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  • DE-50679 Köln, DE-50679 Köln
  • 11/2015
  • Ergebnis
  • (ID 2-178769)

Parkstadt Süd


  • Teilnahme

    Illustration Park, © ASTOC Architects and Planners / GROSS.MAX. / ARGUS

    Architekten, Stadtplaner
    ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: GROSS. MAX. landscape architects, Edinburgh (GB)
    Stadtplaner: ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    GRUNDSÄTZE:

    • Jeder angrenzende Stadtteil leistet seinen Beitrag und profitiert vom neuen Park
    • Der Park ist eine Sequenz von Freiräumen mit unterschiedlichen Charakteren
    • Die Charaktere entstehen durch Transformation der vorhandenen Strukturen
    • Der öffentliche Raum hat Vorrang
    • Ein Block ist kein Gebäude

    REGELN
    A) Aus dem Bestand
    Unter Berücksichtigung des Startkapitals ist das stadt- und freiräumliche Konzept der Parkstadt auch mit Erhalt des Großteils des Bestandsubstanz zügig umsetzbar. Entlang einer klaren Parkkontur werden frühzeitig und bereits im unfertigen Zustand der Parkraum und das Stadtbild ablesbar. Konkrete Ideen aus dem Beteiligungsverfahren werden bereits in diesem Stadium konzeptionell eingearbeitet.

    B) Adaption
    Jeder angrenzende Stadtteil leistet seinen Beitrag und profitiert vom neuen Park. Dabei orientiert sich die Anordnung und Körnung der neuen Quartiere an der Umgebung und verknüpft diese somit mit dem Parkraum. Die Charaktere der Stadtteile entstehen durch die Transformation der vorhandenen Strukturen. Ein urbanes Ensemble aus Alt und Neu wird auf den bestehenden Baufeldern qualifiziert und verdichtet.

    C) Neue Sequenz
    Der Park ist eine Sequenz von Freiräumen mit unterschiedlichen Charakteren. Die klare Kontur erzeugt eine direkte Durchwegung durch die ganze ParkStadt und bildet aktive Adressen zum großzügig und offen gestalteten Park aus. Innerhalb dieser zusammenhängen Sequenz bis zum Rhein, steht die Erlebbarkeit der unterschiedlichen Abschnitte im Vordergrund.

    D) Verknüpfungen
    Der öffentliche Raum hat Vorrang. Im Hinblick auf die autoarme Ausrichtung der Quartiere ist die Gestaltung der Übergänge zwischen Park- und Stadtraum die wichtigste Grundalge für die urbane Lebensqualität der BewohnerInnen. Die großzügige und offene Freiraumplanung der Parksequenz steht hierbei der kleinteiligeren und introvertierteren Platzgestaltung in den Quartieren gegenüber. Im größeren Zusammenhang steht die Durchlässigkeit der ganzen Park_Stadt im Vordergrund, um die vielfältig und flexibel nutzbaren Freiflächen zu verknüpfen.

    E) Ankerpunkte und Adressen
    Die Ankerpunkte sind identitätsstiftende Impulsgeber, die eine breite Akzeptanz der zukünftigen Planung ermöglichen. Diese nachgenutzten Bestandsgebäude oder Neubauten sind funktionale oder soziokulturelle Zentren und bieten auch strukturelle Orientierung für die Entwicklung der umliegenden Bebauung. Desweiteren sorgt die Planung von Wohnnutzungen am Park und Gewerbe- und Einzelhandelsflächen an den Hauptverkehrsstraßen sowie nahe der Bahntrasse für klare Adressen.

    F) Mobilität
    Die neuen Quartiere werden durch Stichstraßen erschlossen, die sich an
    bestehenden Wegen orientieren. Der öffentliche Raum der Parkstadt soll zum zu Fuß
    gehen und Radfahren einladen und wird weitestgehend vom Kfz-Verkehr
    freigehalten. Für die Ver- / Entsorgung sowie Anlieferung und Rettungsmaßnahmen
    bleiben die Verkehrswege der ansonsten autofreien Parkstadt prinzipiell zugänglich.
    Private Kfz werden in dezentralen Quartiersgaragen abgestellt. Je nach Entwicklung
    der Pkw-Besitzzahlen gilt es hier, Erweiterungen bzw. alternative Nutzungskonzepte
    zu ermöglichen. In Ergänzung zu den ÖPNV-Stationen werden in Mobilitätsstationen
    auf unterschiedlichen Ebenen Mobilitätsangebote (Info, Verleih, Service, Paketservice etc.) gebündelt, die eine vielfältige urbane Mobilität unterstützen – eine Implementierung ist als Shop-in-Shop-Prinzip denkbar.

    Nutzungsstrukturkonzept
    Ein Block ist kein Gebäude. Dieser Grundsatz der hohen Flexibilität und Differenzierung gilt für die stadträumliche Planung, aber auch für die Konzeption der Freiräume. Die abwechslungsreiche Nutzungsmischung sorgt für urbane Milieus in den Quartieren. Die vorhandenen Strukturen und Ankerpunkte werden in ihrer Lage und Funktion gestärkt und qualifiziert. Das große Potential an identitätsstiftenden Akteuren vor Ort wird dadurch in die bevorstehenden Planungen integriert und sofort nutzbar gemacht. Die bauliche Transformation in den weitestgehend bestehenden Baufeldern hebt den eigenständigen Charakter der Park_Stadt hervor und ermöglicht eine konsequente und durchgängige Freiraumgestaltung bis zum Rhein, die im größeren Zusammenhang des Kölner Grüngürtels steht.

    UMSETZUNGSKONZEPT
    1) Phase
    Nach einer spezifischen Ortsanalysen und Bestandsermittlung werden die identitätsstiftenden Ankerpunkte als Startkapital benannt und zusammen mit einigen Vorschlägen des Ideenmarkts in das konzeptionelle Grundgerüst eingearbeitet. Ein erster Weg vom Eifelwall bis an den Rhein wird während des allmählichen Abriss des Bausubstanz angelegt. Auf den Brachflächen der ehemaligen Dombrauerei kann sofort mit den Planungen des Rheinquartiers um die neue Schule begonnen werden.

    2) Phase
    Als erste, großangelegte Maßnahme verstärkt die klare Kontur des Parkraums die Durchwegung der Park_Stadt und ist auch schon im unfertigen zustand ablesbar ohne dabei große Teil der Bausubstanz abreißen zu müssen. Nachdem der Bau des Rheinquartiers bereits begonnen hat, werden auf Grundlage der vorhandenen Strukturen die Baufelder der restlichen Quarteire um die nachgenutzten Ankerpunkte bereitgestellt.

    3) Phase
    Der Verdichtung der Quarteire folgt die Qualifizierung des Bestands und erzeugt ein urbanes Ensemble aus Alt und Neu. Gleichzeitig wird die Erlebbarkeit der Parksequenz weiterentwickelt und die Gestaltung des öffentlichen Raums als Verbindungsglied zwischen und innerhalb der Quartiere steht im Fokus.

    QUARTIERE
    A) Rheinquartier Bayenthal
    Zwischen Bonner Straße und Rhein entstehen attraktive Adressen zum Wohnen am Park und ein neuer Schulstandort. Hier sind kleinere Parzellen vorgesehen, die für Baugruppen geeignet sind. Durch die Anordnung der Baukörper wird die Alteburger Straße in ihrer Funktion als Verbindungsglied zwischen Bayenthal und der Südstadt gestärkt. Der neue Schulbau wird in das Blockinnere integriert und somit zum Herzstück eines größeren Ensembles aus Gewerbe-, Bildungs- und Wohneinheiten. Der großzügige Parkraum integriert den Alteburger Biergarte. Die Parkwege führen über ein Aussichtsplateau zum Rheinufer als auch mittels des Radschnellwegs über den Rhein.

    B) Marktquartier Raderberg
    Um die denkmalgeschützte Markthalle entsteht zwischen den neu angelegten großzügigem Parkräumen, der Raderberger Brache und dem angrenzenden Raderberg, ein gemischtes Quartier aus großstädtischen Blöcken, die einen flexiblen Umgang mit dem Bestand ermöglichen. Eine Abfolge von unterschiedlich nutzbaren Plätzen um die nachgenutzten Bestandsgebäude charakterisiert den öffentlichen Raum im autoarm geplanten Quartier. Die Wohnblöcke am Park werden über die begrünten Verkehrsachsen mit der Raderberger Brache verbunden, verfügen über verschieden große Parzellen und begrünte Innenhöfe.

    C) Kreativquartier Südstadt
    Südlich der Bahngleise geben die nachgenutzten Bonntorhallen den vielfältigen Initiativen und Kreativen im und um das Plangebiet herum Raum für Entfaltungsmöglichkeiten. Der Bestand wird schrittweise umgebaut und nachverdichtet, um Raum für zusätzliches Gewerbe, Kreativindustrie als auch Wohnflächen anzubieten. Es entsteht ein gemischtes Gewerbe- und Kreativquartier, das auch den Anforderungen des Lärmschutzes gerecht wird. Ein kulturelles Zentrum an der neuen Unterführung zur Südstadt bilden mit Urban Gardening Flächen entlang des Sees den Abschluss im Westen. Im Osten befindet sich ein urbaner Platz, der als Eingangssituation fungiert und den Grüngürtel über die Bonner Straße vermittelt.

    D) Fortunapark Zollstock
    Zwischen Vorgebirgsstraße und Gleisdreieck bestimmen die Sportflächen des SC Fortuna Köln und gewerblich genutzte Restflächen den Charakter. Hier gilt es vor allem die bestehenden Flächen zu qualifizieren und in den Grüngürtel zu integrieren ohne sie in ihrer Lage und Funktion verändern zu müssen. Allerdings muss die Durchlässigkeit zum angrenzenden Zollstock über eine Durchwegung der Sportflächen und dem nördlich gelegenen Volksgarten durch eine neue Unterführung unter dem Bahndamm verbessert werden. Die identitätsstiftenden Adressen des Sportvereins und des Tierheims sollen gestärkt und können durch deren Planungen ergänzt werden.

    E) Gleisdreieck Zollstock / Südstadt
    Die vielfältige Nutzungsmischung des abgeschiedenen Gleisdreiecks wird als große Qualität angesehen und und soll in seinem Charakter gestärkt werden. Auch hier steht die Gestaltung der Durchwegung des Höninger Wegs von Zollstock in die Südstadt im Vordergrund. Eine Aufwertung es Straßenprofis und die Qualifizierung der Bestandsgebäude betont die Eigenständigkeit des Gleisdreiecks als Knotenpunkt im Parkraum.

    F) Eifelwall Sülz / Südstadt
    Durch die bereits feststehenden Planungen zum neuen Stadtarchiv und den vorhandenen Bodendenkmälern bleibt Spielraum für bauliche Maßnahmen vor allem am südlichen Rand des Areals. Der Eifewall wird mit dem Universitätspark verknüpft, passt sich an dessen freiräumliche Gestaltung an und integriert das bestehende Kulturcafé in den neuen Parkraum. Um die Barrierewirkung der Luxemburger Straße zu verändern, werden breite Übergänge an beiden Seiten des Parks angelegt. Dem grundlegenden Konzept, klare Konturen zwischen Stadt- und Parkraum zu schaffen, folgend, wird das Justizzentrum mit einigen Gewerbeeinheiten komplettiert und schließt damit die baulichen Lücken.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Idee des Konzeptes besteht in einer schrittweisen, bestandsorientierten und den unterschiedlichen Charakteren der angrenzenden Stadtquartiere gerecht werdenden Entwicklung. Programmatisch formuliert das Planungsteam deshalb 1 Weg, 1 Park und 11 Charaktere (Sequenzen), die miteinander verknüpft den Kölner Grüngürtel vollenden sollen. Der Bestand vor Ort ist das Startkapital und dient als Grundlage für die Entwicklung der Grünräume und der zukünftigen Wohn- und Arbeitsquartiere. Um identitätsstiftende Ankerpunkte, beispielsweise erhaltenswerte Gebäude, sollen sich Teilräume entwickeln, die sich dann zu einem Ganzen fügen.

    Das Planungsteam geht damit in besonderer Weise auf die Zielvereinbarungen, die Prüfaufträge aus der Stadtgesellschaft und den Anregungen aus dem Ideenmarkt ein.

    Der Park zeigt großzügige Freiräume in einzelnen Sequenzen, die sich wahrnehmbar zu einem Ganzen addieren, auch wenn die Schnittstellen nicht überall überzeugen. Die Grünräume, hauptsächlich als offene Wiesen mit einzelnen Baumpaketen oder -reihen angelegt, wirken einheitlicher gestaltet, als das eigene Programm es vorgibt. So fragt man sich, was die Besonderheiten und Individualitäten der einzelnen Sequenzen ausmacht. Die Grünräume haben deutliche Konturen, die in ihrem Verlauf aus den Raumkanten des Bestandes abgeleitet sind.

    Der Entwurf hat durch die Verbreiterung des Grüngürtels am Rheinquartier und die Fortführung bis an den Rhein mit einem deutlich flacheren Aussichtspunkt an Qualität gewonnen. Die kleine Grünfläche im Bereich der Bonner Straße ist gestaltet und führt über eine baum-bestandene Straße in den Grüngürtel. Im Bereich der Querung der Bonner Straße „verspringt“ der Grüngürtel und in seiner Fortführung wird er durch das Heranführen der Bebauung entlang des Bahndammes und der auslaufenden Bebauung der Parkstadt im Westen sehr eingeengt. Dies wirkt sich ungünstig auf die stadtklimatischen wie auch auf die stadträumlichen Funktionen aus. Die Aufweitung des Parks im zentralen Bereich des Grüngürtels am Großmarktgelände als offene Wiese stellt allerdings einen attraktiven stadtnahen Grünraum dar.

    Im Rheinquartier Bayenthal sind attraktive Adressen zum Wohnen am Park
    entstanden. Möglich wurde dies durch die Verlagerung des Schulstandortes
    vom Park in Richtung Schönhauser Straße. Die kleiner gehaltenen Parzellen
    im Rheinquartier sind für Baugruppen geeignet.

    Die Parkstadt, die sich in ihrem Innern durch eine Mischung aus „Alt“ und „Neu“ zusammensetzt, weist zum Park hin eine klare Kontur auf. Zum Bischofsweg hin wird diese allerdings durch das Vor- und Zurückspringen der Bebauung gestört. Die Großmarkthalle am Park fügt sich unauffällig in die Siedlung ein. Die Platzsituationen im Quartier haben Qualität und die Blockstrukturen sind robust und entwicklungsfähig. Die Nutzungsmischung in den Quartieren beiderseits der Bonner Straße ist differenziert und nachvollziehbar.

    Das „Kreativquartier“ entlang der Bahngleise setzt sich zusammen aus den nachgenutzten Bonntorhallen, die im rückwärtigen Bereich durch einen Riegel aus höheren und niedrigeren Gebäude ergänzt werden sowie am westlichen Ende durch einen Museumsbau. Erschlossen wird der Bereich über eine Quartierstraße, die auf einen Platz an der Bonner Straße mündet. Dieser fungiert auch als Eingangssituation und führt den Grüngürtel über die Bonner Straße. Der Bebauung vorgelagert ist eine Wasserfläche, die die Durchgängigkeit des Grüngürtels zusätzlich einschränkt. Durch den vorgelagerten See im Süden und die Bahngleise im Norden ergibt sich für das Kreativquartier eine isolierte Lage.

    Dem Konzept folgend, klare Konturen zwischen Stadt- und Parkraum zu schaffen, wird das Justizzentrum mit einigen Gewerbeeinheiten komplettiert und schließt damit die baulichen Lücken.

    Bei der Entwicklung der einzelnen Quartiere ist dem Entwurf insgesamt zugute zu halten, dass der Bestand als Entwicklungskapital gesehen wird und eine entsprechende Integration in die Neubebauung findet.

    Die Parkstadt wird durch Stichstraßen erschlossen, die sich an den bestehenden Wegen orientieren. Ziel ist, das Quartier weitestgehend vom Kfz-Verkehr freizuhalten. Ausnahmen sind Ver- und Entsorgung, Anlieferung und Rettungsmaßnahmen.

    Beachtenswert ist das Mobilitätskonzept. In Ergänzung zum ÖPNV werden in Mobilitätsstationen auf unterschiedlichen Ebenen Mobilitätsangebote (Info, Verleih, Service, Paketservice) gebündelt. Eine Implementierung als Shop-in-Shop-Prinzip ist denkbar. Private PKW werden in dezentralen Quartiersgaragen abgestellt.

    Der Entwurf überbaut im Bereich des Rheinquartiers nicht die Koblenzer Straße und kann so dazu beitragen, eine Verdichtung des Verkehrs an der Bonner Straße/Schönhauser Straße zu vermindern.

    Sowohl in der Parkstadt als auch im Grüngürtel gibt es ausreichend Fuß- und Fahrradwege. Ein Fahrradschnellweg führt von der Luxemburger Straße bis an den Rhein.

    Das Programm 1 Weg, 1 Park und 11 Charaktere (Sequenzen) ist auch für den Umsetzungsprozess des Entwurfs bestimmend und macht es möglich, dass schon frühzeitig ein erster Weg durch das Gebiet angelegt werden kann, der den Parkraum und das neue Stadtbild erahnen lassen. Auf den Brachflächen der ehemaligen Dombrauerei kann mit den Planungen des Rheinquartiers begonnen werden. In der zweiten Phase werden auf der Grundlage der vorhandenen Strukturen die Baufelder der restlichen Quartiere um die nachgenutzten Ankerpunkte bereitgestellt. In der letzten Phase erfolgt die Verdichtung der Quartiere und erzeugt ein urbanes Ensemble aus Alt und Neu. Die Parksequenz wird weiterentwickelt und die Gestaltung des öffentlichen Raumes als Verbindungsglied zwischen und innerhalb der Quartiere steht nun im Fokus.

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    Stärken
    Der konzeptionelle Ansatz, eine klare Kontur unter Einbezug von Bestandssubstanz zügig herzustellen, ist nicht nur pragmatisch, sondern überzeugt in mehrerer Hinsicht. Das Ergebnis ist für den Gesamtentwurf bestimmend und plausibel. Hierbei ist auch die Verfügbarkeit des Bestands als Startkapital in den Umsetzungsphasen gut durchdacht. Frühzeitig und auch in unfertigem Zustand wird der neue Parkraum und das neue Stadtbild ablesbar. Von Anfang an werden attraktive Adressen und die Nähe zum Park geboten. Auch die Großmarkthalle und die lange Halle werden in selbstverständlicher Weise in dieses urbane Ensemble von Alt und Neu integriert. Diese Entschiedenheit und Argumentation gilt es beizubehalten. Die Parkgestaltung im zentralen Bereich des Grüngürtels am Großmarktgelände als grüne, offene und luftige Wiese ist passend. Die Nutzungsmischung in den Quartieren beidseitig der Bonner Straße ist differenziert und abwechslungsreich herausgearbeitet. Das Mobilitätskonzept in den Quartieren ist prägnant und differenziert nachgewiesen, die Auseinandersetzung mit dem Stellplatzschlüssel (0,4) und das zusätzliche Angebot der „Mobilitätsstationen“ in den Quartieren wird als wegweisender Vorschlag in die Diskussion innerhalb der Stadtverwaltung eingebracht. Einige konkrete Vorschläge aus Ideenbeiträgen wurden verortet und konzeptionell integriert.

    Kritik
    Die von den Verfassern angestrebten städtischen Milieus sind aus den vorgeschlagenen Bebauungsstrukturen im Großmarktquartier und auch entlang der Bahn für die unterschiedlichen Quartiere noch nicht nachvollziehbar. Die für den Bereich Bayenthal vorgeschlagene Bebauungsstruktur kann dagegen hinsichtlich Körnung und Anordnung überzeugen. Die privilegierte Lage und Anordnung des Schulstandorts als Riegel am Park wird kritisch beurteilt. Schulen sind nicht um jede Zeit genutzt und über das Jahr besetzt. Die Schullandschaft ist in einem Bereich platziert, der als Wohnstandort besonders attraktiv sein könnte und zugleich die Durchlässigkeit zwischen Quartier und Park beeinträchtigt. Der Grünzug am Rheinquartier ist nach wie vor zu schmal. Der Übergang zum Rhein als gestalteter Aussichtshügel muss überdacht werden: Der Hügel versperrt am Ende des Grüngürtels den Blickbezug über den Rhein, wo dieser in den Pollerwiesen eine Fortsetzung findet. Der Aufwand des Abrisses (Polis-Gebäude) und der nachfolgenden künstlichen Aufschüttung ist unverhältnismäßig. Die Öffnung des Sportparks am Stadion Fortuna wird als erster Schritt in Verbesserung der Durchlässigkeit von Quartier und Grünzug im Bereich Zollstock gewürdigt. Allerdings mangelt es hier an der Gestaltung des Grünzuges ebenso, wie an Ideen am Eifelwall. Der weitgehende Erhalt der Bestandssituation am Sportpark kann nicht überzeugen. Das Überspringen der Platanenallee über die Luxemburger Straße bleibt eine formale Geste, ohne Aussagen zu treffen, wie die Barrierewirkung vermindert werden kann. Zwar wird das neue Stadtarchiv dadurch schlüssig in den Park integrieret, dennoch endet dieses Strukturelement abrupt am Ostende des Gebäudes.

    Empfehlungen
    Grundsätzlich braucht der stadtstrukturelle Entwurf sowie seine Parkräume mehr reizvolle Ideen und Bilder. Hier stellt sich auch in Hinblick auf die autoarme Ausrichtung der Quartiere die Frage: Was ist der Gewinn für die Bewohner, wenn außerhalb geparkt und der restliche Weg zu Fuß zurückgelegt wird? In der abschließenden Überarbeitung sollten auch die Parkbereiche westlich des Großmarkts mit der dem Konzept innewohnenden Klarheit weiter entwickelt werden. Die Anwendbarkeit, die Parkkontur wie am Großmarkt frühzeitig als „Rohbau“ herzustellen, ist auch hier zu prüfen. Trotz der bevorzugten Wahl der Schule als Parkkante, die bald gebaut werden kann und der schnellen Umsetzungsstrategie folgt, soll die Lage, Anordnung und Durchlässigkeit der Schullandschaft überprüft werden. Vom Aussichtshügel am Rheinufer ist abzuraten. Die Durchlässigkeit des Freiraums bis zum Rhein soll gewahrt werden. Auch wenn diese Idee ihren Ursprung im Ideenmarkt hat, wird hier exemplarisch verdeutlicht, dass diese gründlich geprüft werden sollten.