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  • DE-78462 Konstanz, DE-78464 Konstanz
  • 10/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-215584)

Gemeinbedarfsfläche Jungerhalde Nord


  • 1. Preis

    Innenraum Visualisierung, © Johannes Kaufmann Architektur

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn (AT), Wien (AT)
    Projektentwickler: i+R | Dietrich Wohnbau | GmbH

    Preisgeld
    17.600 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept konzentrierter Baukörper und fließender Freiräume ist eine erfolgreiche Strategie zur qualitätvollen Bewältigung der Entwurfsaufgabe. Zum einen führt der Entwurf großzügige und im jetzigen Zustand belassene Freiräume an die Wohnbebauung heran und zum anderen sind die Baukörper der Altenpflegeeinrichtung und der Kindertagesstätte präzise gesetzt. In dem Zusammenhang ist insbesondere die Kindertagesstätte als städtebaulicher Schlussstein in der nach Norden gerichteten Blickachse der Jungerhalde positiv zu erwähnen. Allerdings wäre eine verstärkte Beziehung zwischen Kita und Schule wünschenswert.

    Die Altenpflegeeinrichtung und die Kindertagesstätte sind durch einfache und angemessene Freianlagen entlang der Jungerhalde miteinander verbunden. Der Vorschlag
    der Verfasser, die vorhandene Vegetation weitgehend zu belassen und/oder keine gestalterische Aussage zu treffen, wird im Preisgericht kontrovers diskutiert.

    Die Stellplätze für die neuen Einrichtungen werden in unkomplizierter Weise an der Jungerhalde angeboten, der Vorschlag, die Stellplätze für die Schule und die Halle von der Sepp-Biehler-Straße aus zu erschließen, widerspricht den Zielen des Rahmenplans.

    Der Baukörper der Altenpflege als in sich überlagernde Quader bietet städtebauliche Vorteile, da die Vor- und Rücksprünge einen angenehmen Vorplatz und eine harmlose Verzahnung mit der Landschaft anbieten. Gleichzeitig scheint die Form des Baukörpers das Abbild einer innovativen und überzeugenden inneren Gebäudetypologie zu sein. Auch hier werden zwei horizontale Ringerschließungen um eine zentrale vertikale Erschließung im gleichen Fügungsprinzip überlagert. Der Vorteil zeigt sich in einem großzügigen, öffentlichen Treppenhaus, von dem alle „Familien“ erschlossen werden. Der Verzicht auf weitere Treppenhäuser scheint möglich. Unter Umständen sollte von den Wohngruppen noch eine zweite Erreichbarkeit des zentralen Treppenhauses angeboten werden.

    Die Grundrisse für die „Familien“ sind sehr gut entwickelt. Aufenthaltsbereiche, Belichtung und vielfältige Blickbeziehungen werden angeboten und bieten für die Bewohner eine sehr angenehme Aufenthaltsqualität. Die Grundrisstypologie bietet die Struktur für optimierte Arbeitsabläufe des Personals. Das Raumprogramm wird genau eingehalten. Lediglich muss auf den fehlenden Nachweis rollstuhlgerechter Zimmer hingewiesen werden. Auch ist der Begegnungsraum deutlich zu klein und bedarf einer Verbesserung im Gefüge des Grundrisses.

    Die Baukonstruktion ist intelligent gewählt. Die Stahlbetonkonstruktion erfüllt die Anforderungen an das Tragwerk, der GK Innenausbau lässt Flexibilität und Veränderbarkeit zu und die vorgefertigte Holzfassade ist ein sehr guter Beitrag zum nachhaltigen Bauen.

    Günstige Flächenwerte lassen günstige Investitions- und Unterhaltskosten erwarten. Lediglich die Geschosshöhe erscheint zu großzügig gewählt.

    Der architektonische Ausdruck des Entwurfs ist einfach, schlüssig und trotzdem in seiner minimalistischen Grundhaltung von hoher Qualität.

    Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine konsistente Qualität im Städtebau, Freiraum, Funktion und Gestalt.