loading
  • DE-91233 Neunkirchen am Sand, DE-91233 Neunkirchen am Sand
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-200398)

OrtsmitteNEUnkirchen - eine Gemeinde erhält ihr Zentrum


  • 3. Preis

    Perspektive von Süden, © pogorzalek kroitzsch heinz

    Landschaftsarchitekten
    landschaftsentwicklung kroitzsch, Gröbenzell (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Joachim Pogorzalek, München (DE)
    Architekten, Stadtplaner: rainer Heinz architektur + stadtplanung, Rosenheim (DE)

    Preisgeld
    7.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit erhält die historischen Gebäude an der Hauptstraße und dies ist positiv zu bewerten, weil identitätsstiftend. Zusammen mit dem neuen Gemeindesaal und der Verknüpfung zum Rathaus bilden diese einen qualitätsvollen Platz, der zusammen mit dem Wasserlauf des Röttenbachs eine hohe Aufenthaltsqualität erhält. Es gelingt dem Entwurf sehr gut, sowohl eine Abschirmung zur vielbefahrenen Staatsstraße zu erreichen als auch eine, durch die freiräumliche Gestaltung zum hochwertigen und ortsbildprägenden Kirchenensemble, gute Verbindung herzustellen.

    Durch die konsequente Umsetzung der Gebäude an bisheriger Stelle entsteht jedoch eine wenig neue Sichtweise auf die Ortsmitte.

    Auf dem neu gestalteten Platz werden auf gute Weise die verschiedenen Funktionalitäten des öffentlichen Lebens umgesetzt und ihrem jeweiligen Charakter entsprechend in bestehende und neue Gebäude integriert.

    Das Rathaus erhält einen zusätzlichen Eingang und wird durch eine Brücke an den neuen Platz angebunden, weshalb es somit eine Aufwertung erfährt.

    Der Gemeindesaal mit seiner regionaltypischen Kubatur bildet den nördlichen Abschluss des Platzes. Große Glasflächen zum Foyer und Platzbereich schaffen Transparenz.
    Das ehemalige Mühlengebäude wird zum Gasthof und Beherbergungsbetrieb und lässt im Zusammenspiel mit dem Gemeindesaal an dieser Stelle eine hohe Akzeptanz erwarten. Die Umnutzung des mittleren Gebäudes zu öffentlichen, feierlichen Zwecken ist zu begrüßen, da es sich für vielfältige, hochwertige Feste bestens eignet.
    Das Jugendhaus ist zentral in der neuen Ortsmitte gelegen und damit ideal und zielgruppengerecht eingesetzt.

    Bei den Freiflächen ist sympathisch gelöst, dass die bestehenden kleinen Bäume an der Straße erhalten werden und die weitere Baumentwicklung im südlichen Bereich der Ortsmitte fortgeführt wird. Die befestigten Flächen liegen im Bereich des Gasthofs und des Gemeindesaals. Die Sitzstufen am Bach sind positiv zu bewerten.
    allerdings wäre es besser gewesen, wenn die befestigte Fläche im nördlichen Bereich etwas zurückgenommen worden wäre.
    Die Weiterentwicklung des Grünbereichs über den ehemaligen Brunnenplatz zur Munkerwiese schafft einen zusammenhängenden Grünzug und entspricht den Vorstellungen des Auslobers. Als zusätzliche Empfehlung wäre die Verkehrsberuhigung zwischen neuer Mitte und Kirchenvorplatz zu stärken.

    Die vorgegebenen Nutzungen, mit Ausnahme des Zusammenhangs Gaststätte/Saal, wurden in diesem Entwurf präzise umgesetzt.

    Der Saal ist für das Gemeindeleben, wie Bürgerversammlungen, Weihnachtsfeiern, Theaterveranstaltungen etc. bestens geeignet. Das Foyer ist flexibel nutzbar und lässt sich für Catering/Empfang/Vernissagen o.ä. einsetzen. Der Mehrzweckraum bietet die geforderten vielfältigen Möglichkeiten für unterschiedliche Nutzer. Die barrierefreie Erschließung ist hervorzuheben, ebenso die natürliche Belichtung und Belüftung.

    Die neu geschaffene Gaststätte bietet einen Gastraum, der von den organisatorischen Gegebenheiten eine serviceorientierte Bewirtung erwarten lässt. Die gewünschte Verbindung zwischen Saal und Gastronomie wird vermisst.
    In dem Beherbergungsbereich sind das 1. OG und die Wirtswohnung im Dachgeschoss funktional und klar gegliedert.

    Insgesamt lässt der Entwurf mit dem Erhalt und der Umnutzung der drei bestehenden Gebäude und der Errichtung des Neubaus eine wirtschaftliche Lösung erwarten. Negativ schlägt allerdings zu Buche, dass das Trafogebäude versetzt werden muss.

    Die wenig versiegelten Freiflächen und der hohe Grünanteil sind kosten- und umweltbewusst zu bewerten. Auch die vorgesehenen Gärten um die Häuschen wirken darauf ein.

    Die Zielsetzung, eine attraktive Ortsmitte zu erreichen, ist mit diesem in der Grundhaltung eher konservativen Entwurf geglückt.