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  • DE-50825 Köln
  • 07/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-191128)

Grund- und Gesamtschule Heliosgelände


  • 1. Preis

    Grund- und Gesamtschule Heliosgelände, © Arge Schilling | Lohaus + Carl

    Landschaftsarchitekten
    Lohaus · Carl · Köhlmos PartGmbB Landschaftsarchitekten · Stadtplaner, Hannover (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Sören Meyer, Klaus-Peter Lorenz

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Schilling Architekten, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Gebäude reagiert angemessen auf die verschiedenen Seiten des umliegenden Quartiers. So entsteht an der Ecke zum Ehrenfeldgürtel eine Erhöhung der Baumasse durch das Platzieren der kleinen Turnhalle im 3. OG. Die weitere Entwicklung an der Vogelsanger Straße lässt eine dichte, viergeschossige Baumasse entstehen, die zwei signalhafte Unterbrechungen ausweist: eine im Bereich des Durchgangs/Haupteingangs und die andere als nach Süden gerichteter Pausenhof der Primarstufe. Das Projekt stellt eine kluge Korrespondenz von Innen und Außen her.

    Zum Quartiersplatz ist die Baumasse in den ersten zwei Ebenen ruhig und gleichzeitig selbstbewusst. Die großzügige Orientierung der Mensa am Platz gewährleistet dessen Belebung optimal und suggeriert weitere öffentliche Nutzungsmöglichkeiten. In den Obergeschossen zeigt die Gebäudemasse die feinere Körnung der Lernlandschaften, diesmal durch Außenräume punktiert, und lockert die Baumasse angenehm auf.

    Die Position und Ausprägung des Eingangsbereichs unterstützt das städtebauliche Konzept. Es entsteht ein vielfältig nutzbares, lebendiges Entree. Durch das Nebeneinanderliegen der Mensa, des Foyers und der Aula wird eine durchmischte kommunikative ‚Landschaft‘ geschaffen, die sich in der Breite und Tiefe des Gebäudes streckt und den ‚inklusiven‘ Gedanken in den öffentlichen Bereichen ablesen lässt. Trotz der kompakten Bauweise, gelingt es durch eine geschickte Gliederung, Außenflächen und Licht in das Gebäude einzubringen.

    Die architektonische Sprache ist sachlich und direkt. Durch die geschickte Platzierung des Pausenhofs, die Position des Auditoriums über dem Durchgang und die Lage der Turnhalle an der Ecke Ehrenfeldgürtel, entsteht eine charaktervolle Signalhaftigkeit des Gebäudes in der Stadt. Die Materialität ist reduziert auf geschosshohe Verglasung und einen hellen Beton, der sich in das post-industrielle Umfeld gut einfügt. Die ablesbaren Auditorien in den Pausenhöfen unterstreichen den plastischen Charakter der Nahtstelle zwischen Innen und Außen.

    Werkstätten und Ateliers sind im EG an den Außenwänden gruppiert, was der gewollten pädagogischen Nutzung entspricht. Mensa und Pädagogisches Zentrum sind optimal angelegt. Die Sporthallen sind gut zugänglich, unabhängig vom Schulbetrieb. Die Lernlandschaften sind sehr gut konzipiert und hervorragend mit Auditorien und Außenflächen verbunden. Es sind aber in Teilbereichen funktionale Verbesserungen notwendig: Die Universitätsräume sollten mit der Verwaltung getauscht werden, da die Verwaltung näher im Kern der Schule platziert sein sollte. Auch sollen die Universitätsräume näher an Außenbereichen platziert werden. Die Cluster Naturwissenschaften erscheinen als ‚zu sehr gereiht‘. Hier müsste eine stärkere Clusterung und Durchlässigkeit erreicht werden. Die Lernlandschaft Primarstufe kann nachgebessert werden durch eine Teilung in zwei Bereiche.

    Die angegebenen Baukosten sowie BGFa- und BRI-Werte liegen im Wettbewerbsdurchschnitt.

    Zusammenfassend bietet der Verfasser ein ausgewogenen, stimmungsreichen, städtebaulich und architektonisch überzeugenden Beitrag, der das Umfeld aufwertet und den pädagogischen Belangen im Allgemeinen gerecht wird.