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  • DE-86720 Nördlingen
  • 07/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-206513)

Neugestaltung ehemaliges Döderleingelände


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: LAUX ARCHITEKTEN GMBH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit formuliert eine neue Stadtkante zu Lerchenstraße und Bahnlinie im Osten der Stadt. Zugunsten eines großzügigen und schallgeschützten Grünraums zum Stadtgraben hin sehen die Verfasser eine stark verdichtete, mäandrierende Bebauung entlang der Lerchenstraße vor, die eine klare Zonierung von öffentlichen und privaten Flächen nach sich zieht. Der dabei entstehende Maßstab wird sehr kontrovers diskutiert, da er im direkten Kontext einen Bruch darstellt und sich allenfalls aus dem größeren Zusammenhang und dem Wunsch nach einer räumlichen Neuinterpretation der Stadtkante erklären lässt.
    Die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinenden Versätze der Baukörper an der Lerchenstraße ziehen einen Wechsel von Gebäuden und Grünräumen nach sich. So werden die langen Gebäude gliedert und die Zugänge zu den Erschließungshöfen markiert. Die so entstehenden öffentlichen Freibereiche sind allerdings schallbelastet, ein zusätzliches Angebot eines öffentlichen Platzes in rückwärtigen Bereich existiert nicht.
    Positiv beurteilt wird die differenzierte Gestaltung der Dachflächen, die eine gewisse Kleinmaßstäblichkeit verspricht, wie auch das vielfältige Angebot an unterschiedlichen Wohnformen und einer Wohnfassade zur Lerchenstraße. Die ausschließliche Nutzung der Flächen im EG an der Lerchenstraße für Gewerbe wird im Hinblick auf den Bedarf zu überprüfen sein.
    Die Erschließung ist schlüssig und flächensparend, die Situierung der Zufahrten zu den Tiefgaragen wird begrüßt, allerdings wird die angebotene Anzahl als zu gering eingeschätzt. Die vorgesehene Struktur erlaubt eine abschnittsweise Realisierung, die einzelnen Bauabschnitte stellen sich als in sich stimmige und abgeschlossene Einheiten dar.
    Das Jugendzentrum wird sehr selbstverständlich in die städtebauliche Struktur eingebunden, die nördlich benachbarte Wohnnutzung lässt allerdings Konflikte erwarten und ist so nicht vorstellbar. Auch erscheint die angebotene Freifläche sehr eingeschränkt, wenn auch robust in ihrer Gestaltung. Der gewünschte Grünanteil wird jedoch vermisst.
    Die Freiräume überzeugen durch einen hohen gestalterischen und inhaltlichen Durcharbeitungsgrad. Der Kontrast zwischen urbanen Stadtplätzen im Osten und der großzügigen Landschaft im Westen ist gut herausgearbeitet. Die ruhigen Grünhöfe bieten hohe Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten. Das von Nord nach Süd durchgehende Grünband bildet einen guten Übergang zu den großzügigen Gärten der Bestandsvillen und zum Stadtgraben. Die begrünten Vorzonen der Townhouses werden bzgl. der Ausrichtung zu den Stadtplätzen hin kontrovers diskutiert.
    Insgesamt stellt die Arbeit einen schlüssigen und konsequent aufgebauten Versuch der Neuinterpretation einer Stadtkante mit sehr qualitätsvollen Freiräumen dar.