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  • DE-73525 Schwäbisch Gmünd
  • 03/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-6575)

Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd 2014


  • 1. Preis

    Gesamtkonzept

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    Architekten
    A_lab Architektur, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept:
    Das Element Wasser stellt ein enormes, bislang ungenutzes Potential im Stadtraum Schwäbisch-Gmünds dar, das es neu zu entdecken gilt.
    Der Mündungsbereich von Rems und Josefsbach wird - großzügig aufgeweitet - zum neuen „Gmünder Delta“ transformiert. Das Delta ist das neue Gelenk zwischen Altstadt, dem Bahnhofsbereich und dem über die Rems nach Norden erweiterten historischen Stadtgarten und damit der Katalysator der Freiraumentwicklung sowie ein neuer Idendifikationspunkt Schwäbisch-Gmünd´s. Die neu geformte Kubatur der Wasserkante, gefasst von ineinander verschachtelten Mauern, Terrassen, Treppen und Plateaus, die sich auf vielfältige Weise der neuen, großzügig zusammengefassten Wasserfläche nähern, ist auch der Dreh- und Angelpunkt für die Grünverbindungen entlang der Rems in östliche, westliche und entlang des Josefsbaches in südliche Richtung.

    Auf der Altstadtseite entsteht der verkehrsfreie Delta-Platz als Entreé mit einer großen Sitzstufenanlage die hinunter auf den an dieser Stelle aufgeweiteten, tieferliegenden Uferweg am Wasser geleitet. Eine neue Architektur, vorzugsweise mit u.a. gastronomischer Nutzung, schließt den Platz zur Altstadt hin mit einer transparenten Fassade ab. Zwischen neuem Gebäude und dem bestehenden Kaufhaus entsteht ein luftiger, gläserner Innenraum mit vertikalem Grün wie ein riesiger Wintergarten. Der großzügige Platz wird ein Ort der Versammlung, ein „Fliegendes Dach“ bietet einer Bühne den notwendigen Witterungsschutz und funktioniert zugleich als zeichenhaftes architektonisches Signet für das neue Stadtentreé.

    Die Neuordnung des Bahnhofsvorplatzes ermöglicht eine großzügige, zusammenhängende und materialeinheitliche Platzfläche, die als Mischverkehrsfläche (Taxivorfahrt, Kurzparker etc.) ausgebildet wird. Hier haben die Fußgänger Vorrang vor den Fahrzeugen, die über die verlegte Remsstraße zur Altstadt geführt werden. Ein schmales, langgezogenes Wasserbecken akzentuiert zusammen mit ebensolchen Sitzelementen den Platz. Auf der Ostseite wird der Bahnhofsvorplatz durch ein neues Bürogebäude gefasst.
    Ein neues Gebäude westlich des Bahnhofes dient als Café / Shop. Eine leichte Dachkonstruktion überspannt und markiert den Eingang zur Unterführung auf die andere Seite der Gleisanlagen (und zum Bahnsteig) wo ein Pendant den nördlichen Eingang zur Unterführung markiert.
    Durch Verlegung der Einfahrt zum Parkhaus an die Remsstraße kann die Rampe, welche den südlichen mit dem nördlichen Bahnhofsvorplatz durch den vorhandenen Tunnel unter der Bahn hindurch verbindet mit einem Gefälle von 6% ausgebildet werden. Die Rampe wird über einen einheitlichen Belag den Platzflächen zugeordnet.
    Der Bahnhofsplatz Nord wird analog der Südseite befestigt und durch einen strengen Baumhain akzentuiert. Hier kann während der Gartenschau der Gärtnermarkt stattfinden. Von hier aus fährt auch der „Weleda-Express“, eine kleine Gartenschauelektrobahn durch den Wald bis zu den Heilpflanzengärten der Firma Weleda im Stadtteil Wetzgau – Rehnendorf. Vom Bahnhofsplatz Nord geleitet der während der Gartenschau blütengesäumte historische Kreuzweg entlang der verschiedenen Stationen hinauf zur Wallfahrstkirche St. Salvator (mit dem imposanten Blick über die Stadt).

    Die westliche Fläche des ehemaligen Güterbahnhofes wird während der Gartenschau als Stellplatzbereich genutzt. Baumreihen geben ein stabiles Raumgerüst, welches die zukünftige städtebauliche Struktur vorzeichnet. Zum Bahnhofsplatz hin – auf der Fläche des zukünftigen „Gleisparks“ - werden thematische Gärten im Wechsel mit kleinen Platzflächen angeboten, auf denen die Hallenschauen (Blumenhalle) angeordnet werden.

    Der historische Stadtgarten wird über die Rems hin nach Norden erweitert und schließt sich nun unmittelbar an den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz an. Zwei „Parkspangen“ dienen der direkten fußläufigen Verbindung des Bahnhofs mit dem Parkhotel und dem Kongresszentrum sowie mit der Altstadt und dem Grünzug am Josefsbach. Der historische Teil des erweiterten Stadtgartens wird über die Parkspangen mit seinem mordernen Pendant am nördlichen Remsufer verknüpft.

    Eine Doppelbaumreihe trennt als „grüner Filter“ die befahrene Bahnhofsplatzfläche von dem erweiterten, modernen Stadtgarten. Sie bildet die Raumkante für eine begleitende, wassergebundene „Heckenpromenade“, die zum Verweilen mit Blick über die offene Rasenfläche, das Band aus „Blütengold“ (während der Gartenschau) über die Rems bis hinüber zum historischen Stadtgarten mit dem Kongresszentrum im Hintergrund einlädt. Versetzt angeordnete, streng geschnittene Heckenreihen bilden Sitznischen für vielfältige kommunikative Situationen und Sichtbezüge.

    Das neue Parkhotel (200 Betten) schließt den Parkraum zur Rektor Klaus Straße. Der Haupteingang im Norden des Gebäudes ist über eine Vorfahrt an die Straße als auch an den Bahnhofsvorplatz und an die Heckenpromenade im Park angebunden. Das bestehende, denkmalgeschützte Gebäude an der Bahnhofsbrücke wird zur Gartenschau zum Treffpunkt Baden-Würtemberg mit Räumlichkeiten für Ausstellungen, Informationen und einem kleinen Café entwickelt.
    Während der Gartenschau wird die Heckenpromenade von einem Band von Themengärten und Wechselflor (Blütengold) begleitet. Eine großzügige Uferpromenade begleitet die Rems, deren Ufer hier mit einer Mauer hart ausgebildet wird.
    Eine obere Terrasse auf Parkniveau und eine untere knapp oberhalb des Wasserniveaus verbindet den neuen Teil des Stadtgartens mit dem Delta.

    Der historische Teil des Stadtgartens wird in seiner Grundstruktur belassen und historische Elemente wie Blumenrondelle Fontänen und Skulpturen soweit möglich und sinnvoll gartendenkmalpflegerisch rekonstruiert. Das Rokokoschlößle wird in seiner gastronomischen Funktion für die Gartenschau genutzt und ggf. um eine adäquate Außengastronomie erweitert. Ein Uferweg in Verlängerung des übergeordneten Radweges ergänzt das vorhandene Wegesystem und geleitet mit Blick auf die Rems und den erweiterten Stadtgarten über eine neue Brücke in die Altstadt. Am Delta entsteht in der historischen Sichtachse zum Eingangsportal ein neuer Balkon am Wasser. Eine Treppe führt hier hinunter zum „Theater am Delta“ - einer Sitz- und Angelnische am Wasser, die sich auch als neuer Ort für kleine Theater bzw. Konzertveranstaltungen anbietet. Die beiden denkmalgeschützten Gebäude an der ehemaligen Bahnhofsstraße, die nun im erweiterten Stadtgarten stehen, bleiben erhalten. Das klassizistische „Torhäuschen“ an der Fünfknopfturmbrücke wird zum Cafe´ mit Blick auf das „Delta“ und den Josefsbach. Ein Themengartenband (Blütengold) begleitet den Uferweg, schmale Wechselflorstreifen begleiten die Sichtachse vom Rokokoschlößle über das historische Eingangsportal bis zum Delta.

    Der kanalisierte Josefsbach wird umfassend renaturiert. Seine Sohle wird entsprechend dem vorliegenden Gutachten angehoben, um die Zugänglichkeit, die Verbindung zur Stadt wie auch die ökologische Durchgängigkeit zu verbessern. In der Uferböschung werden die Betoneinfassungen zugunsten eines kleinteiligen Wiesenhanges mit höhengestuften, gemischten heimischen Gehölzen zurückgebaut. Naturnah wechselnde Wassertiefen –soweit möglich mit Gleit- und Prallhang ausgebildet - tragen zur Vielfalt des Lebensraumes bei. Ein uferbegleitender, schmaler Weg, der knapp oberhalb des Mittelwasserstandes liegt, lässt den Spaziergänger abtauchen in eine „Naturwelt“. Die „Bachbalkone“ markieren die Zugänge zur Altstadt und geben als kleine Aussichtspunkte Einblicke in Flora und Fauna des Bachraumes.Die Robert von Ostertag Straße wird zur verkehrsberuhigten Promenade am Josefsbach. Kleine „Stadtgärten“ mit Spielplatz und Schmuckbeeten, überspannt durch einen „Silberweidenhain“, markieren die Übergänge zwischen der Altstadt und dem Grünzug entlang des Josefsbachs.

    Der Weg zum Aussichtspunkt am Zeiselsberg wird analog zum Aussichtspunkt St. Salvator gärtnerisch flankiert, die Anbindung vom Grünzug am Josefsbach wird über einen während der Gartenschau floral gestalteten Sebaldplatz hergestellt.

    Daueranlage:
    Die Bänder der Themengärten im Bereich des neuen und des historischen Stadtgartens werden in extensive gärtnerische Bänder umgewandelt, einige Wechselflorflächen können langfristig als Schmuckpflanzungen erhalten bleiben.
    Die Themengärten im Bereich des Bahnhofsvorplatzes Nord werden zu pflegeleichten Stadtgärten mit Spiel-, Sport- und Erholungsnutzung.
    Die Hallenschaubereiche werden in der Nachnutzung für Trendsportarten wie Skaten, Streetball oder Beachvolleyball genutzt.
    Die Stellplatzflächen werden zu Baufeldern für Handel und Gewerbe weiterentwickelt.

    Verkehr:
    Das Verkehrskonzept der Stadt Schwäbisch Gmünd wird aufgegriffen. Durch den Rückbau der Bundestrasse 29 zugunsten einer Untertunnelung als Umgehung wird die innerstädtische Barrierewirkung aufgehoben. Die Verlegung der Remsstraße über den Bahnhofsplatz, der nunmehr als Mischverkehrsfläche dient, verbessert die stadträumliche Situation zwischen Bahnhof, Altstadt und Stadtgarten neben einer optimierten Durchgängigkeit auch hinsichtlich der Lärm- und Schadstoffbelastung. Bahnhofsvorplatz, Stadtgarten und Gmünder Delta werden jetzt als zusammenhängende Freiräume lesbar, welche eine Fußgänger- und radfahrfreundliche Verbindung zur Altstadt und über die Fluß-/Bachtäler in die landschaftliche Umgebung ermöglichen.

    Ein Fuß- und Radwegenetz kann nunmehr ohne größere Barrieren von der Altstadt ins Umland entlang der Rems und des Josefsbaches entwickelt bzw. geschlossen werden.

    Landesgartenschau-Parkplätze werden im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofes, im Parkhaus am Bahnhof, beim Kongresszentrum sowie in der Altstadt angeboten.

    Ideenteil:
    Der Waldstetter Bach erhält einen Uferweg der an der Waldstetter Brücke beginnend zunächst
    auf der Nordseite des Bachlaufes straßenbegleitend geführt wird und dann im aufgeweiteten Bereich als wassernaher Uferweg im (soweit finanziell möglich) auf ganzer Länge renaturierten Bachelaufes und naturnah mit heimischen Gehölzen bepflanzten Wiesenraum in südwestlicher Richtung stadtauswärts geleitet.
    Anbindung an die angrenzenden Wohngebiete erfolgt über kleinere Stichwege und „Aussichtsbalkone“ analog der Gestaltung des Josefsbaches jedoch schlichter ausgeführt.In beengten Raumverhältnissen können abschnittsweise ergänzende Stege parallel oder über den Bachlauf als Bereicherung des Angebotes für Fußgänger angeboten werden, so die grundstücksrechtliche Situation geklärt ist. Für Radfahrer sollte jedoch auf den stabil und rutschfest ausgebauten begleitenden Hauptweg trotzdem nicht verzichtet werden.
    Das Taubental wird als Naherholungssystem mit zusätzlichen Picknick- und Barbecueplätzen ausgestattet und das vorhandene Wegesystem ausgebaut und wo notwendig erweitert. Dies gilt insbesondere für den Weg zu den Weledagärten und die Anbindung an die Altsstadt über den nunmehr attraktiv gestalteten, ehemaligen Güterbahnhof und den Bahnhofsplatz Nord.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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