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  • DE-38304 Wolfenbüttel, DE-38300 Wolfenbüttel
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-204316)

Neugestaltung Schlossplatz / Dammfeste


  • 3. Preis

    Perspektive, © silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG

    Landschaftsarchitekten
    silands | Gresz + Kaiser Landschaftsarchitekten PartG mbB, Ulm (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart (DE)
    Lichtplaner: DAY & LIGHT LICHTPLANUNG, München (DE)
    Verkehrsplaner: BrennerPlan GmbH - Planungsgesllschaft für Verkehr, Stadt und Umwelt, Stuttgart (DE)
    Visualisierer: Architektur & Zeichnung, München (DE)

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf verlagert die Straßenführung ebenfalls an die Nord- und Ostseite des Schlossplatzes, verfolgt aber bei der Gestaltung des Platzes einen eigenständigen und von den anderen Arbeiten abweichenden Absatz:

    Südlich des Zeughauses, zwischen Straßentrasse und Platz wird eine dreireihige, in rechteckiger Form geschnittene Baumpflanzung vorgesehen. Das Baumpaket nimmt damit die Grund-formen von Jahnturnhalle, Kornspeicher und Zeughaus auf und setzt diese Struktur nach Süden fort. An der Nordseite entsteht so eine Raumkante, die den Schlossplatz kleiner fasst und eindeutig auf das Schloss ausrichtet. Die geschaffene Raumgröße wirkt wohl proportioniert. Der hohe Dachstuhl des Zeughauses mit den drei Zwerchhäusern bleibt weiterhin dominierend. Die Wegebeziehungen zwischen FGZ und Schloss verlaufen ablesbar über den Platz hinweg.

    Irritierend ist bei dem Entwurf aber die Materialwahl für den Platz, die für die am stärksten beanspruchte Veranstaltungsfläche eine wassergebundene Decke vorsieht. Nicht verständlich ist ferner der Materialwechsel in der Straßenoberfläche, der sich nicht an den verkehrlichen Bezügen orientiert, sondern offenbar an räumlichen Kanten, die aber nicht sehr augenfällig sind. Auf wenig Zustimmung stößt die Unterbringung der Parkplätze unter den Bäumen auf der Nordseite.

    Gut und eindeutig ablesbar ist hingegen die Verknüpfung zwischen Schloss und dem Museumsbereich an den Westfassaden zwischen Jahnhalle und Zeughaus. Diese Trasse geht jedoch unvermittelt in den Straßenraum der Lessingstraße über. Eine gliedernde Zäsur, die auch die unterschiedlichen Verkehrsfunktionen verdeutlichen würde, wird vermisst.

    Wenig überzeugend ist schließlich die starre und barockisierte Vorplatzgestaltung vor dem Westportal des Zeughauses, der die an dieser Verkehrsachse und Übergangsstelle zum Bibliotheksquartier nötige räumliche Kraft fehlt. In diesem Sinne irritiert auch die weitgehende Entfernung von raumprägenden Gehölzen im Vorfeld der HAB. Die formalisierten Rasenflächen trennen das Hauptgebäude eher vom Rest des Quartiers als dass sie Bezüge herstellen.

    Zusammenfassend weist der Entwurf eine anregende, gut durchgestaltete und funktionierende Gestaltung der urbanen Platzfläche vor dem Schloss auf. Diese hohe Qualität setzt sich aber in den Teilflächen von Lessingplatz und Bibliotheksquartier sowie den verkehrlichen Planungen nicht angemessen fort.