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  • DE-48308 Senden, DE-48308 Senden
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-203022)

Platzgestaltung am Kanal und Promenade


  • 2. Preis


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    Landschaftsarchitekten
    LOMA architecture. landscape. urbanism, Kassel (DE)

    Verfasser
    Petra Brunnhofer , Wolfgang Schück , Ilija Vukorep , Andreas Schmitz

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Das Ziel ist die Verbindung der beiden historischen Gebäude Schloss Senden und Kirche St. Laurentius über die Vervollständigung des bestehenden Baumkonzeptes, sowie der Differenzierung der langgestreckten Teilabschnitte in „Dreiecksplatz“ als umleitendes Gelenk und die „Parkfuge“ als vernetzendes Element von Stadt und Kanal.

    Das „Triangel“ - Dreiecksplatz als Gelenk und Umlenkpunkt in die Stadt
    Der Dreiecksplatz wirkt als Umlenkpunkt und bringt die Fahrradströme aus beiden Richtungen gleichberechtigt in die Stadt. Die Oberfläche ist, als örtlich typisches Material, in hellem Klinker, in langen Reihen ausgeführt. Die gebogene „Lichtangel“ als neues Signet von Senden kommuniziert als zeitgenössisches Element mit der Achsenlinie der Kapelle und leitet mit ihrem Aufforderungscharakter in die Ortsmitte. Die „Lange Bank“ unterstützt in Lage und Form die Bewegung in Richtung Stadt und umrahmt gleichzeitig die Außenkante des derzeit noch bestehenden Privatgartens. Dieser Garten wird als Baustein „Empfangsgarten“ in die Planung integriert- entweder weiter unter privater Führung und/oder innerhalb der laufenden städtischen Pflege als extensiver Stauden- und Gräsergarten. Der Schwimmponton hat die gleiche Oberfläche wie der Dreiecksplatz, kann im Hafen temporär vertaut werden und stellt somit ein optionales Bauteil dar, welches in den Sommermonaten zusätzliche Attraktivität bringt.

    Die „Parkfuge am Kanal“, zwei Erschließungsstränge rahmen und verbinden die Grünflächen
    Die kanalbegleitenden Erschließungsstränge nehmen die gewünscht differenzierten Funktionen auf und vernetzen über die Parkfuge den Kanal und den Wohnbereich. Der kanalseitige Hauptstrang, in der Verlängerung des Leinpfades, ist stärker beansprucht, er nimmt den überörtlichen Radverkehr sowie das Flanieren als Promenade auf (ab 3 m Breite, Oberfläche Beton, Besenstrich, hell). Die rückseitige Erschließungslinie ist schmäler und eher den Anwohnern zugedacht, welche den neuen Park am Wasser nutzen. Der Weg bildet eine privatere Atmosphäre ab, wirkt entschleunigend (bis 2 m Breite, Oberfläche Grand, extensiv). Entlang der Zaunlinie dient ein grauer Gehölzsaum (u.a. Sanddorn) als Filter zur Reduktion von Einblicken in die Privatgärten. Den beiden Strängen wird eine zur Sonne gekippte Rasenfläche (bis 1m Höhe) eingeschrieben, welche in den Sommermonaten als Liegewiese genutzt werden kann. Die Kippung zum Kanal dient neben der Besonnung insbesondere zur Abwendung des Lärmeintrages in Richtung Wohnanlage.

    Die Münsterstraße ab Bakenstraße wird zur Fahrradstrasse umgewidmet
    In einem ersten Planungsschritt werden die beiden Straßen planungsrechtlich als „Fahrradstraße mit Verkehr“ gewidmet, somit ist bereits ohne bauliche Maßnahmen der Vorrang für Fahrradfahrer gegeben (Nebeneinander der Fahrradfahrer erlaubt, Höchstgeschwindigkeit KFZ / Motorrad: 30 km/h, wie bereits schon heute tlw. in der Münsterstrasse gegeben). Baulich kann der Knoten Münsterstraße / Bakenstraße entschärft werden, indem neben der neuen Widmung ein sanft ansteigender Belagsteppich mit Zebrastreifen die Fahrbahn unterbricht und dem PKW-Fahrer den Auftakt der Fahrradstraße verdeutlicht. Die Fahrbahn kann auf 5m (mit beidseitig überfahrbarem Flachbord) reduziert werden. Die nunmehr deutlich breiteren Gehsteige werden, wie in der Region typisch, mit hellem Klinkerpflaster in Wert gesetzt. Die Fahrbahn bleibt, aus Gründen des Lärmschutzes, als Asphaltbahn, hell abgestreut.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser setzen einen skulptural geformten Körper als Ponton in das ehemalige Hafenbecken. Diese polygonale Formensprache findet sich darüber hinaus auch in der weiteren Platzgestaltung wieder. Dementsprechend ist eine ergänzende Liegewiese zum Ufer hin geneigt, der eigentliche Platz erhält als „Triangelplatz“ eine dreieckige Form. Material des Platzes und des Pontons besteht aus länglichem, hellen Klinker. Wie eine Spiegelachse werden beiden Aufenthaltszonen durch ein Betonband als Promenade und Fahrradweg getrennt. Dieses Alleinstellungsmerkmal, insbesondere der vorgeschlagene Ponton, erfüllt in ganz besonderer Weise die Wettbewerbsaufgabe, Besucher zu stoppen und für diesen Ort / Platz zu interessieren. Gewollte Aktivitäten finden vorrangig direkt am Wasser statt. So entsteht eine großzügige Pufferzone für die Anwohner. Der vorhandene Garten ist voll integriert, die Lösung funktioniert aber auch ohne diesen Garten.
    Die Allee bleibt nahezu unverändert. Die vorhandene Hainbuchenhecke wird vor der Wohnbebauung verdichtet und zum Bürgerpark aufgelockert. Formal an den Ponton angelehnte „Balkone“ versprechen attraktive Aufenthalte entlang der Kanalachse. In den Ortskern führt eine Säuleneichenallee, die eine Fortsetzung der vorhandenen „Choreografie“ aus Blutbuchenallee, Platanenallee und Lindenallee sein soll. (...)


INFO-BOX

Angelegt am 27.10.2015, 09:27
Zuletzt aktualisiert 03.11.2015, 15:40
Beitrags-ID 4-110980
Seitenaufrufe 130

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