loading
  • DE-77787 Nordrach
  • 07/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-192226)

Neugestaltung Ortsmitte


  • 3. Preis

    Lageplan Entwurfsgebiet, © Station C23

    Anderes Planungsbüro
    Station C23 - Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau, Leipzig (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Michael Rudolph , Prof. Dr. Sigrun Langner

    Mitarbeit
    Beatrice Puschkarski, Sebastian Pietzsch

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Scherzer Architekten Partnerschaft, Nürnberg (DE), Leipzig (DE)

    Erläuterungstext
    Die Ortsmitte Nordrach wird als neu gestaltete Platzfläche definiert, die alle wichtigen Gebäude und Freiräume miteinander verbindet.

    Sie wird begrenzt durch einen „Rahmen“ aus Pfinztäler Sandstein, welcher an den verschiedenen bestehenden Freiräumen anknüpft und diese miteinander verbindet. Gleichzeitig werden an diesem Rand die bestehenden Höhenunterschiede auf unterschiedliche Art und Weise bewältigt sowie verschiedene Richtungen und Blicke betont. Die bestehende nördliche Brücke wird erhalten und integriert, eine neue Fußgängerbrücke am südlichen Platzrand verbindet die beiden Ortshälften an der Nahtstelle zwischen Kirchenportal und Park.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Ortsmitte von Nordrach wird stadträumlich, gedanklich mit einem Rahmen gefasst. Dieser widerspiegelt sich in der Wahl der Oberflächenmaterialien und, wo topographisch möglich, durch Mauerelemente, Sitzstufen und Treppenanlagen. Städtebaulich wachsen die Kirche, das Rathaus, Pfarrhaus und Pfarrheim zusammen. In den Übergangsbereichen zum Festplatz und im Bereich südlich des Pfarrhauses wirkt dieser „Rahmen“ sehr theoretisch.
    Die Auseinandersetzung mit dem Kirchumfeld, der neuen Lage des südlichen Fußgängersteges und die Einbindung der umgebenden Nutzungsstrukturen wie Friedhof und Kurpark wirken angemessen und auf den Ort reagierend.
    Die Aufweitung des Straßenraums nach Süden und die platzartige Situation vor dem Pfarrheim werten diese Bereiche und somit die Ortsmitte auf.
    Der Umgang mit dem Uferbereich der Nordrach vor der Kirche mit einem uferbegleitenden Weg wird kritisch hinterfragt und in seiner Machbarkeit angezweifelt. Die Setzung des Pavillons als westlichen Abschluss des Festplatzes wirkt überzeugend und schafft differenzierte Nutzungsmöglichkeiten. Der Entwurfsgedanke von vier Inseln im Kurpark schafft interessante Nutzungsangebote unterschiedliche Charaktere, erscheint jedoch sehr urban und in der vorhandenen örtlichen Situation leicht überzogen. Die Integration der Hangsituation zur Grundschule stellt einen guten Beitrag dar und schafft heute fehlende Bezüge.
    Die Stärke der Arbeit liegt in ihren Übergängen, Schnittstellen von Kirchplatz zu Kurpark, Friedhof und südlicher Ortsmitte. Die Gestaltung des Kirchumfeldes wirkt wohltuend, in Teilbereichen fast selbstverständlich und überzeugt in ihren Nutzungsangeboten und Funktionalität.
    Bedauerlicherweise sind diese wichtigen räumlichen, funktionalen Schnittstellen nicht immer barrierefrei oder nur kompliziert barrierefrei zu nutzen.
    Ein Entwurfsbeitrag für die Ortsmitte von Nordrach, der sich intensiv mit der vorhandenen Situation auseinandersetzt. Leider werden einige Gestaltungselemente, Ausformungen, der übergeordneten Theorie des ‚Rahmens‘ untergeordnet. Die Arbeit stellt einen überzeugenden, selbständigen Beitrag für die gestellte Aufgabe dar.