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  • DE-55116 Mainz
  • 10/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-185465)

Bahnhofstraße – Münsterplatz – Schillerstraße


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
    Architekten
    GEORG • SCHEEL • WETZEL ARCHITEKTEN, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Lützow 7 Müller Wehberg Landschaftsarchitekten, Berlin (DE)

    Preisgeld
    3.250 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Leitmotiv der Arbeit – die Differenzierung zwischen linearem städtischem Boulevard und funktional sowie gestalterisch hervorgehobenem Platz – ist städtebaulich überzeugend. Kritisch gesehen wird, dass die als Stadteingang bezeichnete Platzsituation (Münsterplatz) gestalterisch versucht die funktionale Zäsur durch die Verkehrsflächen des MIV und ÖPNV zu verschweigen. Konstatiert wird jedoch, dass der neue ‘Platzteppich‘, auf dem mehrere Kirschhaine als raumbildende Kulisse eingesetzt werden, eine deutliche Verbesserung der räumlichen Situation bewirken. Insbesondere die Arrondierung der dadurch entstehenden Teilräume findet die lobende Erwähnung der Jury. Insgesamt wird die Gehölzverwendung aus Bestand und Neupflanzung städtebaulich und artentypisch als gelungen und angemessen bewertet. Lediglich die Gehölze vor der Sparkasse werden aufgrund des geringen Abstandes zur Fassade kritisch betrachtet. Die gärtnerischen Elemente im Bereich der Baumscheiben (Münsterplatz) erscheinen für den stark frequentierten Ort unangemessen und zu wenig robust. Der sogenannte Funktionsstreifen', der die erforderliche Grundausstattung aus Stadtmobiliar und nfrastruktur aufnimmt, wird positiv bewertet und unterstützt die lineare Boulevardführung. Die Wartehallen fördern mit ihren bodentiefen Glas-Wandscheiben den zurückhaltenden und transparenten Eindruck der großzügigen Fußgängerachse. Leider ist die Barrierefreiheit in vielen Teilen nicht ausreichend gegeben. Neben der angemessenen Positionierung und Dimensionierung der Warteunterstände wird auch die einseitige Anordnung der Abspannmasten für die Oberleitung des ÖPNV lobend erwähnt. Kritisch bewertet wird hingegen der niveaugleiche Ausbau im Bereich der ÖPNV Trasse. Darüber hinaus wird in der ausgearbeiteten Variante die notwendige Bauklasse der ÖPNVTrasse nicht gewährleistet. Aufgrund des Konfliktes mit der Leitungsinfrastruktur muss auch der Brunnenstandort in Frage gestellt werden. Die separate Be- und Entladespur in der oberen Bahnhofstraße ist aus verkehrstechnischer Sicht für die Anlieger positiv zu bewerten. Insgesamt handelt es sich bei der Arbeit im Realisierungsteil um einen guten, tragfähigen Lösungsansatz mit klarer Funktionstrennung im Straßenraum. Der Beitrag lässt durch seine präzise Ausformulierung eine hochwertige Umsetzung erwarten. Im Ideenteil wird er dem Anspruch, einen hoch-frequentierbaren urbanen Raum zu schaffen jedoch nur unzureichend gerecht.