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  • DE-81829 München
  • 06/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-176403)

Neubau Wohnanlage mit Gemeinbedarfseinrichtungen und Gewerbe


  • ein 1. Preis

    Visualisierung, © Henchion Reuter Architekten, Berlin

    Tragwerksplaner
    EiSat GmbH, Eisenloffel, Sattler + Partner, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HENCHION REUTER ARCHITEKTEN, Berlin (DE), Dublin (IE)
    Landschaftsarchitekten: Marcel Adam Landschaftsarchitekten, Potsdam (DE)

    Preisgeld
    27.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit folgt im Wesentlichen den städtebaulichen Vorgaben des Bebauungsplans.
    Ein privat geprägter Innenhof dient den Bewohnern als Rückzugs- und Kommunikationsraum abseits
    der umgebenden, belebten Platz- und Erschließungsflächen. Die Ausstattung und Zonierung des
    inneren Hofraums erscheint schlüssig, jedoch wird die gleichförmige quantitative und qualitative Ausbildung
    der Grün- und Freiflächen kritisch hinterfragt. Einerseits erscheint der Erschließungsanteil
    hoch, andererseits wird der hohe Durchgrünungsgrad positiv gesehen. Dachgärten werden ausschließlich
    auf dem nördlichen Bauteil angeboten und sind in Teilen nicht direkt zugänglich. Der formulierte
    Anspruch einer außergewöhnlichen Gestaltung müsste im Detail noch nachgewiesen werden.

    Die Nutzungszuordnungen in der Erdgeschosszone sind gelungen. Insbesondere wird die Situierung
    der Stadtteilbibliothek am U-Bahn-Aufgang als einladender Auftakt begrüßt. Die Bespielung der nördlichen
    Platzseite mit Juqendcafe, Gastronomie und Verkaufsstätten trägt zur gewünschten Belebung
    der Platzflächen bei.

    Die Anordnung der Hauszugänge auf der Hofseite erscheint in dieser Konsequenz schlüssig. Mit neun
    Treppenhäusern werden die Wohnbereiche sinnvoll erschlossen. Die teilweise dunklen Stichgänge
    könnten ggf. etwas verkürzt werden. Die Wohnungsgrundrisse sind sehr gut durchgearbeitet und zoniert.
    Die Fassadenversprünge ermöglichen nicht nur geschützte Freisitze, sondern auch eine mehrseitige
    Orientierung einzelner Räume. Die Raumtiefen ermöglichen eine gute Belichtung.

    Kritisch gesehen wird die divergierende Ausarbeitung der Fassaden. Während die Platzfassade nach
    Süden durch Loggien und Sichtschutzbehänge maßstäblich gegliedert ist, erscheint die angedeutete
    Nordfassade besonders im Hinblick auf den ohnehin wenig abwechslungsreichen Straßenraum der
    Willy-Brandt-Allee geradezu ungestaltet. Auch die Fassaden zur östlichen Vorplatzfläche müssen
    sorgfältig detailliert werden, um nicht zu schematisch zu erscheinen.

    Aufgrund der kompakten Erschließungssystematik und einer klaren Grundrissstruktur, die sich in einem
    günstigen Verhältnis von Wohnfläche zu Grundfläche niederschlägt, ist eine wirtschaftliche Herstellung
    des Gebäudes sichergestellt. Die GF entspricht den Vorgaben, ebenso wie der WohnungsschlüsseI.
    Die MülIräume im Keller bedürfen einer Abweichung. 120 Fahrradabstellplätze fehlen. Etwas
    fraglich erscheint, dass der zentrale Fahrradraum die maximale Distanz zur TG-Rampe aufweist.

    Der Schutz gegenüber dem Anlagenlärm wird an der Westseite durch Schallschutzloggien sichergestellt.
    Durch die Laubengangerschließung an der Nordseite sind hier keine schutzbedürftigen Räume
    angeordnet. Die Kastenfenster der Azubi-Wohnungen nach Osten hin lösen ebenfalls die Schallschutzanforderungen.

    Insgesamt ist der Beitrag in vielen Aspekten gut durchgearbeitet. Im Hinblick auf die qualitativ unterschiedliche
    Fassadengestaltung und Teile der Hof- und Dachflächen besteht allerdings noch deutlicher
    Vertiefungsbedarf.