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  • AT-6060 Hall in Tirol
  • 06/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-187567)

Hospizhaus


  • 3. Preis

    Hospizhaus Tirol

    Architekten
    Petzi+Petzi Architekten, Oranienburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sven Kloecker , Jens Petzi

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: svenundjens architekten, Oranienburg (DE)

    Erläuterungstext
    DER HOF
    Der ummauerte Garten geschlossen nach den 4 irdischen Himmelsrichtungen und offen zum Himmel bietet einen geschützten, intimen Außenraum innerhalb des Gebäudes. Ein Ort der Ruhe und Geborgenheit, verbunden mit der Natur. Er bildet das Zentrum des Gebäudes und erschließt sich über die beiden Geschosse des Gebäudes. Er bildet einen Kontrast zur Offenheit des Erdgeschosses und bietet einen Ort der Ruhe und des Rückzuges. Der Hof integriert eine gefasste Natur, die den Bewohnern des Hauses ihre starke Bindung zur Natur mit ihren vier Jahreszeiten bewahrt.

    DER WEG
    Die öffentlichen Wege, die das Gebäude umfließen werden im Gebäude fortgeführt, sodass das Haus als ein öffentliches Gebäude wahrgenommen wird und sich in seine Umgebung einfügt und sich mit ihr verbindet.

    DER RUNDGANG
    Die Hospizstation ist um den großzügigen zentralen Hof organisiert. Ein Rundgang mit Aufenthaltsbereichen billdet Möglichkeiten im Gebäude spazieren zu gehen und sich an verschiedenen öffentlichen und hallböffentlichen Plätzen aufzuhalten. Somit wird die Mögllichkeiten gegeben, ein soziales Leben innerhalb des Hauses zu führen.

    DER FILTER
    Ein vorgehängter Balkon dient als Filter und Übergang zwischen Außen- und Innenwelt der Hospiz. Er kann
    durch die Bewohner der Hospiz zugezogen werden, sodass eine möglichst große Privatheit im Innern der Zimmer entsteht. Der Balkon schafft räumliche Distanz, kann das natürliche Sonnenlicht gesteuert filtern, stellt einen privaten Außenraum mit Bezug zur Realwelt her und schafft überdeckte Bereiche im Erdgeschoss.

    DIE FUNKTIONEN
    Die öffentlichen Bereiche wie Tageshospiz, das mobile Palliativteam und der Bildungs- und
    Verwaltungsbereich befinden sich im Erdgeschoss. Die Funktionsbereiche werden um den Hof gruppiert. Das obere Geschoss wird als reines Stationsgeschoss konzipiert, wobei der Holzkörper auf dem transparenten Erdgeschoss aufliegt. Somit wird die funktionale Verteilung in der Gestaltung des Baukörpers klar ablesbar. Im Erdgeschoss die transparenten und öffentlichen Funktionen, die in ihrer Materialität robust und flexibel
    gestaltet werden. Das Holzkörper im Obergeschoss schwebt wie ein eigenstaändiger Baukörper über dem Gelände und bietet eine warme Atmosphäre.
    Umsetzungen Empfehlungen
    Im Westen befindet sich der großzügige Haupteingang mit Vorplatz, Annahme und Back-Office schließen direkt an den Vorplatz an und können den Eingang. sowie das Foyer überschauen. Vom Foyer ist direkt das Cafe mit nebenliegendem Aufenthaltsbereich für die Tageshospiz einsehbar, die an den Innenhof anschließen und bei entsprechenden Witterungsverhältnissen in diesen erweitert werden können.
    Alle Funktionen im Erdgeschoss werden um den Hof gruppiert, wobei die Aufenthalts- und Ruhezonen direkt zum Hof orierntiert werden. Das Cafe wird direkt neben den Aufenthaltsbereich der Tageshospiz positioniert, damit eine große offene Zone möglich wird. Beide Bereiche verbinden sich mit dem Haupteingang. Vom Foyer erreicht man über eine großzügige Hauptstiege das erste Obergeschoss mit der Palliativstation. Die
    Hauptstiege verbindet das Foyer im Erdgeschoss mit der Ankunftszone mit Annahme und Pflegestützpnkt im Obergechoss. Dort führt sie direkt auf eine Aufenthaltszone als Ankunfts- und Verabschiedungsort. Außerdem bindet sie direkt an den Hof an. Alle Zimmer werden nach Süden, Osten und Westen orientiert, wobei die Büros und Nebenräume nach Norden orientiert werden. Die Aufenhaltszonen wie Raucherraum und Wohnküche werden nach Süden direkt zum Innenhof orientiert und sind zum Hof hin öffenbar. Der Innenhof ist von verschiedenen Seiten zu erschließen. In die umliegenden Freibereiche gelangt man direkt über die Hauptstiege und Foyer oder über die nördlich gelegene Stiege in den nördlichen Garten. Die Organisation und Gestaltung des Gebäudes berücksichtigt auf verschiedene Weise die Anforderungen an eine Hospiz. Es entsteht ein Gebäude, das verschiedene Einrichtungen unter einem Dach zusammenfasst, sie um einen Hof auf zwei Ebenen gruppiert und vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten bietet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der vorgeschlagene rechteckige Baukörper präsentiert sich ruhig und angenehm gelassen. Das Erdgeschoß – obwohl jetzt übersichtlicher und klarer gestaltet ‐ kann nach wie vor nicht überzeugen. Die Eingangssituation ist unbefriedigend gelöst. Die beiden Eingänge – wovon nur der westliche mit einem Empfang ausgestattet ist, sind nahezu gleichwertig ausgeführt und von außen nicht zu unterscheiden. Zwei Haupteingänge sind nicht gewünscht.
    Das Obergeschoß hinterlässt einen freundlichen, einladenden Eindruck. Die Aufenthaltsqualität und Lesbarkeit der Zimmerzugänge wird durch die nischenbildenden Bäder erhöht. Die Zimmer mit den großzügigen, gut nutzbaren Loggien werden positiv bewertet. Ebenso die großzügigen allgemeinen Aufenthaltsbereiche rund um den Innenhof.
    Der vorgeschlagene Außenbereich im Innenhof im 1. Obergeschoß ist großzügig angelegt. Die Ausloberin hinterfragt jedoch die Nutzbarkeit. Fehlende gedeckte Flächen und allseitige Einsehbarkeit ermöglichen nicht jene Aufenthaltsqualität, welche die Bewohner des Hauses benötigen.
    Das vorhandene Potential des Ortes wurde in der Konzeption der Außenbereiche kaum genutzt.
    Trotz der an sich funktionalen und positiven Grundüberlegungen ist die Konzeption noch zu sehr den tradierten Vorstellungen von Pflegeheimen folgend.