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    Architekten
    Bollhalder Eberle Architektur, St. Gallen (CH), Zürich (CH)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: raderschallpartner ag landschaftsarchitekten bsla sia, Meilen (CH)
    Visualisierer: PLAY-TIME architectonic image

    Preisgeld
    66.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt schlägt die Setzung eines kompakten Baukörpers in direkter Fortsetzung der Anlage aus den 70er-Jahren vor. Die eingeschossige Höhenstaffelung reagiert subtil auf den Geländeverlauf und vermittelt zwischen der oberen Ebene des historischen Parks und der unteren Ebene des Schwemmlandes der Töss. Die präzise Ausbildung der Terrainkante als Terrasse, unter der sich auch der Werkhof befindet, schafft eine topografisch gute Einbettung des Neubaus. Mir ihrer sorgfältigen Setzung und der subtilen Höhenentwicklung nimmt die Erweiterung angemessen Rücksicht auf die Schutzobjekte und schafft ein aus denkmalpflegerischer Sicht überzeugendes neues Ensemble.

    Das zusätzliche Raumprogramm wird in einem geschickt gegliederten Volumen unter - gebracht: Zwei ineinander verschränkte Gebäudeflügel erlauben eine massstäblich proportionierte Ergänzung der bestehenden Anlage, wobei die spätere Erweiterung um zwei zusätzliche Stationen in einem dritten Flügel vorgesehen ist. Der Neubau ist auf der Hauptebene über eine Passerelle logisch an das bestehende Erschliessungssystem angeschlossen. An gleicher Stelle führt ein Nebeneingang vom Park aus zwar an Patientenzimmern vorbei, aber auf direktem Weg zum grosszügigen, zentralen Vorplatz mit Treppe und Liften. Von hier aus gelangt man zwei Etagen nach oben oder nach unten zum Westflügel mit vier Stationen und zum Ostflügel mit zwei weiteren Stationen samt Privatabteilung auf dem Dach. Die einzelnen Stationen sind genau durchdacht rund um nicht begehbare Lichthöfe organisiert. Die beiden Lichthöfe sind unterschiedlich dimensioniert und bieten je eigene Raumqualitäten. Sie benötigen allerdings noch eine sehr sorgfältige Gestaltung, um nicht als reine Lichtschächte zu wirken.

    Die streng gerasterte Fassade schafft hohe Flexibilität im Innern und ein repetitives, ruhiges Gesamtbild nach aussen. Eine sorgfältige tektonische Gliederung der Fassade aus weissen Betonelementen und grossen Fensterflächen in bronzefarbenen Rahmen verleiht dem Haus klassische Eleganz und vornehme Zurückhaltung. Die Umgebungsgestaltung schafft wechselnde Bezüge zu den angrenzenden Freiräumen. Unter Einbezug des historischen Parkfragmentes wird eine eigenständige, neue Parkgestaltung vorgeschlagen, die eine gut erkennbare Zugangssituation zur Wieshofstrasse etabliert. Auf der unteren Landschaftsebene wird der Raum durch ein rasterförmig bepflanztes Baumfeld bis zum Tösssaum aufgespannt und die Parkierung räumlich gut eingebunden. Die Zufahrt zu den Parkplätzen funktioniert im Zwischenzustand mit den bestehenden Bauten noch nicht.

    Im Innern befinden sich pro Ebene zwei Akutstationen; die Privatstation ist im obersten Geschoss auf einer Ebene angeordnet. Die Aufteilung der Akutstationen ist sehr gut gelöst: Die Stationen sind übersichtlich organisiert mit einer sehr zweckmässigen Raumanordnung, einem raschen, geschützten Zugang im Notfall, einem grosszügigen Intensivbereich und eingeschobenen Loggien als Stationsaussenbereiche. Nicht tolerierbar ist, dass der Aussenraum des Intensivbereichs nur via Isolationszimmer zugänglich ist. Die Privatstation verfügt über exklusive, grosszügige Räumlichkeiten im Wohnbereich und eine Dachterrasse als grossen Aussenbereich. Die Patientenzimmer sind hier jedoch nur geringfügig grösser als auf den Akutstationen, und es sind keine in die Station integrierten Aussenräume vorgesehen. Anbindung und Erschliessung des Gebäudes sind gut gelöst. Der Werkhof ist an das neue Gebäude angebaut, was zwar zu kurzen Wegen führt, aber wegen potenzieller Immissionen für Patienten und Mitarbeitende keine optimale Lösung darstellt.

    Zusammenfassend handelt es sich um ein sehr interessantes und sorgfältig durch - gearbeitetes Projekt, das die bestehende Anlage zurückhaltend ergänzt, betrieblich überzeugt und die Kostenvorgaben gut einhält. Für Patienten und Mitarbeitende ent - stehen attraktive, gut nutzbare und stimmungsvolle Räume im Dienste von Therapie und Genesung. Der vorgeschlagene Erweiterungsbau ergänzt die bestehende Anlage zu einem stimmungsvollen neuen Ensemble und bietet sehr gute Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb der erweiterten Klinik.


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