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  • DE-55131 Mainz, DE-55122 Mainz
  • 10/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-198773)

Wohnen am Hartenbergpark


  • ein 2. Preis

    © Visualisierung: monokrom

    Architekten
    blauraum, Hamburg (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Rüdiger Ebel

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschafts- / Umweltplaner: ELBBERG Stadtplanung Kruse und Rathje PartG mbB Architekt und Stadtplaner, Hamburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg (DE)

    Preisgeld
    19.250 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der städtebauliche Ansatz der Verfasser, das Bauvolumen auf fünf Baublöcke (sog. "Inseln") zu verteilen und diese durch Grünräume großzügig voneinander abzusetzen wird gelobt. Die formale Anlehnung dieser kompakten Inseln an das historische Fort auf diesem Plateau wird als Idee anerkannt und die so mögliche Differenzierung in öffentliche, halböffentliche und private Bereiche begrüßt. Die Aufenthaltsqualität der Innenhöfe müsste gleichwohl vertieft nachgewiesen werden - insbesondere an den südwestlich gelegenen Hausgruppen C, D und E wird die Dimension der Höfe kritisch hinterfragt.
    Positiv wird bewertet, dass die einzelnen "Inseln" in sich und untereinander durch Höhendifferenzierungen eine lebendige und differenzierte Baustruktur zeigen - leider überschreitet der nördlichste Baukörper mit fünf Vollgeschossen plus Staffelgeschoß die Höhenvorgabe des kommunalen Rahmenplans (max. 4 Vollgeschosse). Die gewählte Struktur ist innovativ und zukunftsfähig, nicht zuletzt unter den Aspekten Adressbildung und Identifikation sowie optimierte Sichtbeziehungen und Flexibilität - im städtebaulichen wie im grundrisslichen Maßstab. Langfristig erscheint eine eventuell später notwendige Nachverdichtung (auch eventuelle Infrastruktureinrichtungen betreffend) möglich.
    Kritisiert wird die Lage der Kindertagesstätte am nördlichen Grundstücksrand (mit Blick auf den Hol- und Bringverkehr). Wird die Kita sinnvollerweise an den Eingangsbereich des Quartiers verlegt, reduziert sich der interne Verkehr erheblich und erlaubt dadurch zugleich eine Reduzierung der Dimension der für die Andienung ausgewiesenen Fahrstraße. Dies gilt insbesondere auch für die Lage und Dimensionierung des Wendehammers, der nachteilig am wichtigsten Gelenk zum Hartenbergpark ausgewiesen wird. Die Konzentration der internen Fahrerschließung ausschließlich am Ostrand der vorgeschlagenen Bebauung lässt den Nachweis der unverzichtbaren Andienung der beiden westlichen "Inseln" vermissen. Es gelingt den Entwurfsverfassern, den problematischen Schallschutz im Bereich der jeweiligen Insel zu lösen, ohne den Park abzuriegeln - vielmehr gibt es eine großzügige Grünvernetzung mit gut gelungenen Übergängen zum Park. Die im Lageplan dargestellten Wegeverbindungen durch das im Westen gelegene Vogelschutzgebiet können nicht realisiert werden.
    Sehr positiv gesehen wird die unproblematische Realteilung, die sich auch durch die beiden separaten Tiefgaragen konsequent umsetzen lässt. Deren Wirtschaftlichkeit wird allerdings erheblich belastet durch die Anhebung der Hofflächen und die dadurch erforderliche Überhöhung der Untergeschosse. Die einzelnen Wohnungen sind prinzipiell in Ordnung - die Bäder erscheinen von der Dimensionierung her allerdings grenzschwellig klein, gleiches gilt für die Loggien. Insoweit wird die vorgeschlagene Tiefe der einzelnen Baukörpern kritisch hinterfragt - wie (siehe oben) auch die Größe der einzelnen Baublöcke im Interesse der Attraktivität der Innenhöfe. In Bezug auf die ca. 24.670 m² BGF a oberirdisch und der Wohnfläche von ca. 18.880 m² weist der Beitrag vergleichsweise geringe Gesamtflächen aus. Die Einhaltung der Kostenvorgabe für die Wohngebäude der WB Wohnraum Mainz KG erscheint fraglich. Insbesondere die konsequente und eigenständige städtebauliche und landschaftsplanerische Disposition des Entwurfs überzeugt - die interessante Gesamtidee müsste allerdings im Detail hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit noch nachgewiesen werden.