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  • Engere Wahl


    Landschaftsarchitekten
    Nowak Partner Landschaftsarchitekten, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: REINHART + PARTNER, München (DE)

    Erläuterungstext
    Die Gestaltung der Freianlagen nimmt in allen öffentlichen Bereichen die weiche Formensprache des Wohngebiets Südseite auf und führt diese innerhalb der Grünzüge weiter. Es entsteht eine durchgängige Gestaltsprache die die bestehenden und neuen Grünelemente zu einer durchgängigen Einheit verwebt. Wie eine organische Netzstruktur verbindet die Grünstruktur sowohl in Nord- Süd als auch in Ost-West Richtung das neue Quartier mit den angrenzenden Gebieten.
    Innerhalb des neuen Grünsystems sind innerhalb der neuen Grüninseln Spiel- und Aufenthaltsangebote integriert.
    Die landschaftlichen Bestandteile wie das Siemenswäldchen und die bestehenden Baumgruppen werden hierbei in die Planung mit einbezogen.

    Im Kontrast zur fließenden Formensprache der öffentlichen parkartigen Bereiche sind die Privatbereiche als Gartenzonen mit einem lockeren Patchwork aus Nutzungen und Pflanzungen gestaltet. Die Privatgärten werden mit geschnittenen Hecken aus unterschiedlichen heimischen Laubsträuchern eingefriedet.
    Der Baumbestand wird in den öffentlichen Bereichen durch Pflanzungen von Kiefern und Eichen ergänzt. Die Privaten Freibereiche werden mit Streuobstgehölzen akzentuiert.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Grundgerüst dieser Arbeit wird durch zwei kammartige Baukörperstrukturen gebildet. Das südliche Quartier verläuft parallel zur Siemensallee und öffnet sich mit leicht schräg angesetzten zeilenartigen Baukörpern zum großen zentralen Freiraum. Das nördliche Quartier ist zwischen Hofmannstraße und Baierbrunner Straße angeordnet und verfügt ebenfalls über Wohnhöfe, diese öffnen sich nach Süden.

    Die Höhenentwicklung beider kammartiger Baufelder wird durch eine fünfgeschossige Basisbebauung geprägt, die an einigen Anfangs- und Endpunkten auf acht Geschosse erhöht wird. Dieser städtebauliche Ansatz ist grundsätzlich denkbar, zumal dieses Konzept auch auf die schwierigen immissionsbedingten Vorgaben reagiert. Weniger positiv wird das Thema Windkomfort im Bereich des Hochhauses beurteilt. An der westlichen Seite des Hochhauses entsteht an der Engstelle zum achtgeschossigen
    gegenüberliegenden Gebäude ein Bereich mit erhöhter Zugigkeit. Noch problematischer ist das Problem an der Nordwestseite des Hochhauses, noch dazu, wo ausgerechnet dort
    – im Schatten dieses Gebäudes – der neue Quartiersplatz vorgesehen ist.

    Die Anordnung des zweigeschossigen Gebäudes mit Gastronomie und Laden an diesem Platz kann stadträumliche ebenso wenig überzeugen, wie der in direkter Nachbarschaft platzierte Jugendtreff. Hingegen sind die KiTa ́s vorwiegend im Bereich der sogenannten „Grünen Mitte“ und die gewerbliche Nutzung an der Baierbrunner Straße gut angeordnet.

    Die Vernetzung der schon bestehenden, sehr attraktiven Grünbereiche und ihrem wertvollen Baumbestand mit dem neuen Grün- und Freiraumsystem ist im Wesentlichen gelungen. Allerdings vermisst man besonders im Bereich der „Grünen Mitte“ einen fruchtbaren Dialog zwischen Bauwerk und Landschaft. Die Begrünung der Dächer der fünfgeschossigen Sockelbaukörper und ihre gemeinschaftliche Nutzung als Dachgärten werden positiv gesehen.

    Die robuste städtebauliche Struktur mit vernünftigen Gebäudetiefen und einem großen Anteil an Ost-West-orientieren Wohnungen ermöglicht auch bezahlbare Wohnformen.

    Das Quartier selbst ist autofrei und die erforderlichen Stellplätze werden in fünf voneinander unabhängigen Tiefgaragen untergebracht, mit drei Zufahrten an der Siemensallee und je einer an der Hofmannstraße bzw. Baierbrunner Straße. Über das Rad-Fußwegenetz wird auch die notwendige Feuerwehrerschließung abgewickelt.

    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Arbeit ein solides Bebauungskonzept anbietet, bei dem die Orientierung der Wohnungen eine wichtige Rolle spielt. Dadurch kann man vielen Wohnungen eine hohe Wohnqualität zusprechen. Insgesamt kann die städtebauliche Gesamtidee aber nicht ganz überzeugen.