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  • DE-79400 Kandern
  • 07/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-191723)

Neubau des Städtischen Kindergartens im Forstareal


  • 1. Preis

    Modell, © backeweberbleyle architekten

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: bwb backeweberbleyle architekten, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    10.500 EUR

    Erläuterungstext
    Der Neubau des Kindergartens wird behutsam in das denkmalgeschützte Ensemble des Forsthauses, der parkartigen Anlage des Forsthausgartens und der ebenfalls denkmalgeschützten umfassenden Gartenmauern eingefügt. Dies führt zum Erhalt, zur Stärkung und Aufwertung des denkmalgeschützten Forsthausgartens, einer parkartigen Anlage. Der Neubau des Kindergartens orientiert sich zum Forsthaus und erzeugt eine Ensemblewirkung. Gleichzeitig bildet er die südliche Raumkante für den zentralen Quartiersplatz des neu geplanten Wohnquartieres. Vom Quartiersplatz aus wird der Kindergarten erschlossen. Entsprechend der Nutzung als öffentlichem Gebäude mit pädagogischer Funktion bleibt der Neubau als Solitär in einem Freiraum lesbar.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf für den Neubau des städtischen Kindergartens in Kandern formuliert einen selbstbewussten klaren, städtebaulichen Flachdachbaukörper mit nahezu quadratischem Grundriss. Der Neubau wird geschickt auf dem zur Verfügung stehenden Gelände situiert und in die vorhandene topografische Situation eingebettet. Der Neubau sucht durch seine Ausrichtung auf dem Gelände die Nähe zum Forsthaus und dessen Nebengebäude. Eine Aussenterrasse auf Gartenniveau verstärkt diesen Ansatz. Der Baumbestand wird zu großen Teilen erhalten und sorgt so für eine ortsspezifische Identität mit hohen Aufenthaltsqualitäten.
    Der neu geschaffene Vorplatz / Quartiersplatz folgt in seiner Ausrichtung dem Neubau. Er ist funktional und schafft ausreichend Platz für die geforderten Stellplätze. Allerdings wäre eine mögliche Umfahrung wünschenswert. Vom Platz aus gelangt man über den gut gelegenen Haupteingang in das Gebäude. Der Windfang mit dem integrierten Kinderwagenbereich erscheint hier allerdings etwas zu knapp dimensioniert, der Abstellraum für den Turtelbus fehlt ganz. Ein großzügiges und funktional gut gelegenes Foyer verknüpft die gewünschten Funktionsbereiche miteinander. Die Wege sind kurz und übersichtlich. Mehrzwecksaal, Bewegungsraum und Essbereiche können direkt vom Foyer aus erreicht werden und sogar räumlich mit ihm verknüpft werden. Größe und Geometrie entsprechen den vielfältigen Nutzungsanforderungen. Der U3 Bereich liegt auf gleicher Ebene auf der Ostseite des Neubaus und ist als Einheit, räumlich separiert, ohne abgetrennt zu sein. Dies gewährleistet eine optimale Betreuungssituation. Die Raumfolge und ihre funktionalen Verflechtungen sind gut gelöst. Der Bereich hat zudem einen direkten Zugang in den Aussenraum.
    Über das zentrale Foyer gelangt man von der Eingangsebene auch in die Gartenebene. Hier sind alle Ü3 Bereiche räumlich kompakt zusammengefasst. Die Gruppenräume sind direkt und funktional richtig an den Garten angebunden. Auch ihre Verknüpfungen untereinander entsprechen den inneren Abläufen. Alle Nebenräume wurden folgerichtig in den Hang geschoben. Nur im zentralen Bereich – analog zur Eingangsebene – befindet sich ein Sanitärkern.
    Die konstruktive Lösung und die Materialität der Innenräume erscheinen angemessen, wenn gleich die Ausbildung der Konstruktion sehr zurückhaltend bearbeitet wurde. Die klare, ruhige Fassadengliederung weiß zu überzeugen und ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet. Die plastisch-räumliche Ausbildung des Fluchtbalkons im Bereich der Eingangsebene und der zurückgesetzten Fassadengestaltung auf Gartenebene ist gekonnt vorgetragen und weiß zu überzeugen. Die äußere Holzverkleidung des Fluchtbalkons erscheint allerdings etwas beliebig.
    Der Entwurf bewegt sich in einem sehr wirtschaftlichen Bereich, wenn man seine Kenndaten betrachtet. Sowohl die Kubatur, als auch die notwendigen Hüllflächen sind auf ein Minimum reduziert, ohne dabei räumlich, gestalterische Qualitäten opfern zu müssen.
    Die architektonische Gestalt wirkt der Aufgabe gegenüber angemessen, besonders in Bezug auf die städtebaulichen Aspekte. Es handelt sich hier um eine insgesamt sehr gute Arbeit mit überzeugenden innen- und außenräumlichen Qualitäten. Besonders überzeugend erscheint der zentrale Raum des „gemeinsamen Foyers“ als zukünftiger, funktionaler Schnittpunkt für ein lebendiges Gemeinschaftsleben, aber auch die in großen Teilen nahezu unberührten Außenbereiche.


INFO-BOX

Angelegt am 28.07.2015, 13:57
Zuletzt aktualisiert 29.07.2015, 12:53
Beitrags-ID 4-106820
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