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  • DE-86150 Augsburg, DE-86150 Augsburg
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-201107)

Neugestaltung der Vorplätze und des Umfelds des Hauptbahnhofs


  • Preisgruppe Bahnhofsvorplatz West

    Perspektive Bahnhofsvorplatz West, © WES LandschaftsArchitektur Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft

    Landschaftsarchitekten
    WES LandschaftsArchitektur Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Rödding, Hamburg (DE), Oyten (DE), Berlin (DE), Düsseldorf (DE), Shanghai (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: schneider+schumacher, Frankfurt/Main (DE), Wien (AT), Tianjin (CN)
    Bauingenieure: BPR Dr. Schäpertöns Consult GmbH & Co. KG, München (DE), Augsburg (DE), Bad Reichenhall (DE), Nürnberg (DE), Würzburg (DE), Halle / Saale (DE), Regensburg (DE), Berlin (DE), Traunstein (DE), Dresden (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Getragen von der Ambition, den Sebastian-Buchegger-Platz nach Osten bis zum Bahnhofsstunnel zu erweitern, gelingt den Verfassern ein wichtiger Diskussionsbeitrag für die mit dem Wettbewerb wahrscheinlich noch nicht abgeschlossene Diskussion über den richtigen Grad an Urbanität, der am Westeingang des Bahnhofs entwickelt werden kann.

    Die Haltung der Verfasser ist hier eindeutig. Sie wollen einen städtischen Raum formulieren, der sich weniger den infrastrukturellen Erfordernissen ausliefert, als eine städtebauliche Figur erzeugt, deren Orientierung Raumkonturen sich konsequent aus dem Thelottviertel ableiten. Daraus ergibt sich eine überraschend plausible räumliche Beziehung zwischen Quartier und Hauptbahnhof.

    Da sowohl der historische Sebastian-Buchegger-Platz als auch der neue Bahnhofsvorplatz mit den gleichen Gestaltmerkmalen – Solitärbaum bzw. Baumgruppe und einem durchlaufendem Belagsteppich – ausgestattet werden, wird der Raum als Einheit wahrgenommen. Ob er allerdings in dieser Dimension als Platz funktionieren kann, wird im Preisgericht intensiv diskutiert. Denn nur ein Teil der Ränder wird in der Lage sein, den Raum zu bespielen. Außerdem ist die Platzfläche nördlich der Tramgleise aufgrund der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen nur eingeschränkt nutzbar und die
    östliche Platzwand nördlich des Tunnels ist völlig geschlossen.

    Die Einbeziehung der Rosenaustraße in den Platz ist städtebaulich nachzuvollziehen. Allerdings wird die Idee, die Straße über die gesamte Platzbreite für die Fußgängerquerung zu nutzen, bei der großen Verkehrsbelastung Konflikte herausbeschwören. Die Lage des Fahrradparkhauses auf der Nordseite des Platzes ist alles andere als optimal, da der Bahnhofseingang nicht direkt, sondern nur auf Umwegen erreicht werden kann.

    Die Idee, die Südwest-Ecke des Bahnhofsvorplatzes mit einem viergeschossigen Gebäude zu besetzen, dessen Volumen und Gebäudehöhe sich am Maßstab der Nachbarbebauung orientieren, wird vom Preisgericht begrüßt. An dieser prominenten Stelle wäre sogar ein etwas kräftigerer architektonischer Auftritt durchaus vorstellbar. Überhaupt ist die Idee einer Dienstleistungs- und Gastronomieschiene auf der Südseite, die sich bis zum Sebastian Buchegger-Platz erstrecken soll, eine gute Idee.
    Die große Freitreppe auf das obere Niveau wird als etwas zu starke Geste wahrgenommen.
    Der städtebaulichen Figuration geschuldet ist ein vergleichsweise ungünstiger Zuschnitt des Dienstleitungsgebäudes auf der Südseite des Bahnhofsvorplatzes, dessen dreieckiger Fußabdruck keine optimale Grundrissentwicklung zulassen dürfte.

    Die funktionalen Erfordernisse werden von dem Beitrag eingehalten. Die Wirtschaftlichkeit könnte gegeben sein. Es müsste jedoch gewährleistet sein, dass der hochwertig gestaltete Platzraum in seiner Nutzbarkeit weniger eingeschränkt wird.

    Vorhandener Baumbestand auf dem Sebastian-Buchegger-Platz kann bei diesem Entwurf nicht erhalten werden. Der vorhandene zentrale Baumbestand weicht der Straßenbahnlinie. Als Ersatz wird auf dem neu entstehenden Vorplatz ein prägnanter Großbaum gepflanzt. Am südlichen Sebastian-Buchegger-Platz finden sich zudem drei Kleinbaumpflanzungen. Für die umliegenden Anwohner dürfte sich grünordnerisch ein Mehr an Sichtachsen und eine geringere Durchgrünung im Wohnumfeld ergeben.

    Das Preisgericht würdigt eine konsequent urbane Interpretation des westlichen Bahnhofseingangs, die eindrucksvoll belegt, über welches städtebauliche Potential die Stadt Augsburg an der Schnittstelle zwischen Hauptbahnhof und Thelottviertel verfügt. Wenn es gelänge, das Verhältnis von Platzfläche und Nutzungsangeboten besser auszubalancieren und innerhalb der großzügig gestalteten Klammer über Bahnhof und Thelottviertel die Unterschiede der Teilräume besser herauszuarbeiten, käme das der Identität des Ortes entgegen.


INFO-BOX

Angelegt am 24.11.2015, 11:12
Zuletzt aktualisiert 07.07.2017, 09:49
Beitrags-ID 4-112414
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