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  • DE-91052 Erlangen
  • 04/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-202215)

Wohnquartier Johann-Kalb-Straße / Schenkstraße


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten und Stadtplaner BDLA, Bockhorn bei Erding (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Rita Lex-Kerfers

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten, Stadtplaner: zillerplus Architekten und Stadtplaner, München (DE)

    Erläuterungstext
    Durch die neue bzw. ergänzende Bebauung entsteht ein neues stadträumliches Gefüge, das eine Neuinterpretation des Freiraums bedingt.
    Die Nahtstelle zwischen Stadt und Naturschutzgebiet wird nicht als hermetische Grenze ausgebildet, das „Grasland“ soll sich an dieser besonderen Situation in das Quartier hinein fortsetzen, wenn auch in einer artifizielleren Form.
    Die bislang weitgehend gleichwertigen und gleichartigen Freiflächen erfahren eine eindeutige Zuordnung und Zonierung. Die öffentlichen Freiflächen werden an der Schenkstraße konzentriert mit deutlichem Fokus auf den Quartierstreff und bilden somit das „Herz“ der Anlage.

    Durch die Situierung der Parkdecks zwischen den Zeilen erfolgt die Anhebung des Hofniveaus auf die EG-Ebene. Die Nutzung der neuen Hofflächen kann als private, direkt den EG-Wohnungen zugeordnete Freibereiche und Gemeinschaftliche Flächen für Spiel, Aufenthalt und „Urban Gardening“ erfolgen und kann wesentlich zur Bildung von Nachbarschaften beitragen. Die Abschirmung der privaten Bereiche erfolgt durch mobile Beete und Möblierung bzw. Oberlichtöffnungen. Die Anordnung von Erschließungskernen, Nebenräumen für Müll, Räder etc. im Bereich der neuen Bebauung erfolgt an den Stirnseiten der Höfe; die Zugänge zu den Höfen sind jeweils barrierefrei über Rampen und Treppen möglich. Sitzstufenanlagen mit Blick auf die zentrale Platzfolge bzw. in das Naturschutzgebiet stellen eine selbstverständliche Zonierung dar. Die Erschließung der Parkierungsanlagen soll vor allem von der Kalbstraße aus erfolgen, wodurch die Schenkstraße entlastet wird und zu einer verkehrsberuhigten Zone mit wechselseitig angeordneten Anger- und Platzflächen mit direkter Anbindung des Quartierstreffs umgestaltet werden kann.

    Die Neuprofilierung der Straßen beinhaltet auch die Anordnung von Besucherstellplätzen im Straßenraum sowie eine leichte Verschwenkung, um den Verkehr zu beruhigen. Die Neustrukturierung der Grünflächen zwischen den Hofbebauungen in Fortführung der Graslandschaft des Naturschutzgebietes erfolgt mit Gräser- und Staudenbändern, z. T. überlagert mit Sequenzen von mittelgroßen Blütenbäumen als räumliche Zonierung.

    Spielplätze für Kleinkinder sind jeweils den Höfen bzw. Eingangsbereichen zugeordnet, wo sie auch von den Treppenhäusern aus gut erreichbar sind. Als Spielbereiche für Schulkinder stehen der Anger und Quartiersplatz sowie der vorhandene Spielplatz nördlich des Kindergartens zur Verfügung. Hier können bei Bedarf auch Flächen für Mietergärten angeboten werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit erhält den Bestand in wesentlichen Teilen und schließt diesen durch Querriegel zu einer Blockbebauung.

    Dadurch wird eine hohe Dichte und große Anzahl von neuen Wohnungen erreicht. Die Stellplätze für die Wohnungen werden weitgehend in Tiefgaragen untergebracht, was jedoch aus wirtschaftlicher Sicht fragwürdig ist. Für die Hofbereiche gibt es dadurch nur eingeschränkte Begrünungs- und Nutzungsmöglichkeiten.

    Die Neben- und Gemeinschaftsräume sind der Wohnnutzung schlüssig zugeordnet. Die Verbindung zum Naturschutzgebiet ist gegeben. In der Schenkstraße wird der Straßenraum aufgeweitet, um Plätze zu gestalten. Durch die um den Platz führende Verkehrserschließung leidet jedoch die Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität der dort vorgeschlagenen Grünflächen.

    Der Baukörper im Nordwesten wird aus städtebaulicher Sicht positiv bewertet. Der quadratische Baukörper hat jedoch einige Schwächen in der Grundrissgestaltung.

    Die Gestaltung der öffentlichen und privaten Freiflächen kann nicht überzeugen.