loading
  • 5. Preis

    Stadthalle

    Anzeige


    Architekten
    Kajus Daub Architekten, Stuttgart (DE)

    Mitarbeit
    Mitarbeiter: Andrea Ludwig, Dipl.Ing. (FH) Ulrich Daub , Dipl. Ing. Fachleute: Verkehrsplanung Link, Dipl. Ing. Christoph Link EMB Grafika, Elena Bohlmann, Visualisierung Maruki, Dipl. Ing., Modellbau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Idee

    Die stadträumlichen Qualitäten des Wettbewerbgebietes liegen insbesondere in der direkten Nachbarschaft zur Echaz und zur Altstadt.
    Der vorgeschlagene städtebauliche Entwurf geht von dem Gedanken aus, positive Wechselwirkungen in dieser Situation zu ermöglichen.

    Durch die Ausrichtung des Stadthallenkomplexes parallel zur Echaz und zur Altstadtkante gelingt es, zwischen Stadthalle und Altstadt einen neuen Stadtraum mit hohen Aufenthalts- und Freiraumqualitäten zu schaffen.
    Der wertvolle Freiraum der renaturierten Echaz wird durch eine Erweiterung und klare „Rahmung“ als städtisches Element hervorgehoben und erlebbar gemacht.
    Zugleich gelingt so eine enge Verknüpfung der Stadthalle und ihrer Freibereiche mit der Altstadt.
    Das über den Uferbereichen der Echaz schwebende Entrée der Stadthalle, verleiht dem neuen Konzerthaus eine angemessene Adresse.

    Die sich in Nord- Süd- Richtung entwickelnden Baumassen sind der Aufgabe angemessen.
    Während die große Stadthalle in der Nähe des Tübinger Tors, als einem wichtigen Altstadteingang, angesiedelt ist, erhebt sich nördlich an der Eberhardstrasse die Scheibe des Hotels mit dem Saal der geforderten Erweiterung. Lage und Bauform definieren zusammen mit dem ( Ersatz ) -Neubau auf der Nordseite der Eberhardstrasse ein Eingangstor in diesem Bereich.
    Die behutsame Einbindung des „Krankenhäusle“ in das Baufeld, unterstreicht den historischen Bezug innerhalb der neuen Nutzung im Gebiet.
    Das Forum mit dem Open- Air- Bereich erstreckt sich als logische Fortsetzung der südlich angrenzenden parkartigen Freiflächen ( Pomologie + Volkspark ) über das Wettbewerbsgebiet und schafft so einen „Grünen Übergang“ zu den nördlich angrenzenden Freiraumstrukturen und des Gustav- Werner- Platzes.

    Das Foyer der Stadthallen und der Bereich um das Krankenhäusle öffnen sich zu diesem Raum und erlauben so gewünschte Wechselwirkungen und ergänzende Aktivitäten.
    Während das Forum als eigenständischer Freibereich mit weniger altstadtverträglichen Nutzungen die notwendige Distanz zur historischen Stadt hält, öffnet sich der Baukörper der Stadthalle zur ruhigeren Seite der Altstadt hin und schafft somit eine einladende Geste.

    Die Entwicklungsfläche im äußersten Westen des Wettbewerbgebietes bietet die Möglichkeit für ein prägnantes mehrstöckiges Gebäude, das hier den Stadteingang aus Richtung Tübingen markiert.
    Gleichzeitig erhält die Fläche des Forums einen räumlichen Abschluss.
    Auf der gegenüberliegenden Seite der Eberhardstrasse wird vorgeschlagen die kleinteilige Bebauung durch einen Baukörper mit klarer Raumkante zu ersetzten.


    Erläuterungen zu den Freianlagen

    Die renaturierte Echaz bildet einen wirkungsvollen Kontrast zu den parallelen städtebaulichen Kanten der Altstadt und des Stadthallenneubaus. Die Flusslandschaft wird über Sitzstufen oberhalb der Ufer und über schwebende Terrassen und Stege erlebbar gemacht.

    Das Tübinger Tor erhält eine angemessene Vorfläche, indem das Auflager für den abzubrechenden Steg entfernt wird. Der Raum öffnet sich für die Besucher der Altstadt und leitet in umgekehrter Richtung in den Freiraum um die neue Stadthalle über. Auf der Südseite gelangt man über eine großzügige Verbindung in das Forum.

    Die Gestaltung des Forums nimmt Bezug zu den Gebäudekanten der Neubauten. Es wird eine zurückhaltende Differenzierung in Grün- und Belagsflächen in Form von Schotterrasen und wassergebundener Decke vorgeschlagen, die eine vielfältige Nutzung für Veranstaltungen erlauben. Sitzkanten überwinden den Geländeunterschied von Süden nach Norden.
    In der ersten Baustufe sorgt ein Baumhain aus raschwüchsigen Zitterpappeln für lichten Schatten an den Rändern der Veranstaltungsfläche.

    Im Norden und Süden schirmen Baumalleen das Forum zu den Straßen ab. Das Forum wird an die Fußgängerstege im Süden und an den Straßenübergang im Norden angebunden.


    Architektur

    Die Hallenelemente und das Hotel sind verbunden durch Foyerteile die sich über die ganze Länge zur Echaz und zur Altstadt öffnen.
    Im Inneren entsteht dadurch eine Erlebnislandschaft, die vielfältige Begegnungen ermöglicht.
    Durch die zur Altstadt vorgelagerten Wege sowie den Brücken über und Sitzstufen an der Echaz werden die bisher trennenden Elemente des Willy- Brandt- Platzes und der Echaz selbst zum Erlebnisbereich. Schon in der 1. Baustufe wird so eine identitätsstiftende Stadthallenbebauung erreicht, die zusammen mit dem anschließenden Forum auch generationsübergreifende Aktivitäten ermöglicht.
    Die Erweiterung Richtung Norden mit der 3. Halle, Hotel und Restaurant kann ohne Beeinträchtigung des dann bereits Vorhandenen erfolgen.
    Zwischenzeitlich kann diese Fläche problemlos als Parkplatz genutzt werden.
    Die Gebäudefläche an der Westseite des Geländes kann in jeder Entwicklungsphase bebaut und / oder verkauft werden.
    Es besteht die Vorstellung, dass im Sommer und / oder bei bestimmten Gelegenheiten die Foyer / Restaurantbereiche an Ost und Westseite großzügig geöffnet werden.
    Das durch großzügige Verglasungen gegebene architektonische Versprechen der Offenheit und Durchlässigkeit könnte so tatsächlich realisiert werden.

    Die Höhenentwicklung der Baukörper orientiert sich an der Altstadtkante entlang des Willy- Brandt und des Oskar- Kalbfellplatzes sowie an der Bebauung jenseits der Eberhardstrasse und der Konrad- Adenauer- Strasse.
    Die Höhe der Hotelscheibe ordnet sich der des Tübinger Tors unter, die Stadthalle erreicht eine Höhe von 11,20 m.
    Die Bebauung im äußersten Westen des Geländes markiert mit 14 Geschossen diesen wichtigen Stadteingang.
    Das äußere Erscheinungsbild ist im Wesentlichen geprägt durch hochwertige Sichtbetonflächen und Glas während im Inneren auch intensiv farbige Flächen und Holz angedacht werden.


    Akustik

    Lage der großen Konzerthalle und Raumform sichern gute akustische Werte. Die Halle liegt in großem Abstand zu den körperschallemitierenden Hauptverkehrsstrassen und öffnet sich nur zur ruhigeren Altstadtkante. Durch Situierung der Nebenräume an der Süd- Ostseite wird der Konzertsaal weiter abgeschirmt. Die trapezförmige Grundrissform begünstigt gute akustische Verhältnisse.
    Die Höhenentwicklung der Halle mit 8,50 m erlaubt problemlos den Einbau schalltechnisch wirksamer Elemente im Deckenbereich. Das Raumvolumen der Konzerthalle insgesamt liegt bei 8,30 m³ pro Person und damit im optimalen Bereich.
    Der Abstand der Zuhörer in der letzten Reihe ist für Konzerte immer noch sehr gut.


    Verkehrliche Anbindung und Erschließung

    Das gesamte Gelände ist im Erdgeschoss dem Fußgänger vorbehalten und autofrei. Nur die Versorgungs- und Rettungsfahrzeuge nutzen auch die Fußgängerebene.

    Mit der Stadthalle werden im 1. Bauabschnitt ca. 300 Plätze in einer eingeschossigen Tiefgarage mit Zu- und Ausfahrt an der Konrad- Adenauer- Strasse errichtet. Eine zweite Tiefgarage bietet weitere 300 Stellplätze unter dem Forum mit Zu- und Ausfahrt an der Eberhardstrasse an. Beide Garagen können miteinander verbunden werden. Über die vorgenannten Garagen werden im Hotelbereich zusätzlich ca. 72 Stellplätze erschlossen.

    Die Fuß- und Radwege orientieren sich an den bestehenden Verbindungen zur Altstadt, über die Eberhardstraße zur Weststadt und auf die Fußgängerbrücken über die Konrad- Adenauer- Strasse. Die wichtigsten Fußwege und Radfahrverbindungen sind die Achsen entlang der Echaz, die kreuzende Brücke über die Echaz und die breite Verbindung vom Tübinger Tor zum Forum. Nach Süden sind die Verbindungen zu den Schulen und zum Volkspark / Pomologie hergestellt, nach Norden setzt sich der Weg zwischen Forum und Hallen über die Eberhardstrasse Richtung westliche Stadteile und Westbahnhof fort. Fuß- und Radwegkonzeption gewährleisten eine optimale Anbindung der Stadthalle an die historische Altstadt und der Freiräume untereinander.

    Die Anlieferung für die Stadthalle und den Open- Air- Bereich befindet sich an der Südseite der Stadthalle. Der in Nord- Süd- Richtung verlaufende Fußweg zwischen Stadthalle und Forum ist für die Anlieferung und Notdienste befahrbar. Das Hotel erhält eine gesonderte Vorfahrt an der Eberhardstrasse. Die nur temporär belegten Stellplätze für Besucherbusse befinden sich im 1. Bauabschnitt auf der Erweiterungsfläche nördlich des „Krankenhäusle“, später am nördlichen Ende des heutigen Busbahnhofs.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

Anzeige