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  • DE-85586 Poing, DE-85586 Poing
  • 08/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-189915)

Ersatzneubau der Grundschule an der Karl-Sittler-Straße


  • 2. Preis

    lageplan

    Architekten
    architektei mey gmbh, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. Jürgen Kreil, Vaterstetten (DE)

    Preisgeld
    17.000 EUR

    Erläuterungstext
    städtebau:
    die situation wird geprägt von der wohnbebauung der karl-sittler-straße im westen und dem rathaus sowie der kita im osten des baufeldes. südlich grenzt der reuterpark an das wettbewerbsgebiet an. im norden wird der ersatzneubau für das hotel entstehen.
    schule und sporthalle werden in einem zweigeschossigen baukörper vorgeschlagen. die vier „clusterhäuser“ im obergeschoss der schule nehmen die städtebauliche körnung und den maßstab der wohnbebauung auf. so bildet die schule als eingeschossiger baukörper mit zurückgesetzen aufbauten eine klare fassung für den schulhof sowie den neuen stadtplatz nördlich des rathauses.
    der schulneubau schließt das wohngebiet städtebaulich nach osten hin ab und bildet so gleichzeitig einen wirksamen schallschutzriegel vom schulhof zu den wohnhäusern im westen. die freiflächen der schule werden als band zwischen schule und rathaus angeordnet. als idee einer grünen lunge für poings zentrum wird die grünstruktur des reuterparks ins schulgelände und vor das rathausareal fortgesetzt, diese ungeordneten baumstellungen überlagern sich mit den orthogonalen baumreihen der schulfreiflächen.

    architektur:
    der neubau der schule präsentiert sich als eingeschossiges plateau, auf dem sich vier schulcluster mit freiterrassen gruppieren. die kinder haben ihr eigenes, kleines haus mit garten, balkonen und terrassen, ein „zuhause-gefühl“ für jeden jahrgang.
    die sporthalle wird halb eingegraben und sowohl über den spielflur im EG wie auch von aussen für vereine erschlossen. umkleiden, geräteraum und der technikbereich befinden sich im UG. von einer galerie auf EG-niveaukann man bei sportveranstaltungen in die halle blicken.
    aus den clustern führen treppen zur spielstrasse im EG. dort liegen zentral alle fachräume des kreativclusters. die verwaltungsräume liegen am westlichen flur und sollen wie die fachräume mit oberlichtern ausgestattet werden. über die lufträume der innenliegenden clustertreppen, gedeckt mit großzügig verglasten sheddächern, fällt das
    licht auf die spielstrasse und über die oberlichter in die fachräume und sorgt so für eine helle und natürlich belichtung des erdgeschosses.
    von der clustergalerie gibt es sichtbeziehungen zur spielstraße im EG und über die terrassen und balkone in den außenbereich. im erdgeschoss wandert der blick über einschnitte nach außen und über fugen und vertikale glaselemente der trennwände zum schulhof. so entsteht ein vielfältig natürlich belichtetes EG mit vielfältigen blickbeziehungen nach außen und zwischen den geschossen.

    cluster:
    im cluster gruppieren sich die klassenräume um eine zentrale mitte, der lernwerkstatt, die unter einbeziehung des verglasten differenzierungsraums von vier seiten natürlich belichtet ist. aus allen klassen und aus der lernwerkstatt führen mehrere ausgänge auf terrassen und zu grosszügigen freibereichen die jedem der vier cluster direkt zugeordnet sind. hier ist platz zum spielen, für freiklassenunterricht und zum arbeiten in kleinen
    gruppen. überdachte terrassen erlauben es auch bei regen draussen zu arbeiten.
    über die außentreppen kommt man aus den clustern und von den terrassen direkt auf den schulhof. der umlaufende laubengang verbindet die cluster miteinander. vor den differenzierungsräumen liegen große überdachte balkone. hier können kleingruppen unabhängig vom treiben auf den terrassen in ruhe arbeiten.
    die natürliche belichtung der drei klassenräume/cluster erfolgt über eine raumhohe verglasung und an einer weiteren klassenwand über oberlichter. die verglasung der klassen ist so ausgerichtet, dass bei nutzung der aussenbereiche die ablenkung der schüler benachbarter clusterklassen weitgehend vermieden wird.
    der betreuungsbereich mit eigenem eingang von der poststrasse und optional eigenem freibereich ist so strukturiert, dass er als fünftes cluster zu nutzen wäre. der personalraum würde dann zum lehrerzimmer, ein betreuungsraum könnte als differenzierungsraum, ein weiterer betreuungsraum als lernwerkstatt dienen. eine wc-anlage wäre vorhanden. so könnte die betreuung zukünftig als fünftes cluster für drei klassen dienen.
    sollte ein lärmschutz für die dachterrassen zum wohngebiet hin gewünscht werden so wäre eine einfache verglasung zwischen brüstung und laubengangdach kostengünstig herstellbar.

    mitarbeiter:
    ole brinckmann, tim alfers, viktor gatys, adrienne annemüller, vivien ziborius

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser schlägt einen langen zweigeschossigen Riegel vor, der die Wohnbebauung westlich der Karl-Sittler-Straße zusammenfasst und abschließt. Hierdurch bildet der Neubau einen Lärmschutz für die Wohnbebauung und das Rathaus wird zugleich freigestellt und inszeniert. Der Schulhof wird klar gefasst zwischen Neubau und Rathaus und als Band mit verschiedenen Aktionsflächen konzipiert. Rechtwinklig zum Schulhof erfolgt der Eingang der Schule über einen öffentlichen Platz, der von der Rathausstraße erschlossen wird. Wie ein ordentlich gedeckter Tisch wirkt das Gebäude, mit vier sogenannten „Clusterhäusern“ auf einem breiter gefassten Erdgeschoss. Die Körnung der kleinteiligen Umgebung wird somit sehr schön aufgenommen. Auf der Ebene der Cluster gibt es großzügige Terrassen, die teilweise durch leichte Überdachungen Schutz anbieten. Von den Terrassenebenen führen einläufige Treppen in den Schulhof, die sowohl als Rettungsweg, als auch als direkten Weg in die Pause genutzt werden.

    (...) Die Sporthalle ist an der richtige Stelle positioniert mit einem eigenen Eingang für Vereine. Die Fassade mit einer Holzverschalung aus Lärche wirkt freundlich und nicht fremd in der Umgebung. Durch die weitgehende Holzkonstruktion mit Holztafelbauweise in Kombination mit Stahlbetondecken ist eine wirtschaftliche Ausführung möglich. Dieser Wettbewerbsbeitrag liegt hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit gerade noch im günstigeren Drittel. Der Teilnehmer weist eine kleinere BGF bei der Schule auf als bei anderen Teilnehmern. Die höhere Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu den anderen Teilnehmern lässt sich damit begründen, dass er eine vergleichsweise günstige Fassade in Holztafelbauweise mit Lärchenschalung vorsieht und ein konventioneller Sonnenschutz mit Jalousien geplant wurde. Es wird keine Tiefgarage und kein Parkdeck vorgesehen. Der Wettbewerbsbeitrag stellt einen überzeugenden Lösungsansatz für die Aufgabe dar, allerdings mit Schwächen im Bereich der Aula.