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  • DE Karlsruhe
  • 04/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-6167)

Realisierungswettbewerb Zoologischer Stadtgarten


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    DÄRR LANDSCHAFTSARCHITEKTEN, Halle/Saale (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Architekturbüro Irmscher, Karlsruhe (DE), Halle/Saale (DE)

    Erläuterungstext
    Mit dem Knickpunkt der „via triumphalis“ wird ein städtebaulich besonders sensibler Raum der Stadt Karlsruhe beplant. Die künftigen Gebäudekanten des Elefantenhauses definieren den Knickpunkt stadträumlich neu und antworten auf die gegenüberliegende, der Ettlinger Straße folgende Bebauung. Gleichzeitig wird im Bereich der Verbindung Zooshop/Eingang und Tullabad ein Vorplatz geschaffen, der den neuen Eingang deutlich markiert.
    Die Gebäudekanten und die Erschließung des Wirtschaftshofes folgen dem abbiegenden Tiergartenweg. Die Begleitung der Ettlinger Straße durch das Elefantenhaus schafft auf Zooseite großzügige Tiefen für die Außengehege und rückt damit den Baukörper in den Hintergrund. Die Landschaft steht im Vordergrund.
    Einerseits wird damit die breite Parkanbindung des Stadtgartens an die Ettlinger Straße eingeschränkt, andererseits entstehen so klar definierte städtische Nutzungen, die durch den abgrenzenden Riegel erreicht werden. Lärmschutz, flächensparendes Bauen und verminderte Geruchsbelästigung sind nur einige Vorteile bei angemessener Qualität des Stadtraumes an der Ettlinger Straße. So konnte das historische Wege- und Raumsystem weitgehend erhalten werden bei gleichzeitiger Schaffung von neuen städtebaulichen Raumerlebnissen.
    Die Gestaltung der vier Eingänge bezieht sich sowohl auf angrenzende Themen des Stadtgartens als auch des Zoologischen Gartens.
    Es wurden Tierarten und Materialien gewählt, die zum einen der Bedeutung der jeweiligen Eingänge wiedergeben, zum anderen ganz formal auf die diesem Eingang nahe liegende Tierart und Gartengestaltungen hinweisen.
    Der Löwe als König der Tiere symbolisiert den Haupteingang im Süden bereits zu Beginn des „roten Teppichs“ als einladende Geste auf dem Bahnhofsvorplatz. In der Nähe erwartet den Besucher die neue Löwenanlage.
    Flamingos in Wasserflächen im städtischen Straßenbereich nehmen in ihrer Dimension Bezug auf die Kleinteiligkeit der angrenzenden Wohnquartiere und weisen bereits im städtischen Raum im Westen auf den gestalteten Stadtgarten und den Stadtgartensee mit seiner Vogelwelt hin.
    Der Eingang im Norden nimmt die Sprache des Festplatzes auf. Bänder verschiedener Bodenmaterialien schneiden den Platz und die Wasserinstallationen. Ein langes Band aus Grünzonen und Wasserflächen, auf dem grazil die Giraffen laufen, mündet in einer Grünen Woge in den Zoologischen Stadtgarten zwischen Nancyhalle und Schwarzwaldhalle. Eine Trennung zwischen beiden Hallen und dem Zoologischen Stadtgarten ist funktional mit dem Bau des Kassenbereiches unter der Woge möglich, ohne den Einblick in den sich öffnenden Park und weite Wasserflächen einzuschränken.
    An der Ettlinger Straße zwischen Elefantenhaus und Tullabad ist der Eingang Ost, das Elefantentor, integriert, ohne mit den städtebaulichen Wegebeziehungen zur Stadtgartenbrücke und dem Eingang des Tullabades in Konkurrenz zu treten.
    Der Eingang nimmt sich baulich zurück, erweckt jedoch mit Einblicken und lebensgroßen Elefantenplastiken im Straßenraum die notwendige Aufmerksamkeit der Passanten.
    Das Selbstverständnis zur Gestaltung von zeitgemäßen, tiergerechten Anlagen hat sich in den letzten Jahren dahingehend entwickelt, den natürlichen Lebensraum der Tiere möglichst naturgetreu wiederzugeben und dabei notwendige Konstruktionen, Bauteile und Absperrungen unauffällig und zurückhaltend zu integrieren, wenn nicht gar, wie bei der zukünftigen Löwenanlage vorgesehen, vollständig zu verstecken. Die begrenzenden Faktoren zur Umsetzung dieser Idee sind Sicherheit für Tier und Besucher, Klimafaktoren und zur Verfügung stehende Flächen. Auch in großen Anlagen können nur Lebensraumausschnitte nachempfunden werden, und bezüglich der Pflanzen kann der Gestalter bei Tierarten aus tropischen Gebieten nur aus dem Angebot der frostharten Arten solche auswählen, die in Wüchsigkeit, Struktur und Farbe der Illusion des natürlichen Standorts möglichst nahe kommen. So lässt die Kletterhortensie in zukünftigen ostafrikanischen Flusslandschaften tropisch anmutende Luftwurzeln aus der Höhe herunterpendeln oder die Korkenzieher-Robinie entwickelt im Alter in der ostafrikanischen Savannenlandschaft malerische schirmartige Kronen, die mit teilweise übermannshohen Gräsern unterpflanzt sind, wie z. B. die zahlreichen Sorten des Chinaschilfs. Natürlich müssen die ausgewählten Pflanzenarten auch einiges ertragen können und auf Verbiss, Tritt und andere Zerstörungsattacken willig mit Neuaustrieb reagieren.
    Doch nicht nur der Umgang mit Tieranlagen befindet sich derzeitig in Veränderung. Auch der Umgang und die Angebote für die Besucher haben sich grundlegend geändert. Zoologische Gärten müssen sich derzeitig dem Vergleich mit anderen Freizeiteinrichtungen stellen. Um diese Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen, reicht nicht die reine Präsentation der Tiere. Der Besucher muss beschäftigt, informiert, begeistert und unterhalten werden. Der Zoo muss sowohl Raum für individuelle Aktivitäten bieten als auch die Fantasie, die Gefühle und die Sinne der Besucher ansprechen. Er sollte beim Betreten des Zoos das Gefühl haben, eine Oase inmitten der Stadt vorzufinden und nach dem Zoobesuch noch lange an ein unvergessliches Abenteuer denken.
    Daher ist das wichtigste Ziel des Entwurfes, die Besonderheit der Verknüpfung von innerstädtischem Park mit einer Vielzahl von verschiedensten Naherholungsangeboten und einem Zoologischen Garten weiter zu entwickeln sowie hinsichtlich einer Ganztages- und einer Ganzjahresnutzung zu stärken. Die Ordnung und Ausformulierung der zahlreichen Vorgaben, die bereits eine Entwicklung in diese Richtung befördert, wurde durch die Idee einer Indoor-Spielanlage durch die Teilnutzung der Gartenhalle ergänzt, deren Kletterstrukturen bei schlechtem Wetter separat und bei schönem Wetter in Verbindung mit den Außenanlagen genutzt werden können. Türme, Kletterfelsen, Seilbrücken, Rutschen und andere Elemente verschiedener Schwierigkeitsgrade ermöglichen die Nutzung durch unterschiedliche Altersgruppen. Die beliebte Autobahn wurde wieder in die Außenspielanlage integriert und mit Spielhäusern und einer Sandtransportbahn für kleinere Kinder in der Nähe der Außengastronomie positioniert.
    Dieser Service hier in zweifacher Hinsicht – ich bekomme einerseits auf der Terrasse meinen Kaffee und andererseits können die Kinder problemlos beaufsichtigt werden - ist ein wesentlicher Faktor zur Erhöhung der Besucherzahlen. Ziel ist es, durch die räumliche und funktionelle Verknüpfung, gepaart mit gastronomischer Versorgung, die Dauer des Aufenthalts im Zoo bis hin zum Tagesausflug auszudehnen.
    Als neues, wichtiges Highlight wird für das Abenteuer ZOO in Zukunft die Erlebbarkeit des Lebensraumes Uferlandschaft im ehemaligen Tullabad fungieren.
    Beginnend in der Ebene der ebenerdigen Uferzone durchwandert der Besucher verschiedene Bereiche dieses Lebensraumes mit großzügigen Sandbereichen, Freigehegen, Terrarien und versteckten Felshöhlen, die in spannungsreicher Folge sofort erlebbar sind oder auf den zweiten oder dritten Blick entdeckt werden können.
    In der üppigen Pflanzenwelt führen Erlebnispfade unter Wasser bis hin zu den Baumwipfeln und lassen den Lebensraum in jeder erdenklichen Ebene erleben.
    Ein schmaler, gläserner Einschnitt durch die Uferlandschaft lässt den Besucher bis ins Detail sämtliche Bereiche erfahren: Tier- und Pflanzenwelt im Uferbereich, Flachwasserzonen mit den durch ihre Stelzwurzeln bekannten Mangroven bis hin zu den Unterwasserwelten der Uferbecken mit Reptilien und Fischen, teils in separaten Aquarien. Separate Terrarien geben im Untergeschoss Einblicke in den Lebensraum des Erd- und Wurzelbereiches.
    Über hölzerne Erlebnispfade werden dem Besucher die bereits ebenerdig wahrgenommenen Bereiche aus einer neuen und ungewöhnlichen Perspektive präsentiert. Ganz Mutige können sich vom ehemaligen Sprungturm aus bis in die Baumwipfel wagen. Eine Hängebrücke ermöglicht das Überqueren der Uferlandschaft. Sie mündet auf der zum Lebensraum Felshang umgestalteten Tribüne, die mit ihren Höhlen, Felsspalten und Pflanzen einen besonderen Lebensraum für Vögel bietet. Sitzmöglichkeiten entlang des Weges laden zum Verweilen und Beobachten ein. Der Erlebnispfad führt nun wieder abwärts und bietet aus sicherer Distanz Einblicke in Terrarien mit Riesenschlangen. Der dschungelartige Bewuchs lässt immer wieder bewusst gelenkte Einblicke in Freigehege der Reptilien und gut getarnter Baumbewohner zu.
    Mittendrin ermöglicht das unmittelbar angrenzende Zoorestaurant ein Wahrnehmen dieser Erlebniswelt beim Verschnaufen aus sicherer Distanz hinter Glas oder tagsüber sogar in der Tropenhalle selbst vor dem Restaurant.
    Thematisch und inhaltlich sinnvoll sind die Verknüpfungen der Tropenhalle mit dem Informationszentrum, der Wechselausstellung, der Zooschule und dem Restaurant. Im funktionalen Ablauf sind Durchdringungen möglich und gewünscht. So könnten Besucher im Rahmen einer Ausstellung oder des Unterrichts der Zooschule direkt durch die Tropenhalle geführt werden. Das Restaurant wird besonders am Abend durch die Einzigartigkeit der Einblicke in die Tropenhalle, in Teile des Elefantengeheges und in die Weite des Zoologischen Stadtgartens zur Erlebnisgastronomie.
    Das Anheben der Beckentiefe ermöglicht die Schaffung einer zweiten Ebene unter dem großen Schwimmbecken im Untergeschoss. Die so geschaffenen Flächen können die umfangreiche Wasseraufbereitungs- und Filtertechnik sowie die notwendigen Lüftungsanlagen aufnehmen. Weiterhin entstehen ausreichend Flächen für Lager, Werkstätten und Tierhaltung im Untergeschoss.
    Die Technikbereiche im Riegel unter dem Zooshop lassen eine Verbindung der haustechnischen Erfordernisse für Elefantenhaus und Tropenhalle zu.
    In den Außenanlagen des neu zu gestaltenden Zoobereiches wurde weitgehend darauf verzichtet, dem historischen Wege- und Raumsystem eine vollkommen neue gestalterische Handschrift entgegenzusetzen. Ziel war es, unter Berücksichtigung von Erhaltung, behutsamen Eingriff und Abrundung neue Räume, Sichten, Wegeverbindungen und Funktionen mit zeitgemäßer Gestaltungsqualität zu definieren, die sich harmonisch mit dem Vorhandenen verbinden.
    Die große Wiese, die zusammen mit dem nördlichen Teich und der langgestreckten, den ganzen Park überspannende Fußgängerbrücke der Anlage eine wohltuende Großzügigkeit und freie Mitte verleiht, wurde geschont. Die angrenzenden Anlagen wurden so konzipiert, dass sie soweit wie möglich Bestandteil dieser großzügigen Landschaft werden. So wurden z. B. die Elefantengehege an diesen sensiblen Stellen ganz bewusst mit den ohnehin notwendigen Wasserbecken abgegrenzt. Die schrägen, aber doch steilen Wände des Wasserbeckens ermöglichen ein Minimum an bepflanzter Fläche zwischen Besucher und Elefant. Die internen Gehegeabgrenzungen wurden in Form von Felsen so gestellt, dass sie den Einblick über die Wiese nicht verstellen. Die Baumstämmen ähnelnden Betonstelen erzeugen unter den gegebenen Sicherheitsaspekten größtmögliche Transparenz.
    Ein wichtiges Themenfeld, das, wo es möglich war, im wahrsten Sinne des Wortes ‚Hinter den Kulissen’ angeordnet wurde, stellt die Ver- und Entsorgung der Elefantenanlage dar. Sie wurde über den Wirtschaftshof mit der Anlage für Kropfgazellen und Trampeltiere gekoppelt. Einerseits sollte sie soweit es geht vor den Blicken der Besucher verborgen bleiben und andererseits müssen die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter aktuellen Standards entsprechen sowie die Abläufe reibungslos funktionieren. Daher wurde beim Entwurf der Elefantenanlage eine kurze, direkte Zufahrt von außen geplant, die auch Tiertransporte per Container und Kran bis ins Gehege ermöglicht, ohne die durch die Besucher genutzten Anlagen zu tangieren.
    Von starken städtebaulichen Raumkanten definiert, entwickelt sich, ähnlich der riesigen Säuger die sie beherbergt, eine Halle in Richtung Park, deren organische Form sich vom übrigen Stadtraum abgrenzt ohne dabei in den Vordergrund zu treten zu wollen. Da Wand und Dachflächen homogen von einem Material überzogen sind lässt sich seine Dimension vom Auge nur schwer erfassen und Raumfluchten lösen sich auf. Der Baukörper soll Interesse wecken auf sein Inneres.
    Die große Halle im Inneren wird durch rautenförmige, der Tragkonstruktion folgende, Oberlichter aus UVdurchlässiger PE-Folie beleuchtet und setzt die Tierfläche in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Herde der Elefanten zeigt sich dem Besucher auf seinem Rundweg, welcher das Gehege umschließt aus verschiedenen Blickwinkeln, wobei der Badebereich der Riesen der wohl aufregendste bleibt.
    Da in den Sommermonaten das Gebäude von seinen Bewohnern oft verweist ist, wird der Besucher auf dem Rundweg auf das Galeriegeschoss über den Elefantenboxen geführt. Hier erhält er, wenn auch nur eingeschränkt, Einblick auf die großen Freianlagen und den Stadtgarten, und ihm werden Multimedial die komplexen Lebensräume verschiedener Tierarten, ihre Entstehung und das Zusammenwirken von Mensch und Natur mit all seinen Problemen näher gebracht. Auf der Ebene der Galerie kann er dass Gebäude verlassen und seinen Rundweg über ausgedehnte, intensiv begrünte Pflanzflächen in Richtung Tullabad fortsetzen.
    Vom nördlichen Eingang kommend, wurden vor der Gartenhalle der Spielweg und der Streichelzoo eng miteinander verzahnt. So ist es möglich, durch Hängebrücken, die im Bereich der Wegequerung so geschlossen sind, dass ein Absturz ausgeschlossen ist, von außen bis ins Streichelgehege zu kommen. Je nach Tierbesatz können, z. B. bei Schafen, die Erwachsenen mit Kinderwagen und Großeltern das Streichelgehege bequem über speziell ausgebildete Gitterstege betreten.
    Das Gebäude wurde so gegliedert, dass sich sowohl Rückzugsbereiche für die Tiere ergeben als auch Bereiche mit direktem Besucherkontakt.
    Drei Besucherbereiche gliedern den Baukörper und sind jeweils separat von außen zugängig. Dies führt zur Teilung der Besuchermengen und erhöht die Zahl der Erlebniswelten.
    Geräte und Sattelräume befinden sich direkt gegenüber den einzelnen Tierbereichen, sorgen für kurze Wege und ermöglichen „Arbeiten im Streichelzoo“ für die Besucher. Die Anbindung des Streichelzoos über kurze Wege zu Spielplatz und Gastronomie bietet Kindern die Möglichkeit, ohne direkte Beaufsichtigung von Eltern Streichelzoo und Spielplatz zu „erobern“.
    Wichtig wäre, die künftige Neuordnung mit einem gut verständlichen Informations- und Orientierungsleitsystem zu untersetzen, dass die verschiedenen Lernebenen (Kinder/Erwachsene/Experten) berücksichtigt werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Stadträumlich orientiert sich der Entwurf an der Via Triumphalis; die Neubauten
    nehmen dabei die Raumkanten an der Ettlinger Straße auf und reagieren behutsam
    auf die städtebauliche beengte Situation.
    Die Baumasse wird in Einzelkörper gegliedert und erzeugt, bezogen auf die umgebende
    Solitärbebauung der einzelnen Hallen, eine angemessene Maßstäblichkeit.
    Die Arbeit selbst gliedert die Gehege klar vom Eingang Nord kommend in Streichelzoo,
    Spielplatz, Gehege für Elefanten, Kamele und Kropfgazellen. Die große
    Wiese bleibt fast unberührt, nur der Spielplatz springt über den Weg.
    Die Lage der Gehege für die Kropfgazellen und Trampeltiere inklusive der Stallungen
    ist nicht optimal, aber vertretbar.
    Auch wenn der durch die Elefantenhalle entsprechende Platz knapp bemessen und
    die Zugangssituation unbeholfen erscheint, so scheint der Eingang Ettlinger Straße
    (\"Elefantentor\") grundsätzlich günstig zwischen Elefanten, Zooshop, Gastronomie
    und Tullabad.
    Die Elefantenanlage selbst ist optimal gegliedert. Bestechend sind bei dem Entwurf
    die Organisation der Betriebsabläufe mit einem sehr günstig gelegenen, separaten
    Betriebshof zwischen dem Stall der Kropfgazellen und Trampeltieren bzw. der Elefanten.
    Der Besucherbereich erstreckt sich über die Gesamtlänge des Elefantenhauses, störende
    Blickkontakte zwischen den Besuchergruppen werden dabei vermieden. Der
    Ausstellungsbereich im Obergeschoss ist über eine Treppe und Fahrstuhl behindertengerecht
    erreichbar. Die Verbindung der Elefantenhalle über die Dachterrasse zum
    Tullabad lässt eine gut nutzbare und gewünschte Verbindung zu.
    Die Anordnung der Innengehege für die Elefantenkühe und -bullen sowie des Badebeckens
    ist sehr gut gelöst. Innenboxen mit Zugang zu Innen- und Außengehege
    und Pflegergang sind mustergültig.
    Ein konstruktiv interessantes Flächentragwerk lässt eine angenehme Belichtung des
    Innengeheges erwarten.
    Das Tullabad ist im Bereich Restaurant, Terrasse, Zooschule, Infozentrum, Technik
    und Nebenräume gut gegliedert.
    Der Besucherbereich der Halle fällt im Hinblick auf die Besucherqualitäten etwas ab.
    Eine Optimierung erscheint möglich. Das Dach der Halle muss geöffnet werden.
    Die Nutzung der Gartenhalle als zusätzlicher Kinderbereich stellt ein interessantes
    Angebot dar. Die gewünschte Nähe von Restaurant, Kinderspielplatz und Streichelzoo
    ist vorhanden, publikumswirksame Elemente können erhalten werden. Unverständlich
    erscheint jedoch die unsichere Lage der Stallungen für den Streichelzoo
    unmittelbar vor der Fassade der Gartenhalle.
    Der Entwurf bietet für die äußere Gestaltung der Baukörper ein differenziertes Angebot
    von architektonischen und gestalterischen Elementen, die sich wiederspiegelt in
    einer Vielzahl von Einzelmaterialien. Es entsteht ein Gestaltungsmix, der im Widerspruch
    zu der ansonsten sehr klaren und funktional stringenten Lösung der Aufgabe
    steht.
    Beurteilung Denkmalpflege:
    Tullabad: Fragwürdig sind die Veränderung der Südterrasse, die Beseitigung der
    Kasse, die teilweise Verstellung bzw. Neuverkleidung der Ostfassade.
    Freiflächen: Der Erhalt der großen Wiese mit ihren Pergolen ist besonders zu begrüßen,
    die Teilnutzung als Spielplatz erscheint als denkbar. Die Stellung des Stalles
    des Streichelzoos stört den freien Blick vom Eingangsbereich in den Stadtgarten,
    aber auch den Blick auf die Schwarzwaldhalle.
    Eine angemessene Klarheit und Einfachheit, die funktional sehr überzeugenden und
    maßstablich gut proportionierten Baukörper prägen das schlüssige Entwurfskonzept.
    Die Arbeit stellt daher eine ausgewogenen, sensiblen und wichtigen Beitrag für die
    weitere Entwicklung des Zoologischen Stadtgartens in Karlsruhe dar.