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  • DE-55130 Mainz
  • 06/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-184647)

Heiligkreuz-Areal


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner, Düsseldorf (DE), Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Städtebau
    Die grundsätzlichen Strukturen sind durch den Rahmenplan bereits entwickelt, die das Areal in spezifischer Weise in die Stadt einbinden: Gewerbe wird das Gesicht nach außen zu den übergeordneten Straßen bieten, Wohnen muss nach innen ins Quartier hinein eigenständig Kraft für einen kleinen Stadtteil entwickeln. Dieser Entwurf bindet beide Zonen, die funktionalistisch auseinanderzufallen drohen, über mehrere Mittel zusammen:
    - Quartiersplätze verbinden als Entrees geschickt beide Zonen.
    - Das Wege- und Straßennetz wird aus der Umgebung heraus entwickelt, es verzahnt mit den angrenzenden Stadtteilen, „verwebt das neue Quartier mit dem Stadtgrundriss“ und „löst die bestehenden Grenzen auf“. Diese Zielsetzung aus dem Erläuterungsbericht wird eingelöst, darin liegt eine Stärke dieses Beitrags.
    - Das Grundpattern an Baufeldern wird sowohl für die Gewerbezone – Baufelder, Plätze und Parkplätze – an der Hechtsheimer Straße als auch für das Wohnquartier geschickt dimensioniert. Obwohl durch Straßen getrennt, reagieren beide Nutzungszonen aufeinander. Allein die vielen Zufahrten von der Hechtsheimer Straße werden kritisch diskutiert.

    Das Kreuz zweier Grünachsen verbindet in die Nachbarschaften und gliedert das Quartier intern in Einzelquartiere. Im Kreuzungspunkt wird in der Tiefe des Quartiers eine Grüne Mitte entwickelt, die sehr selbstverständlich lokalisiert ist und an der sich viele Wege kreuzen werden: eine Chance, dass sie auch belebt sein könnten. Diesbezüglich kommen allerdings auch Zweifel auf: Die Subquartiere erhalten ebenfalls kleine Nachbarschaftsplätze, die einzelnen Baublöcke Wohnhöfe im Inneren. Entreeplätze, Grüne Mitte, Quartiersplätze, Wohnhöfe: Ist dies nicht alles zu viel? Wer soll alle diese öffentlichen Räume beleben?

    Damit kommt ein zweites Problem auf: Sieht man von den Planeinträgen ab, sind alle gleich dimensioniert, ob innen oder außen, ob öffentlich oder privat. Allein die grüne Mitte ist deutlich größer, nimmt aber den recht großen Freibereich eines Kindergartens mit auf. Auch im Modell sind keine Unterschiede zu erkennen, allein die Bäume sind unterschiedlich eingefärbt und geben Hilfe. Das grüne Kreuz ist dann kaum noch erkennbar, nimmt es doch auch noch die Erschließung der angrenzenden Gebäude auf. Oder werden diese über die Wohnhöfe erschlossen, was wiederum eine Schwächung der privaten Innenzonen bedeuten würde? Die Pläne bleiben hier etwas blass und schwer lesbar.

    Realisierbarkeit in Bauabschnitten ist gut gegeben, die einzelnen Subquartiere erleichtern dies vortrefflich.

    Die vorgeschlagenen Baufeldstrukturen sind wirtschaftlich und funktional gut umsetzbar. Die Erschließung ist nur schematisch dargestellt. Es erfolgen auch Erschließungen über die Innenhöfe. Der zweite Rettungsweg wird ebenfalls über die Innenhöfe nachgewiesen. Dies reduziert die Innenhofqualität. Die dargestellten Gebäudekörper lassen nicht immer eine Wirtschaftlichkeit zu. Im Entwurf ist ein vielfältiger Wohnungsmix dargestellt.

    Die Handelsnutzungen im EG sind zu stark in Einzelbaukörper aufgelöst. Es sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Schlecht ist die fußläufige Zuwegung der Handelsnutzung über die öffentliche Zufahrtsstraße zum Parkhaus.

    Das Gewerbegebiet weist unterschiedliche Kubaturen aus, deren Vermarktbarkeit realistisch erscheint. Die Lage der Tankstelle und Systemgastronomie wurde gegenüber der Auslobung verändert. Sofern eine Sichtbarkeit der Tankstelle vom Heiligkreuzweg gegeben ist, ist das aus Sicht der Projektentwicklung realisierbar. Die Zuwegungen von der Hechtsheimer Straße sind sinnvoll.

    Den Verfassern gelingt ein gut strukturierter Entwurf, der im Einzelnen dann doch auf optimale Gebäudeabstände hin optimiert zu sein scheint und damit das städtebauliche Potential der öffentlichen Räume schwächt.