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  • DE-81827 München
  • 05/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-202228)

Neubau eines Wohnquartiers in Perlach


  • 1. Rang Nach Überarbeitung


    Architekten, Stadtplaner
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Bormann

    Mitarbeit
    Mario Abel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Riegler Riewe Architekten ZT-GmbH, Graz (AT), Berlin (DE), Katowice (PL)
    Landschaftsarchitekten: lad+ landschaftsarchitektur diekmann, Hannover (DE)
    Modellbauer: Architekturmodellbau Shortcut - Modellbau, Frässervice, Laserservice, Berlin (DE)

    Preisgeld
    22.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser passen das neue Quartier mit klaren Kanten nach außen und einer großzügigen Öffnung zum Truderinger Wald sehr gut in die örtliche Situation ein. Die Übergänge zu den benachbarten unterschiedlichen Baustrukturen sind gelöst.

    Das Image des neuen Quartiers lebt einerseits von baulicher Dichte im Geschoßwohnungsbau und andererseits einem weiten Quartierspark mit einer nach Süden exponierten Promenade. Diese Promenade steht für eine langgestreckte, hochwertige Begegnungszone in Kontakt zum Park anstelle eines Platzes im Inneren des Quartiers – eine interessante Variante. Die begleitenden Erdgeschossnutzungen sind in der angegebenen Ausdehnung überzogen, lassen aber in Abschnitten der Promenade das gewünschte städtische Leben erwarten.

    Die zu hohe bauliche Dichte führt in Teilbereichen zu gravierenden Qualitätseinbußen, insbesondere hinsichtlich der Wohnqualität. Auch die Qualität der deutlich im Defizit befindlichen privaten Freiflächen leidet. Zum Park hin und nach Süden ergeben sich gute Wohnadressen.

    Die Erschließungsstraße des südlichen Baufeldes dürfte bei den baulichen Dichten und den zwischen den Gebäuden offen liegenden Tiefgaragenabfahrten nicht die von den Verfassern formulierte Qualität einer „Begegnungszone“ erreichen. Der Übergang in die freie Landschaft ist unvermittelt. Der Hochpunkt am Park wird im Preisgericht diskutiert. Mit der angebotenen Lösung scheint der optimale Gelenkpunkt zwischen Bebauung und Freiraum noch nicht gefunden.

    Die klare axiale Struktur der Erschließung führt im Übergang zum Karl-Marx-Ring im Norden zu einem deutlichen Qualitätsgefälle der nach Osten hochwertigen Promenadensituation. Die vom Auslober gewünschte Hauptanbindung des Quartiers an die Ständlerstraße ist zu gering dimensioniert und wird im Süden nicht mit den erforderlichen Radien geführt.

    Auch die öffentlichen Freiflächen befinden sich im Defizit, sind allerdings in ihrer Kompaktheit und Ausgestaltung gut nachvollziehbar. Eine öffentliche Verbindung vom Quartierspark zum Grünzug im Süden wird vermisst. Das zu knappe Nebeneinander von privaten Gärten und öffentlichem Grün an der südöstlichen Quartiersecke wird kritisch beurteilt.

    Aspekte der Nachhaltigkeit, wie großflächige, klimarelevante Grünverbindungen, der Erhalt des Baumbestands sowie ein großes Wohnungsangebot sind berücksichtigt.

    Der Beitrag besticht durch einen starken räumlichen Auftritt und eine gute Gliederung der Bauflächen um den zentralen Park. Mängel der Arbeit, wie die zu hohe bauliche Dichte und suboptimale Verkehrsführung ausgelöst werden, stehen einer Realisierbarkeit des wertvollen Beitrags entgegen.