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  • 2. Preis

    Perspektive_Blick Ehrenzeller Platz zum Stadtpodest/Café -------------------------------------------------- Detail Stadtpodest/Café_Ansicht/Schnitt (Oms 1:25)

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wich architekten, München (DE)

    Preisgeld
    3.750 EUR

    Erläuterungstext
    _Städtebauliche Ausgangssitution und planerische Zielsetzung
    Der Ehrenzellerplatz liegt zentral im Siedlungsgebiet von Altendorf. Als öffentlicher städtischer Raum ist er bestandteil der von Ost nach West verlaufenden Grünverbindung. Durch die neu errichtung des Landschaftsparks im \'Kruppschen Gürtel\' erfährt die Grünverbindung eine wesentliche Aufwertung und wird sich zum zentralen, siedlungsinternen Erschließungselement entwickeln. Um so wichtiger wird demnach die Ablesbarkeit der Grünverbindung als Gesamtes, als eine Partitur aus Plätzen und Grün geprägten Strukturen. Vor allem die Plätze übernehmen hierbei die Funktion des Überleitens in das städtische Gefüge.

    Unser Entwurf begreift den Ehrenzellerplatz zum einen als Bestandteil des beschriebenen Grünzuges, zum anderen jedoch als eigenständigen städtischen Platzraum für seine unmittelbare städtische Umgebung. Hieraus möchten wir zwei grundsätzliche Prinzipien der Gestaltung ableiten:

    1. Integration_Zur Stärkung der übergeordneten Grünverbindung erhält der Ehrenzeller Platz eine durchgehende und angemessene Begrünung mit hochtämmigen Bäumen. Diese versteht sich als kulissenartige Fortführung der beidseitig an den Platz anschließenden Grünkorridore.

    2. Identifikation_Zur klaren Ablesbarkeit der Platzfläche wird diese mit einem einheitlichen Bodenbelag versehen. Die Eigenständigkeit des Ortes \'Ehrenzeller Platz\' im Stadtraum wird herausgestellt.

    _Platzgestaltung und Nutzungskonzept
    Die Platzgestaltung orientiert sich am Vorgefundenen sowie der Besonderheit der beschriebenen stadträumlichen Ausgangssituation. Letztere lässt den Platz derzeit nicht als zusammenhängendes Ganzes erscheinen. Grund hierfür ist v.a. die fehlende räumliche Fassung des Platzes durch Lücken in der Randbebauung. Die bestehende Begrünung führt räumlich die anknüpfenden Grünverbindungen in den Platzraum, ohne diesen selbst zu strukturieren. Der bestehende Kiosk bedingt durch seine Randlage führt zu keiner platzinternen Bereichsgliederung.
    Zielsetzung der Umgestaltung ist eine Klärung und Definition der vorgefundenen räumlichen Situation unter weitestgehender Berücksichtigung der vorgefundenen Potentiale:

    1. Platz- und Strassenraum werden als eigenständige Bereiche definiert. Hierbei wird der Strassenraum eindeutig den Gebäuden zugeordnet. Der Platzraum grenzt sich durch einen einheitlichen Belag sowie der gleichmäßigen Begrünung mit hochstämmigen Bäumen unter Einbezug der bestehenden Vegetation ab.

    2.Der bestehende Kiosk wird saniert durch die Zuordnung zum Stadtpodest wird er zum eigenständigen und maßstabsgebenden Element mit klarer Orientierung zum Platzraum. Die gastronomische Einrichtung wird beibehalten. Freisitze werden auf dem Stadtpodest mit Blick über den Platz angeboten.

    3. Die Platzeinbauten werden auf das Stadtpodest, den Sitzplattformen sowie zwei Trinkbrunnen beschränkt. Sämtliche Einbauten erhalten eine einheitliche Material- und Formensprache. Das Stadtpodest ist zugleich Bühne und kann für verschiedene Veranstaltungen inszeniert werden. Die Sitzplattformen integrieren sämtliche infrastrukturelle Einrichtungen für die Marktnutzung.

    4. Die beschriebnen Gestaltungselemente verleihen dem \'Ehrenzeller Platz\' seine eigene Atmosphäre, die ihn ganz klar von seinem Gegenüber, dem Kirchenvorplatz der kath. Kirche Maria Himmelfahrt unterscheidet. Letzterer erhält als einladende Geste eine grosse Freitreppe mit klarer Ausrichtung zum Ehrenzeller Platz. Ein Baumdach unterstreicht die stadträumliche Zusammengehörigkeit der beiden Platzanlagen.

    _Materialität und Formgebung
    Die Materialität wird auf wenige, einfache, robuste und dauerhafte beschränkt. Als Bodenbelag werden großformatige Betonplatten in unterschiedlichen Formaten (Erdfarben) vorgesehen. Die Platzeinbauten der 1.Ebene (Sitzplattformen, Stadtpodest, Trinkbrunnen) werden als faservertärkte Betonfertigteile (caramelfarben) erstellt. Zusammen mit der Klinkerfassade des Kiosk\'s wird dem Platz eine warme Farbkomposition zu Grunde gelegt, die auch in direktem farblichen Bezug zum gegenüber, dem Kirchenvorplatz der kath. Kirche Maria Himmelfahrt steht.

    _Raum-Zeit
    Das Gestaltungskonzept für den Ehrenzeller Platz sieht als bestimmentes Element eine Baumkulisse aus locker über den Platz verteilten hochstämmigen Laubbäumen vor. Vereinzelt oder in Gruppen geben sie dem Platzraum ein feines räumliches Binnengefüge. Zusammen mit den Sitzplattformen entstehen besondere kleine Raumsequenzen, die je nach Jahreszeit durch den Duft, die Blüte oder das Blattwerk der Bäume visuelle und olfaktorische Impulse aussenden und so zu vertrauten Orten des Eherenzeller Platzes werden. Meist sind es fiederblättrige, hoch aufgeastete Bäume, die sich zu einem transparenten Blätterdach zusammenfügen. Als städtebauliches Element stellt der neu entstehende Platzraum den verloren gegangenen Maßstab wieder her, wobei mit den langen astfreien Baumstämmen und den hohen Baumkronen die Grosszügigkeit der freien Fläche als Besonderheit des Ortes gewahrt bleibt.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.