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  • DE-96465 Neustadt bei Coburg
  • 07/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-191124)

Neugestaltung Marktplatz mit Umfeld


  • Anerkennung

    © pape+pape

    Architekten
    pape+pape architekten, Kassel (DE), Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Preisgericht begrüßt den mutigen Ansatz der Verfasser, welche die Freiheiten des Ideenteils großzügig auslegen und die Mediathek als eingeschossigen, in das Gelände geschobenen Riegel ausbilden. Die hieraus resultierende Platzfassung des Marktes ist architektonisch eindeutig und stark, wird aber hinsichtlich der funktionalen, räumlichen und organisatorischen Konsequenzen durchaus strittig diskutiert und teilweise negativ bewertet.

    Während die grundsätzliche Dualität von hartem, klar gefassten Platzbereich und landschaftlichem Kirchenumfeld nachvollzogen wird, scheinen die Doppelbaumreihen entlang der westlichen Bauflucht diesem Konzept eher entgegenzustehen. Es resultiert ein sehr schmaler, lang gestreckter Freiraum, aus dem heraus die St. Georg-Kirche nur noch (im oberen Turmbereich / eingeschränkt) sichtbar sein wird. Die dargestellte Perspektive zeigt die Geländesituation mit einem überhöhten Augpunkt und überspielt damit den räumlichen Konflikt. Auch wird die Zugänglichkeit vom Marktbereich zu Kirche und Kirchgarten nur über den Glockenberg ermöglicht, was die räumlich-visuelle Teilung der im Lageplan noch harmonisch verbundenen Milieus verschärft. Die Verkehrsführung über Georg-Langbein-Straße und Glockenberg und die zentrale Anordnung der Stellplätze belegen zudem genau die, dem Publikum im Alltags- und Festgebrauch zur Verfügung stehenden und von der Mediathek aufgewerteten öffentlichen Bereiche, was wiederum konzeptionell unverständlich bleibt.

    Wenn man abschließend konstatiert, dass bei diesem Beitrag der frei interpretierte Ideenteil quasi als bauliche Voraussetzung für die Umsetzung des Realisierungsteils angesehen werden muss, scheinen die Chancen einer zeitnahen Implementierung des Entwurfs gering.

    Gleichwohl eine couragierte Arbeit, die einen überraschend anderen Blick auf die Wettbewerbsaufgabe einer Neugestaltung des Marktbereichs von Neustadt ermöglicht.