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  • DE-88512 Mengen, DE-88512 Mengen
  • 05/2016
  • Ergebnis
  • (ID 2-211410)

Sanierung und Erweiterung Pavillons Gemeinschaftsschule


  • ein 3. Preis

    Lageplan, © Frank + Schulz

    Architekten
    Frank + Schulz Freie Architekten BDA, Herrenberg (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ziel des Entwurfes ist es, die beschriebenen Qualitäten zu erhalten, das heißt Erhaltung der Grundstruktur und keine Veränderungen an den bildprägenden Oberflächen. Daher scheiden Anbauten, die zur Erfüllung des Raumprogrammes unvermeidlich sind, auf der Nordseite unter dem beherrschenden Vordach aus. Ebenso muss die Bebauung der Zwischenräume zwischen den Pavillons vermieden werden. Wo sie bereits als spätere Hinzufügung vorhanden ist, sollte sie entfernt werden.
    Da das Raumprogramm weitgehend im Bestand untergebracht werden kann, schlagen wir vor, die Pavillons durch Anbauten auf der Südseite zu ergänzen. Die vorhandene Struktur wird fortgeschrieben, da jede Klasse eine solchen Anbau erhält, der jedoch einen Teil der Fassade frei lässt. Dabei wird er als Wintergarten so ausgebildet, dass die Fassade in ihrer Gesamtheit erlebbar, und die Belichtung der Klassen und die Ausblicke aus ihnen heraus weitgehend unverändert bleiben. In dem Anbau befindet sich jeweils der Inputraum zum angrenzenden Lernatelier, wobei die vorhandene Außenfassade die transparente Trennung der beiden Bereiche darstellt.
    Der östliche Pavillon mit dem zentralen Nebenraum wird der naturwissenschaftliche Bereich, ergänzt um einen weiteren Vorbereitungsraum im vorhandenen Anbau.
    Der westliche Anbau nimmt die Werkräume auf und wird um eine Klasse nach Norden erweitert.
    Der offene Vordachbereich wird zwischen dem westlichen WC-Block und den vorhandenen Eingangszonen durch eine weitgehend sprossenlose Verglasung geschlossen, so dass ein großer Vorbereich für vier Klassenräume entsteht, der als offenes Lernatelier genutzt werden kann. Das Gefälle kann angepasst werden, allerdings nur soweit, dass die unterschiedlichen Eingangsniveaus der angrenzenden Räume aufgenommen werden.
    Die westlichen Klassen haben ihr offenes Lernatelier im bestehenden Vorbereich.
    Auf eine weitere Schließung des Vordachbereiches wird bewusst verzichtet, um den Charakter der Pavillonschule zu erhalten.
    Die prägenden Oberflächen der Entstehungszeit, Sichtmauerwerk und –beton können unverändert erhalten bleiben. Eine Verbesserung des Wärmeschutzes ist durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen möglich, ohne diese Flächen auf der Außenseite zu verkleiden:
    - Innendämmung der Betonwände der Pavillons.
    Die vorhandene Innendämmung kann ergänzt werden.
    - Innenseitige Wärmebrückendämmung im Auflagerbereich der Rippendecke
    - Dämmung der Rippendecke auf der Außenseite nach Energieeinsparverordnung.
    Dachdeckung Faserzement-Wellplatten wie Bestand.
    - Neue Bodenplatte mit Dämmung nach Energieeinsparverordnung
    - Verbesserung der Fenster durch Ersatz mit gleichen Profilbreiten wie Bestand.
    - Dämmung des Vordaches oberhalb der geschlossenen Räume.
    Dies ist von außen nicht sichtbar, da der Abschluss gegenüber dem Dachrand weit
    genug zurückliegt
    - Dämmung der Fußbodenkonstruktion in den Räumen auf der Nordseite unter dem
    Vordach. Die vorhandenen Natursteinplatten können wieder eingebaut werden.
    - Erneuerung der Oberlichter
    Mit Tauwasserausfall muss nicht gerechnet werden, da in Schulen erfahrungsgemäß ausreichend gelüftet wird, um eine ausreichende Qualität der Raumluft zu erhalten. Die WC-Räume sollten eine Abluftanlage erhalten.
    Insgesamt gehen wir von einer Reduzierung des Heizenergiebedarfes um mindestens
    50 % aus, ohne dass wesentliche Veränderungen des Erscheinungsbildes vorgenommen werden müssen.
    Die Freianlage kann ohne Einschränkungen erhalten werden. Im Außenbereich zwischen Wintergärten und Sichtbetonwänden ergeben sich geschützte Außenbereiche, die ebenfalls genutzt werden können ohne die benachbarten Lernateliers zu stören.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Grundstruktur mit den Ost- und Westerweiterungen bleibt weitgehend erhalten, die räumlichen Erweiterungen erfolgen auf der Südseite der Pavillons und auf der Nordseite unter dem Vordach. Diese Entscheidung führt leider zu gestalterischen und funktionalen Problemen:
    - das Anfügen von Wintergärten als Inputräume verschlechtert die Versorgung mit Tageslicht der Lernateliers
    - die Inputräume können nicht unabhängig erschlossen werden
    - die Charakteristik der Pavillonarchitektur wird stark verändert

    Die nördlichen Erweiterungen in beheizbare Fläche sind aufwändig, die offenen Lernateliers haben wenig Aufenthaltsqualität. Zusammenfassend ein Entwurf, der mit mehreren Einzelmaßnahmen keine gesamtheitlichen Qualitäten entstehen lässt.