loading
  • DE-10179 Berlin
  • 10/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-204411)

Konzeptwettbewerb BDIAußergewöhnlich! 2015


  • Anerkennung


    Anzeige


    Projekt
    Co-Working-Bus

    Innenarchitekten
    Die Planstelle GmbH, München (DE)

    Verfasser
    Christine Schön

    Erläuterungstext
    Einleitung

    Wer kennt diese Situation nicht:
    Mann oder Frau fährt öffentlich ins Büro. Um keine Zeit zu verlieren, wird während der Fahrt gleich nach dem Handy gegriffen. Um auf dem Laufenden zu sein wird noch ein kurzer Blick auf die Nachrichten geworfen, dann gleich die Mails gecheckt und sofort mal das Unwichtige gelöscht. Damit ist man nicht allein. Um einen herum tun 99% der Fahrgäste genau das selbe. Eine gebrechliche ältere Dame steht seit drei Haltestellen unbemerkt in der Menge und hält sich wacklig am Haltegriff fest, bis man sie endlich wahrnimmt, beschämt aufsteht und ihr einen Platz anbietet. Ein schrecklich schöner Start in den Morgen.

    Die folgenden Tage startet man anders und leistet sich den Luxus, während man in der Strassenbahn steht, einfach mal rauszuschauen, zu beobachten. An einem dieser Tage ergibt sich ein Gespräch, das einen zum Schmunzeln bringt, an einem anderen Tag stellt man nicht nur über die Wetter-App fest, dass heute Fön ist und man die Berge sehen kann. Man erkennt, dass, mit etwas Abstand betrachtet, ein aktuelles Projekt komplett anders aufgezogen, eigentlich viel besser funktionieren würde. Was sich im Anschluss daran, umgesetzt, auch bestätigt.
    Effektive Arbeit ist gerade in unserer Wissensgesellschaft schwer zu definieren. Nur wer länger als Kollegen am Schreibtisch sitzt, ist nicht automatisch effektiv. Auch der nicht, der immer und überall mobil erreichbar ist und die Grenzen zwischen Büro und Freizeit verschwimmen lässt.
    Man muss sich selbst organisieren können und individuell entscheiden, wieviel online ausreichend ist. Home-Office mit Kind in einer 2-Zimmer-Wohnung? Ein Alptraum!
    Jede Sekunde Wartezeit auf Geschäftsreisen für Telefonate und oder Mails zu nutzen, anstelle die Chance zur Sammlung oder Inspiration anzunehmen? Auch dieser Effektivitätsfaktor ist in Statistiken nicht nachweisbar.

    Idee

    Wir brauchen einen Ort, der uns verortet. Der uns die Möglichkeit gibt, die Wahl zu haben, online zu sein, Gespräche zu führen, sich von der Umgebung inspirieren zu lassen oder sich auszuklinken.
    An und für sich, könnte dies tatsächlich ein dafür speziell ausgebautes öffentliches Verkehrsmittel sein.

    Wir nennen es den „Co-Working-Bus“.

    Konzept

    Der Co-Working-Bus sieht im Prinzip wie ein Sightseeing-Doppeldecker-Bus in größeren Städten aus.
    Seine Route führt uns in einem Rundkurs vorbei an Orten, die uns zeigen, wo wir sind. An historischen Gebäuden, die einen beeindrucken, weil sie eine Geschichte erzählen und zu Parks und typischen Besonderheiten, die einen erstaunen und durchatmen lassen.
    In Städten mit schiffbaren Flüssen, kann es auch ein Co-Working-Boot sein!

    Der Co-Working-Bus ist mindestens ein Hybrid-Fahrzeug oder ein E-Bus. An Bord gibt es einen Catering-Service, der für Getränke und Snacks sorgt. Die Buchung der Plätze erfolgt über eine App. Mittagsplätze können zusammen mit einem Menü gebucht werden.

    Der Co-Working-Bus teilt sich in drei Bereiche.

    1. Digitaler Bereich:

    Der Bereich bietet Geschäftsreisenden, die noch ein paar Stunden vor dem Rückflug überbrücken müssen, die Möglichkeit klassisch zu
    arbeiten. Ebenso auch das Angebot für Ortsansässige, für die es sich nicht lohnt, nach einem Termin ins Büro zurückzugehen und die den Heimweg nutzen wollen. Das heißt, wir benötigen
    einen Tisch, der groß genug für das komfortable Arbeiten mit Laptop und Maus ist. Die nötige Infrastruktur bezüglich Strom, Ladestationen und W-Lan ist vorhanden.
    Man sitzt auf einer Bank, die Arbeitsinseln sind zueinander leicht akustisch abgeschirmt, sodass man zusammen mit dem städtischen Grundrauschen den Nachbarn nicht wortwörtlich stört. In Reihe geschalten, ergibt sich das Bild eines Klassenzimmers von früher.
    Im Bus findet man diese Situation im unteren Deck.

    2. Analoger Bereich:

    Hier sind alle mobilen Geräte tabu. Es gibt buchbare, wie auch nicht buchbare Zonen. Das heißt, man mietet sich im Voraus entweder für vertraulichere Besprechungen mit Geschäftskunden einen Raum oder setzt sich, bei nicht vertraulichen Themen, einfach wie im Wirtshaus spontan an einen Tisch, als Gesprächsgruppe, wie auch als Einzelperson.
    Es gibt unterschiedlich große Tische, sowie Raumteiler, die für Intimität
    sorgen.
    Darüber hinaus gibt es abgetrennte
    Ruheboxen mit Liegen für ein Mittags-
    schläfchen oder einfach für eine kurze
    Auszeit im Doppeldecker.
    Im Bus wäre dies im oberen Deck und bei schönem Wetter öffnet sich das
    verglaste Panoramadach.

    3. Haltestellen:

    Durch die Rundfahrt bin ich immer in Bewegung und die unterschiedlichen Haltestellen machen es mir möglich, mir über das doch klassische Abeits-
    verhalten im Co-Working-Bus hinaus Inspirationen zu holen oder mich in der Natur komplett rauszunehmen. Und das sehr spontan und sobald mir danach ist. Jederzeit Aussteigen und wieder
    Einsteigen, wann es einem gefällt.

    Der erste Prototyp geht 2016 in
    München auf Fahrt.
    Erste Haltestelle:
    Die Planstelle GmbH
    Landwehrstrasse 60-62
    80336 München
    Catering für alle Erstteilnehmer
    inklusive!

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 03.12.2015, 15:30
Zuletzt aktualisiert 07.12.2015, 15:56
Beitrags-ID 4-113052
Seitenaufrufe 54

Anzeige







Anzeige