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  • 2. Preis


    Architekten
    Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschafts- / Umweltplaner: Siegmund und Winz Landschaftsarchitekten, Balingen (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Struktur
    Die orthogonale Struktur der Stadtmitte steht im Kontrast zur ursprünglichen Entwicklung des Ortes entlang eines Wasserlaufes sowie einer überregionalen Wegeverbindung als Straßendorf.
    Die orthogonale Struktur der Ortsmitte wurde konsequent über Jahrzehnte entwickelt und ergänzt.
    Geprägt wird der Ort durch horizontal geschichtete Gebäude im Bereich des Marktplatzes sowie zwei neuen großen Gebäudevolumen an der Sallancher Strasse.

    Entwurfsansatz
    Die neue Stadtmitte charakterisiert zwei dominierende Platzbereiche - den Marktplatz sowie den neue entstehenden Platzbereich Sallancher Strasse. Die beiden Plätze weisen jeweils ähnliche Größenverhältnisse und Raumdimensionen auf.

    Die Gestaltung der beiden Platzbereiche folgt städtischen Grundsätzen, auf Rasenflächen wird verzichtet. Die Höhendifferenz zur Hauptstrasse wird durch eine klare Kante sowie eine großzügige Treppenanlagen definiert. Als signifikantes Element wird eine Stadtloggia entlang der Hauptstrasse gestellt. Das Pendant findet sich als raumbildendes Element auf dem Platz an der Sallancher Strasse, hier in der Funktion des Busbahnhofes.

    Diese beiden Bereiche werden durch einen prägnanten Natursteinbelag in fließenden Räumen miteinander verbunden.
    Die Platzbeläge werden konsequent über die Haupt- und Sallancher Strasse geführt um den Verkehr zu verlangsamen und die Platzbereiche in Gänze erleben zu können. Der Blick in die Platztiefe bis zum Rathaus ist von der Hauptstrasse aus möglich, um die Ortsmitte für den Fahrverkehr erlebbar zu machen.

    Im südlichen Rathausbereich wird die Bebauung verdichtet. Der Rathausparkplatz erhält somit eine fassbare Dimension.

    Rathaus
    Die Erschließung des Rathauses wird, soweit dies möglich, in das Erdgeschoss verlegt. Dort wird das Bürgerbüro mit Orientierung zum Marktplatz vorgeschlagen.
    Die hier ansässige Kreissparkasse kann an einem neuen Platz an der Sallancher Strasse eine prägnante Stellung einnehmen.

    Stadtloggia
    Die Stadtloggia übernimmt nicht nur städtebauliche, platzbildende Funktionen sie lädt durch die räumliche Geste ein, den Marktplatz zu betreten. Sie kann ebenso zu einem Ort für Veranstaltungen wie Konzerte, Openairkino o.ä. werden. Hierfür dient ein temporärer, textiler Raumabschluss in Form eines Vorhangs („Curtain Wall“ im eigentlichen Wortsinn) die den Marktplatz von der Hauptstrasse abtrennt und für den Zeitraum von Veranstaltungen einen Bühnenbereich definiert.

    Passagen
    Die Aufwertung der Passagen erfolgt durch die eingesetzten durchgängigen Natursteinbeläge. Mooser Muschelkalk in den Passagen 2,3 und 4, Basaltplattenbelag in der Rathauspassage sowie Passage 1. Eine Abhängung der Deckenbereiche auf eine durchgängige Raumhöhe mit weißem Anstrich sowie eine brillante Beleuchtung mit warmen Lichtfarben gibt den Passagen einen durchgängigen Charakter und ein angenehmes Ambiente.

    Material
    Die Beläge der Platzbereiche werden zur Wahrung der Durchgängigkeit in großformatigem Betonoberbelag vorgeschlagen, dieser ist auch im Bereich der Fahrbereiche für Schwerlastverkehr geeignet. Die Verbindung der Platzbereiche in Ost-Westrichtung erfolgt über einen Basaltplattenbelag in matt schimmerndem Anthrazit. Die Verknüpfung der Parkierungsbereich in Nord-Süd Richtung durch die Passagen wird mit Mooser Muschelkalk belegt um eine Homogenität mit den Betonbelägen zu erhalten.


    Grünkonzept

    Hauptplätze
    Der bestehende markante Baumbestand von Hauptstraße und Marktplatz, bestehend aus Linden und rot blühenden Kastanien wird weitestgehend erhalten und fortgeführt. Sie prägen weiter das Erscheinungsbild dieses zentralen Bereiches.
    Für die Bepflanzung des neu entstandenen Platzes im Bereich Sallancher Straße, Busbahnhof und Post werden Kirschen und Robinien vorgesehen. Durch eine bewusste Hinzunahme von neuen, vom bestehenden Baumbestand abweichenden, Baumarten wird die Entstehung eines neuen Platzes mit eigenem Charakter unterstützt. Sie bieten im Frühling einen auffallenden Blüh- und Duftaspekt und unterscheiden sich vom Bestand durch ihr leichteres Erscheinungsbild.

    Parkplätze
    Die Plätze erhalten ein jeweils einheitliches Baumdach, am Rathausparkplatz aus Ahornbäumen und am Parkplatz an der Stadthalle in Anlehnung an den Bestand aus Eichen.

    Dachlandschaft
    Der für Spaichingen bedeutende Marktplatz soll in seiner Großzügigkeit so bestehen bleiben. Der damit verbundene hohe Versiegelungsgrad wird durch eine Begrünung der Dachflächen kompensiert. Die Dachflächen der ersten Ebene werden als private Dachgärten, Dachterrassen, Cafe und Restaurants genutzt und erhalten eine intensive Begrünung mit Gräsern und Stauden (Miscanthus und Carex-Arten, Lavandula, Alchemilla, Papaver, Allium und Hemerocallis-Arten). Sie bilden zusammen mit den extensiv begrünten Dächern der oberen Stockwerke eine grüne Dachlandschaft. Es ist vorgesehen die einzelnen Dachflächen jeweils als homogene Grünstruktur (Lavendelfeld, Grasteppich, Mohn- oder Tulpenfeld etc.) zu gestalten.

    Beleuchtung
    Das Beleuchtungskonzept orientiert sich an den beiden Dachbereichen der Stadtloggia und des Busbahnhofes durch Reflektion der Unterleuchtung. Die Verbindung dieser beiden Lichtpunkte erfolgt über Lichtstehlen.
    Für die Platzbeleuchtungen wird die Unterleuchtung der Bäume durch Uplights vorgeschlagen.

    Bauliche Verdichtung
    Zur baulichen Verdichtung der Stadtmitte wird die Aufstockung des Postgebäudes sowie die Aufstockung des Gebäudes Marktplatz 5 vorgeschlagen. Nach durchgängiger Erschließung der zweiten Ebene können hier z.B. Praxen an den Markplatz angebunden werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.