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  • DE-96110 Scheßlitz
  • 07/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-15445)

Zukünftige Entwicklung der Giechburg bei Scheßlitz


  • Teilnahme

    Außenansicht von Südwesten, © art de lux - hh-vision

    Architekten
    art de lux architecture + design, Ottobrunn (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Frank Wenzel

    Mitarbeit
    Xabier Yañez Cabanas, Sanchit Soni

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: LUZ Landschaftsarchitekten, München (DE)
    Visualisierer: HHVISION, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Die Geschichte der Giechburg und des Bergrückens, auf dem sie errichtet worden ist, läßt sich bis ins Neolithikum zurückführen. Keltische Siedlungstätigkeiten, ein Hügelgräberfeld der Halstattzeit unterhalb der Burg, erste Befestigungsanlagen während der Völkerwanderung bis zur mittelalterlichen Burgerrichtung (vermutlich im 10. Jahrhundert) zeugen von einer intensiven Nutzungsgeschichte. Zuerst als starkgesicherte Burg, zum Teil auch als Sicherungsort für den Bamberger Domschatz während der Hussitenkriege genutzt, verliert die Anlage in Folge von Erbschaftsstreitigkeiten an Bedeutung.

    Erst mit dem Wiederaufbau als Renaissanceschloß um 1600 erfährt die Burg neuen Aufschwing, ohne übergeordnete militärische Bedeutung wird sie nun als Jagdschloß der Fürstbischöfe genutzt. Durch die Säkularisation im 19. Jahrhundert werden die Grundstücke veräußert und der zunehmende Verfall setzt ein. Seit 1971 ist der Landkreis Bamberg Eigentümer der Ruine und sucht nach ersten Teilsanierungen ein neues Konzept für das wirtschaftliche und kulturelle Überleben der Anlage.

    ART DE LUX verfolgt den Ansatz eines Wiederaufbaus der Dreiflügelanlage aus der Renaissance, dabei werden Nord- und Südflügel ergänzt und im Obergeschoss ein Museumsrundgang geschaffen, der alle Bereiche miteinander verbindet. Es entsteht ein barrierefreier Rundgang in den Aussenanlagen, die Brückenverbindung zwischen Wehrturm und Nordflügel wird wieder hergestellt und schließt an die Galerie in einem Multifunktionssaal an. Bewußt werden keltische und mittelalterliche Kulturelemente miteinander verwoben und neu interpretiert. Die Gastronomie im Westflügel wird reorganisiert, darüber ein großer Ausstellungsraum geschaffen. Dem schließt sich über dem Haupteingang ein neues Torgebäude an, welches zum „Rundgang der Sinne“ im Südflügel überleitet. Hier werden alte Handwerkskünste gepflegt (Buchkunst, Instrumentenbau, Webkunst etc.) und von einer Galerie aus „Einblicke“ gewährt.

    Die Ergänzungen werden in historischer Materialität und Bautechnik erstellt und somit ein harmonischer Gesamteindruck erzeugt. Erst auf den zweiten Blick soll sich dem Betrachter der Unterschied zwischen Neuem und Altem erschließen.

    Das komplette Projekt ist zu sehen unter:
    http://www.art-de-lux.net/de/projekte/giechburg.html

    Beurteilung durch das Preisgericht

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