
    Im Westen nimmt die Bebauung Abstand von dem geschützten Landschaftsbestandteil Siemenswäldchen und ein breiter Grünzug entsteht. Der Landschaftsbestandteil Siemenswäldchen wird in die geplanten Grünzüge integriert und durch weitere Baumpflanzungen gestärkt. Auch der Baumbestand entlang der Siemensallee bleibt als wertvoller Übergang zur Bebauung erhalten und gestärkt.

    Die öffentlichen Grünflächen sind landschaftlich gestaltet und erfüllen eine hohe Erholungsfunktion. Ein Wegesystem, vielfältige Aktionsflächen bieten intensive Erholungsmöglichkeiten, z.B. Flächen für Urban Gardening, Spiel und Sportflächen für Erwachsene und Jugendliche, Spiel- und Liegewiesen, Erholungsflächen im Grünen bei denen das Naturerlebnis in Spiel einbezogen werden kann.

    Der zentrale Grünzug in Ost West-Richtung verbindet die Wohnquartiere im Norden und Süden. Als urbaner Park ist es für intensive Freiraumnutzung gewidmet. Ein großer zentraler Spielplatz für alle Altersgruppen ist ein Magnet für alle Kinder und Erwachsene. Sitzmöglichkeiten, ökologisch angelegte, artenreiche Wiesen mit locker verteilten, transparenten Baumgruppen und dazwischen ausgemähten Rasenflächen für Spiel und Aufenthalt gliedern die zentrale Grünfläche und prägen den Charakter des Parks.

    Im Kern der Wohnquartiere ist private Gartennutzung im Erdgeschoss mit Übergang zu Gemeinschaftsflächen für Spiel, Gärtnern und Aufenthalt für die Bewohner geplant. Die großzügig bemessenen Freiflächen zwischen den Gebäuden ermöglichen eine gute Zonierungsmöglichkeit in den Übergangsbereichen zwischen privat und gemeinschaftlich genutzten Freiflächen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Ausbildung von vier, leicht zueinander versetzten Baufeldern schafft sowohl innerhalb dieser Felder, als auch bezüglich der Verzahnung des Quartiers nach außen, eine gut proportionierte Grundstruktur. In Ost-West- und in Nord-Süd-Richtung bieten Grünachsen mit Erschließungsfunktion auch eine öffentliche Durchquerungsmöglichkeit.

    Die Abstufung von naturnahen Flächen ganz im Westen, bei Erhalt der zu schützenden Bestände, über intensive Spielwiese und „Urban Gardening“, hin zu einem Quartiersplatz im Osten, bietet eine gute Gliederung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

    Innerhalb der Baufelder wird die relativ zurückhaltende Höhenstaffelung gegenüber dem Hochhaus begrüßt. Die geschlossene Struktur zur Siemensallee hin ist aufgrund der Lärmbelastung nachvollziehbar, mit der Öffnung zum Grünzug verbleiben nach Norden eher zu kleine Baukörper im südlichen Baufeld. Die polygonale Baukörperausbildung wird im Verhältnis von Vermarktungskriterien und Raumqualität kontrovers diskutiert. Die Kleinteiligkeit der Baustruktur begünstigt die Teilbarkeit in Parzellen und Bauabschnitte. Die Erschließung der Blöcke über Wohnwege, jeweils von außen stärkt die Orientierung und ermöglicht weitgehend private Wohnhöfe im Inneren. Durch die relativ eng eingestellten Zeilenbaukörper im Inneren leidet allerdings die Großzügigkeit der Höfe.

    Die Parkplatztasche an der Siemensallee beeinträchtigt den Baumbestand und kann in dieser Form direkt südlich der Wohnbauten nicht überzeugen. Die Lage des Jugendtreffs hieran anschließend, scheint vor allem aufgrund der Lärmbelastung gewählt zu sein und ist stadträumlich nicht nachvollziehbar.

    Der massive Baukörper im Süden des Hochhauses bedrängt dieses räumlich zu sehr und ist so nicht vorstellbar. Gleichwohl sind die dort situierten Nutzungen zur Stärkung als Quartiersmitte gut nachvollziehbar. Die zu den Wohnhöfen orientierten Kindertageseinrichtungen könnten zu Konflikten führen.

    Insgesamt schafft die Arbeit eine klare Grundtypologie, wobei der Maßstab der Neubauten in Nachbarschaft zum Hochhaus zu Diskussionen im Preisgericht führt.