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  • DE Hannover
  • 10/2014
  • Ergebnis
  • (ID 2-201163)

Bothfelder Kirchweg


  • 1. Rang

    Hofstelle, © chora blau Visualisierung + Grafik

    Landschaftsarchitekten
    chora blau Landschaftsarchitektur, Hannover (DE), Hannover (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Markus Schmidt , Björn Bodem , Dr. Marcus Cordes , Manou Ney

    Mitarbeit
    Johannes Brinkmann

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AllesWirdGut, Wien (AT), München (DE)
    Architekten: laser architekten, Langenhagen (DE)

    Erläuterungstext
    Die historische Hofstelle mit zwei Bestandsgebäuden wird in das Quartier integriert. Die Typologie der Hofstelle wird zum Vorbild für die geplanten Wohngebäude. Jeweils zwei, klar ablesbare, zweigeschossige Wohnhäuser werden mittels gemeinsamen Laubengang zu einem L-förmigen Gebäude zu je acht Wohneinheiten verbunden. Ein halböffentlicher Hof bildet dabei das Zentrum dieser Nachbarschaft, private Gärten und der nutzbare Laubengang ergänzen das Freiraumangebot.

    Der Gedanke des gemeinschaftlichen Zusammenlebens wird im vorliegenden Projekt auf vielfältige Arten gefördert. Neben den Gemeinschaftsräumen entstehen großzügige öffentliche Flächen, die sich über Grün- und Spielbereiche bis in die halböffentlichen Wohnhöfe aufweiten. Der Hof – mit größerem Gemeinschaftsbezug – funktioniert zudem als Schnittstelle zwischen Nachbarschaft und Quartier.

    Die Höfe werden neben den beiden Gebäuden durch eine Sitzmauer gerahmt, an der sich ein Holzpodest als gemeinsamer Treffpunkt anschließt. Die zentrale Kiesfläche mit dem z.T. alten Baumbestand und den vorgelagerten Grünflächen bietet Flächenpotentiale des hausnahen Spielraums für Kinder, der durch das Angebot im nahegelegenen Anger ergänzt wird. Die natürlichen, warm wirkenden Materialien sind auf die Fassaden abgestimmt. Private Gartenbereiche schließen sich an den rückwärtigen Gebäudeflügeln an und sind in eine Rahmung aus extensiven Blühwiesenflächen gebettet, die einen weichen Verlauf im landschaftlichen Übergang zum Bothfelder Anger formulieren.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Entwurfskonzept wurde von innen nach außen entwickelt, wodurch eine überzeugende reduzierte Grundrissgestaltung erzielt wurde.

    Die Bildung von Kleinsthöfen unterstützt den Gemeinschaftsgedanken und fördert die Aneignung der Gemeinschaftsbereiche in den Gebäuden.

    Der Entwurf ist gebäudeplanerisch gut durchdacht und entwickelt sehr gute Grundrisslösungen. Die konsequente Minimierung der Wohnungsgrundrisse erhöht den Druck zum Teilen und generiert da-durch funktionsfähige Gemeinschaftsräume. Die Orientierung der Wohnungen zum Hof müsste im Sinne der Zielsetzung Gemeinschaftliches Wohnen (Freiflächenbezug EG ist zu sehr nach außen gerichtet) verbessert werden.

    Der Entwurf bleibt sehr konsequent unter den Raumgrößen der Förderfähigkeit. Jedoch ist das Ange-bot an großen Wohnungen (4-Zimmer-Wohnungen) zu gering und der Vorschlag für die Senioren-WG funktional nicht umsetzbar.

    Die städtebauliche Anordnung der Kleinsthöfe überzeugt die Jury nicht und müsste – auch in Hinblick auf die Einbeziehung der historischen Hofstelle – überarbeitet werden.

    Auch die Außenansicht der Gebäude und die gewählte Materialität werden kritisch angemerkt.

    Die Freiraumgestaltung und die Erschließungssituation (Stichstraße/Wendehammer) muss überarbeitet werden. Die Stichstraße mit der Anordnung der Parkplätze eignet sich nicht als Spielstraße und muss funktional getrennt werden.