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  • DE-73525 Schwäbisch Gmünd
  • 03/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-6575)

Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd 2014


  • 5. Preis

    Daueranlage

    Landschaftsarchitekten
    Ernst + Partner, Trier (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Helmut Ernst LA Stefan Jacobs LA Michael R. Schwarz A Mitarbeit Thomas Müller Andreas Jessen, Fachberater Runge+Küchler, Verkehrsplaner Christoph Mancke, Bildhauer

    Erläuterungstext
    Stadt in der Stadt

    Die Struktur des historischen Stadtkerns von Schwäbisch Gmünd ist heute in ihrer Kontur innerhalb des Stadtgrundrisses von großer Prägnanz. Das vorhandene Potential soll über die unterschiedlichen Maßstabsebenen der Stadtmorphologie zum Alleinstellungsmerkmal weiterentwickelt werden.

    Das städtebauliche Konzept beinhaltet u.a
    - Aufwertung des Stadt-Entrée Nordwest
    - zeitgemäße Gestaltung des historischen Stadtgarten nach Norden und Osten mit attraktiven Erweiterungen
    - Renaturierung von Rems und Josefsbach, Wiederbelebung des Elementes Wasser im Stadtbild
    - Sanierung und Rückbau der Gassen, Straßen und Plätze als fußgängerfreundliche und erlebnisreiche Gesamtsituation, Vernetzung dieser mit dem Landschaftsraum, begleitet von einer verträglichen Verkehrsführung für die Innenstadt,
    - Aufwertung des Stadtbildes durch die Pflege und Sanierung öffentlicher und privater Gebäudefassaden
    - Entwicklung und Konversion der Fläche Güterbahnhof zu einen Park für Gewerbe, Dienstleistung und Wohnen mit attraktiver Freizeitanlage (Trendsportarten wie Skaten, Beach- und Volleyball u.a.m.)

    Stadtentrée Nordwest
    Der historische Einstieg in die Altstadt, die Stadt in der Stadt, wird im Norden mit einem attraktiven baulichen Ensemble neu definiert.
    Hierzu gehören:
    - Stadttorhaus mit Stadtplatz an der Flussmündung
    - vorbildliche neue Architektur im historischen Kontext durch die bauliche Entwicklung auf dem Grundstück des Kaufhauses Horten
    - Park-Hotelensemble an Bahnhofsvorplatz

    Das neue Stadttorhaus, Pendant zum Hotelensemble im nahen Stadtpark, ist neues städtebauliches Zeichen am \"Stadtentrée Altstadt\" Die baulichen Ensemble nehmen die historischen Richtungen und Baufluchten auf und führen die ankommenden Wegeachsen in die historische Altstadt. Die Ledergasse wird neu gefasst und akzentuiert gegliedert, der Platz- und Stadtraum auf die historischen und stadträumlichen Prägungen zurückgeführt. Der einst vorhanden Bachlauf wird im Stadtbild wieder mittels Wasserrelief sichtbar und belebt den Raum. Die Bebauung auf dem Grundstück des Kaufhauses Horten zeigt beispielhaft, neue, zeitgemäße Architektur im historischen Kontext der Altstadt Schwäbisch Gmünd. Einzelne Baukörper addieren sich zu einem Gesamtensemble der Bauvolumina und sollen bis zum Zeitpunkt der Gartenschau realisiert werden.

    Bahnhofplatz
    Die Raumkanten des Bahnhofvorplatzes werden durch die vorgeschlagenen baulichen Ergänzungen mit ihren Raumkanten und Baufluchten neu definiert,
    Die Solitäre, das Bahnhofsgebäude und das Parkhotel sind die bestimmenden städtebaulichen Dominanten am Platz. ihre Platzwände bestimmen die Richtungen und formulieren klare Raumbezüge. Der Bahnhofplatz, vitaler und geschäftiger Stadtraum, wird als \"steinerner Platz\" im Schnittpunkt der Wege und Verkehrsachse formuliert. Seine Funktionen sind klar und logisch gegliedert. Die neue, attraktiv gestaltete Unterquerung der Bahnanlage beginnt im Bahnhofsgebäude. Über Treppen, Aufzüge, Rolltreppen werden Bahnhofshalle und Bahnsteige erschlossen. Neben dem Bahnhofsgebäude wird in Ergänzung zum bestehenden Angebot ein Velo-Point vorgeschlagen. Am Bahnhofplatz markieren Parkhotel und neue Platzrandbebauung den Einstieg in den neuen Uferpark mit Museum und Treffpunkt Baden-Württemberg.

    Salvatorplatz
    Vis a vis der Gleisanlagen am Bahnhofsgebäude wird ein neuer städtebaulicher Akzent vorgeschlagen. Das Tor- und Kopfgebäude am Platz markiert das Entrée:
    - Taubental
    - Kreuzweg zur Felsenkapelle St. Salvator
    - Stadtquartier auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhof
    - Freizeit- und Sportpark
    - Zugang Unterführung Bahnhofshalle bis zum
    Bahnhofsplatz

    Stadtquartier ehemaliges Güterbahnhof-Areal
    Das neue Quartier entlang der Gleisanlagen wird als Wohnquartier mit verträglichen Dienstleistungen entwickelt. Die bauliche Entwicklung des Areals ist aus dem Duktus des historischen Stadtgrundrisses hergeleitet. Zeitgemäße Architekturen in modularen Baustrukturen mit Fugen orientieren sich am historischen Vorbild. Entlang der Gleisanlagen wird die Baustruktur dichter entwickelt, die Bebauung bildet das Rückgrat und die Raumkante des Stadtquartiers nach Süden hin.

    Grünes Band
    Das grüne Band des ehemaligen Wallgrabens, der Graben-Allee mit Bebauung wird bis zum neuen Stadttorhaus geführt. Stadttorhaus und Stadtuferpark sind Ausgangs- und Zielpunkt des \"Grünen Bandes Uferpark Josefsbach\". Im Norden setzt sich entlang des Josefsbach \"Das grüne Band\" in der Bahnhofstrasse unter der Bahntrasse fort. Der neue Sportpark entlang der Gleisanlagen wird mit dem Taubental vernetzt. Nach Süden bindet das grüne Band mit seinen Querspangen die naturnahen Erholungsräume an die Stadt.

    Drei-Ufer-Park

    Durch die Neuordnung Stadtentrée wird der Freiraum zwischen Bahnhof, Kongresszentrum und historischer Stadtkante neu definiert. Das neu gewonnene Areal nördlich der Rems erhält eine formale und landschaftskünstlerische Gestaltung unter großzügiger Einbeziehung des Ufers.
    Die geplanten Sohlrampen der Rems werden jeweils nach Osten und Westen verschoben. Die hierdurch entstehende \'Stillwasserfläche\' verbindet die drei unterschiedlich geprägten Ufer
    - Sitzstufen am neuen Stadttorgebäude, Stadtkante am
    Wasser
    - ökologisch gestaltetes Ufer am Stadtpark
    - landschaftsarchitektonisch geformte Uferkante des
    neuen Parkteils

    Die vorgegebene Bachsohlregulierung Josefsbach wird unverändert übernommen. Die ökologisch gestalteten Uferpartien werden wieder erlebbar und partiell zugänglich gemacht.

    Sebaldplatz

    Der Sebaldplatz wird durch Neuordnung der Verkehrsströme zum geschlossenen Grünzug mit Verbindung zum Zeiselberg als Aussichtspunkt mit Blick über die Kernstadt in das Taubental mit St. Salvator. Im Grünzug Sebaldplatz könnten Gärten der Partnerstädte von Schwäbisch Gmünd dauerhaft ihren Platz finden.



    Grüner Ring

    Die Kontur der Altstadt wird an ihren Rändern durch eine ausgeprägte Grünstruktur im ehemaligen Wallgraben begleitet. Entlang der Ufer des Josefsbach unterstützt sie in diesen Bereichen das eigenständige Erscheinungsbild der \"Alten Stadt\" innerhalb des städtischen Kontextes. Dieser wird konzeptionell aufgegriffen, ergänzt und vervollständigt. Einem \"Saum\" ähnlich wird die Kontur der Altstadt nun umlaufend eingefasst. Die vorgeschlagene Begrünung entlang der Uferstraße mit neu gestalteter Uferböschung artikuliert den stadträumlichen Übergang in die Weststadt.


    Tore, Passagen Gassen

    seit jeher spielen die sogenannten Torstraßen eine wichtige Rolle im städtebaulichen Gefüge der Altstadt. Räumlich geprägt durch das Spalier der giebelständigen Häuser verbinden sie bedeutende Platzräume und Stadteingänge miteinander. Ledergasse und Bocksgasse als wichtige Straßenräume durchqueren passagenähnlich das Stadtgefüge. Der Marktplatz mit Postgasse Kronengässle, Marktgässle und Radgässle ist wichtiger Kreuzungspunkt.


    Historische Pfade

    In Ergänzung zur Figur der Passagen und Gassen werden historische Wegpfade, ein innerer und ein äußerer Wegering angelegt. Er führt die Besucher durch die Zeit der Staufer und des Mittelalters. Weitere für den historischen Kontext wichtige Orte wie beispielsweise Rathausplatz und Münsterplatz werden mit den historischen Stadteingängen verknüpft und für den Passanten erlebbar gemacht. Das Geflecht aus Passagen und historischen Ringen stärkt die historischen Platzräume in ihrer Funktion als städtische Bühnen und Orte der Begegnung und Kommunikation.


    Altstadt, Stadttürme und Stadtwächter

    Das angelegte Geflecht aus Passagen, Gassen und historischen Ringen lädt ein zum Rundgang durch die Altstadt. Dem Besucher vermitteln sich immer neue Eindrücke, er entdeckt unbekannte Orte und Situationen, schmale Gassen, Plätze, markante Gebäude, Mauern und Türme. Neue Stadtzeichen \"Stadtwächter\" stehen als Zeichen an den Orten der ehemaligen Torturmgebäude. Sie begleiten den Besucher auf seinem Rundgang durch die Altstadt.

    Ringe in der Ringstadt

    Kunstobjekte in Form von Ringen markieren ausgewählte Orte und Plätze. Sie sind Zeichen für den Glanz der Zünfte und Künste in der Stadt.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.