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  • CH-9042 Speicher
  • 05/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-188662)

Arealentwicklung Unterdorf


  • 1. Rang


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    Architekten
    suter plus GmbH SIA, Zürich (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Häni Joho Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser des Projekts Uccellini schlagen sechs längliche Grossvolumina in einer Z-förmigen Komposition vor, die ein Total von 68 Wohneinheiten bieten. Sie generieren eine sehr grosszügig wirkende Umgebung mit zwei zentralen, dreieckförmigen Aussenräumen. Die Volumen sind durch die Zusammenfassung in Segmente und durch die Gliederung mit Giebeldächern und Grundrissversätzen sehr gut in die gewachsene Struktur und die gebaute Umgebung integriert. Qualitätsvoll ist die Art, in welcher das Motiv der Häuserreihe aus der lokalen Bautradition aufgenommen und auf diesen konkreten Ort angewandt wird. Die vorgeschlagene Grossform ist städtebaulich auf verschiedenen Massstäben sinnvoll.

    Eines der Volumen, im höchsten südwestlichen Teil des Perimeters gelegen, ist für Reiheneinfamilienhäuser vorgesehen. Diesem vorgelagert ist ein kleinerer Aussenraum, der sich nach Süden öffnet und durch seine Ausrichtung und Grösse einen diskreten Charakter ausstrahlt. Die restlichen fünf Volumen sind den Höhenlinien entlang angeordnet und bilden zusammen den zweiten grossen Aussenraum, einen für alle Dorfbewohner identitätsstiftenden zentralen Grünraum, der sich nach Norden zum Schlittelhang öffnet. Die nördlichste Hausreihe entlang der Buchenstrasse ist für den Verlauf der Schlittelpiste ungünstig lang. Die Südlichste wirkt in der Flucht der Strasse zu hoch.

    Mit der architektonischen Gestaltung soll die Identität des neuen Quartiers gestärkt und dieses in den Ortskern integriert werden. Entwickeln soll sich die Gestaltung aus den regional typischen gereihten Holzhäusern: mit ihrer Fassadengliederung, der Reihung der Fenster in Bändern und der Fügung der Materialien. Der Versuch der Verfasser, die Fassaden bereits konkret und detailliert zu entwickeln (was gemäss Wettbewerbsprogramm noch nicht erforderlich gewesen wäre), resultiert leider in einem allzu plakativen Ergebnis. Als besonders problematisch werden die durchlaufenden Balkone beurteilt.

    Erfinderisch und qualitativ hochwertig ist die aus der typischen Kammerung des Appenzeller Kreuzgrundrisses entwickelte Wohntypologie, die im Hinblick auf die Zielgruppen Familien und Kleinhaushalte sehr schöne und in der Grösse angemessene Wohnungen anbietet. Fragwürdig sind aber die vielen Stockwerke der Reiheneinfamilienhäuser.

    Der Zugang zur Sammeltiefgarage erfolgt effizient und direkt ab der Buchenstrasse unter das nördlichste Volumen. Die Gesamtanlage bleibt autofrei. Die Notzufahrt sowie der Umzugstransport erfolgen über den siedlungsumgrenzenden Zugangsweg. Die Garage ist von allen Treppenhäusern und den Reiheneinfamilienhäusern direkt zugänglich.

    Das Freiraumkonzept ist hinsichtlich Nutzung, Gestaltung und Ökologie noch wenig definiert. Die Position der Zugänge ausserhalb des Hauptgrünraums schwächt ihn in der alltäglichen Nutzung. Er ist momentan als ein fast kontemplativer Ansichtsraum gedacht und weniger im Hinblick auf die mögliche Verweil- und Begegnungsqualität.

    Das Konzept vereint hinsichtlich Charakter und Nutzung zwei Ansätze in Einem. Es ist möglich, die Reiheneinfamilienhäuser separat zu erstellen und sie zu verkaufen. Dabei lässt die Grundidee Anpassungen zu. Das gesamte Wohnungsangebot ermöglicht gemischte Wohnformen. Dank der Grossvolumina und der effizient angeordneten Garage kann ökologischer und preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden, wenn das sehr grosse Angebot an unterirdischen Nebenflächen reduziert wird. Eine gute Etappierbarkeit ist gegeben.

    Auf der Stufe des Ideenwettbewerbs ist das vorgestellte Konzept insgesamt sehr befriedigend. Die starke Grundidee, die konkret für diesen Ort und die Gemeinde Speicher erarbeitet ist, erlaubt Weiterentwicklungen und Konkretisierungen ohne Einbussen hinsichtlich der städtebaulichen Qualität. Eine Herausforderung bleiben die gestalterischen Ansprüche, die sich die Verfasser gestellt haben.


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