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  • 2. Rang

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    Architekten
    RWPA Rohrbach Wehrli Pellegrino Architekturagentur HTL ETH SIA GmbH, Winterthur (CH)

    Preisgeld
    50.000 CHF

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der heterogene Bestand mit dem hufeisenförmigen Hauptgebäude, der historischen Gartenparkanlage und dem Annex aus den 1970er-Jahren wird mit dem Projektvor - schlag FOSSI MATTO zu einer starken Gesamtform im Sinne des Weiterführens. Mit einem Rückgrat und zwei dazu orthogonalen Zeilen werden zwei gut proportionierte Hofräume gefasst, die sich zur unteren Landschaftsebene öffnen – eine stille Referenz zum Eingangshof des 19. Jahrhundertbaus. Der geschickt gegliederte Neubau ordnet sich mit den vier Geschossen in die Massstäblichkeit des bestehenden Ensembles ein und bildet präzise Bezüge zur Landschaft und zum historischen Park. Diese sinnfällige Grunddisposition ist zu einer etwas formalistisch axialsymmetrischen Gebäudefigur geformt, gibt dem stilistisch differenzierten Ensemble ein erkennbares «Gesicht» und schreibt sich als eigenständige Zeitschicht ein. Mit der Setzung der Baukörper, ihrer moderaten Höhenentwicklung und dem geschickten Einbezug der Grünräume wird den Anliegen des Denkmalschutzes Rechnung getragen.

    Ein landschaftlich anmutender Park mit unterschiedlichen Teilbereichen umgibt die Erweiterung und bindet die bestehenden Parkfragmente auf selbstverständliche Weise ein. In ihrer Vielfalt haben die einzelnen Motive wie Birkenwäldchen, Baum - reihe und Wasserbecken jedoch einen eher anekdotischen Charakter und vermögen keinen überzeugenden thematischen Zusammenhang zu schaffen. Unklar ist insbesondere die Wegführung beim eingezäunten Dementengarten. Die mittig durch den Park führende Erschliessungsstrasse schafft unnötige Immissionen und mindert die Aufenthaltsqualität. Die Situierung des Werkhofs im Landschaftsraum ist unverständlich. Dadurch wird der Bezug zum Flussufer geschmälert, und die notwendigen Fahr - bewegungen durch das Areal stellen eine erhebliche Störung dar.

    Das architektonische Erscheinungsbild ist geprägt von einer ausgewogenen Gliederung mit horizontalen Betonbändern und vertikalen, vorstehenden Betonstreben. Die variierende Strukturierung der Geschosse im Gebäuderücken bewirkt bis auf die nordseitig zu stark ausgreifende Ebene 1 eine angemessene Auflockerung. Der Holz - ständerbau wird im Innern in Eschenholz verkleidet, im Äussern bildet die eloxierte Aluminiumverkleidung als Füllung zwischen den Betonelementen eine ungewöhnliche Materialkombination. Das überhohe Erdgeschoss wird geschickt ausgenützt, um in der EG-Decke die Haustechnik-Erschliessung zu führen. Nicht nachvollziehbar sind dagegen die Niveausprünge vom Verbindungskorridor zur Station auf Ebene 0 und 1, welche die Klarheit der Wegführung wie auch den Betrieb stören.

    Die Gebäudeform ermöglicht eine gute Anordnung sowohl der Akutstationen als auch der Privatstation. Die architektonische Differenzierung der Privatstation bietet mehr Raum und höheren Standard sowie direkten Zugang zum Dachgarten. Für die Aussenbereiche der Akutstationen wird eine laubenartige Lösung vorgeschlagen. Die Erweiterung der zweiten Etappe wird als zusätzlicher dritter Kamm mit ähnli - cher Form vorgeschlagen – eine angemessene flexible Lösung. Die Aufteilung der langgestreckten Akutstationen mit den Nischen vor den Patientenzimmern ist wenig übersichtlich. Die Intensivbereiche sind gut positioniert und sehr gut nutzbar. Anbindung und Erschliessung des Gebäudes sind gut konzipiert, insbesondere an das Haus Grün. Pro Kamm ist jedoch nur ein Lift vorgesehen, und dieser führt direkt in die Stationen. Der Zugang für Notfälle ist geschützt und getrennt, der Notfallzugang auf der Station führt hingegen direkt in einen öffentlichen Raum.

    Der Wille zur Schaffung einer Gesamtanlage durch eine gut abgestimmte volumetrische Ergänzung ist beim Projekt FOSSI MATTO klar ersichtlich. Auf die grundsätzlich sehr anspruchsvolle Ausgangslage gelingt in vielen Bereichen eine angemessene Reaktion, die Kostenvorgaben lassen sich einhalten. Im Innern bedarf die im Grundsatz sinnfällige Nutzungsdisposition allerdings in etlichen Bereichen einer funktionalen Klärung. Die Situierung des Werkhofs ist unverständlich.


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