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  • Teilnahme

    Zugangsbereich, © KTP

    Architekten
    Kauffmann Theilig & Partner Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern/ Kemnat (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Ein 4-geschossiges Gebäude schließt den Innenhof 2 und vervollständigt so sinnfällig die städtebauliche Figur. Es werden damit Anbindungen an die beiden mittleren Gebäuderiegel des Bestands auf allen Ebenen behindertengerecht und mit geringem Aufwand erreicht. Es entstehen kurze Wege innerhalb der Abteilungen.
    Auf der Südseite reagiert der neue Baukörper mit Rückstaffelungen in den Geschossen. Teilweise werden die Fassaden nutzungsverträglich geschlossen.
    Es entstehen gut proportionierte Abstände der Fassade zwischen neu und alt in den drei Innenhöfen und somit durchgängig gute Arbeitsplatzqualitäten.

    Die Erschließung des erweiterten Justizzentrums erfolgt, wie vorgeschlagen, über den Innenhof 1: An zentraler Stelle entsteht zwischen dem neuen Gebäuderiegel und der bestehenden Staatsanwaltschaft ein 1-geschossiger Gebäudeteil. Von hier aus werden alle notwendigen Funktionen vom Besucher erreicht. Hier ist die Pforte mit Informationen und allen sicherheitsrelevanten Kontrollen.

    Die Sitzungssäle des Strafrechts befinden sich mit allen notwendigen Infrastruktureinrichtungen im EG im direkten östlichen Anschluss zum Eingang: ein großzügiger Mittelflur mit integrierten Wartebereichen und Beratungszimmern wird über Lufträume und über das Dach belichtet. Die Zuführung der Gefangenen erfolgt von Osten über die Luisenstraße ebenerdig über einen gesicherten Hof. Alle Einrichtungen der Vernehmung und Verwahrung befinden sich unterhalb der Sitzungssäle im UG. Von hier aus erfolgt der Zugang der Gefangenen über zwei Aufzugsanlagen – unabhängig von Gericht und Besuchern.

    Die Zivilgerichte befinden sich im 1. OG. Sie werden ebenfalls über eine großzügige tagesbelichtete Mittelzone erschlossen. Im 2.OG befindet sich das Familiengericht, im 3.OG das Nachlassgericht. Die durchgängige atmosphärische Treppe im Luftraum der Mittelzone ist zwischen der Ebene +1 und +2 (optional) unterbrochen, umso die publikumsintensiveren Bereichen von den eher internen Bereichen zu trennen.
    Das gesamte Gebäude ist behindertengerecht ausgeformt. Das bestehende Treppenhaus im östlichen Gebäuderiegel wird durch eine Treppe im Neubau ersetzt und die bestehenden Sitzungssäle auf diese Weise direkt an den Neubau angeschlossen.

    Das 2. UG nimmt Lager- und Technikfunktionen auf. Die Dachflächen sind formal geordnet und begrünt – dies gilt für die Terrassen und das 1-geschossige Eingangsgebäude. Es wird so die gute 5. Ansicht erreicht.

    Alle tragenden und erdberührenden Bauteile bestehen aus Stahlbeton.
    Die tragende Fassade ist großzügig perforiert. Für alle notwendigen Bereiche wird eine gute Tagesbelichtung mit angemessenen Mitteln erreicht. Die Büroräume sind natürlich be- und entlüftet. Ein außenliegender automatisierter Sonnenschutz steuert Lichtlenkung und Wärmeeintrag.
    Eine 3-fach Verglasung in Form von Holz/Alupfostenriegelfenstern sowie eine gute Wärmedämmung der opaken Gebäudeteile übertreffen die geforderten Werte der Energieeinsparverordnung. Die Kriterien des Bewertungssystems „Nachhaltiges Bauen“ werden im Standard Silber erreicht.

    Das äußere Erscheinungsbild der Fassade wird geprägt von den hellfarbigen eingefärbten großformatigen Stahlbetonflächen mit der rhythmischen Befensterung. Das ruhige Erscheinungsbild, setzt die Körnigkeit und die strukturelle Gliederung des Bestandsgebäudes fort und verzichtet auf aufgeregte Individualisierungen zu Gunsten des gesamtheitlich neuen Ensembles.

    Der zweite Bauabschnitt ergänzt das Gebäude an der Ecke Holzmarkt und Luisenstraße: Die Bestandsgebäude werden rückgebaut. Das bestehende Gebäude am Holzmarkt wird in Fortführung der Sockel- und Trauflinien vervollständigt. Das Raumprogramm wird in drei Ebenen organisatorisch gut erfüllt - eine Anbindung an den Bestand ist möglich. Ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug erschließt im Inneneck leistungsfähig die Geschossflächen. Ein nicht klimatisierter Dachraum ergänzt den Baukörper im Sinne des Bestands am Holzmarkt.

    Unter dem gesamten Gebäude einschl. dem Innenhof 1 wird eine Tiefgarage angeordnet. Die Sockelfigur im Bestand wird aufgegriffen und schafft so eine wirtschaftliche Zufahrt vom Holzmarkt. Die ebenerdige Zufahrt zum gesicherten Hof erfolgt nach wie vor über Hof 3 und die Luisenstraße.

    Der Bauabschnitt drei setzt baukörperlich und funktional das vorgeschlagene Erweiterungsgebäude nach Osten fort und wird mit dem Bauabschnitt 2 verknüpft: Dies gilt für das so entstehende städtebauliche Ensemble mit einer gegliederten Fassade zur Luisenstraße als auch für die Vervollständigung der TG in Ebene -1 mit ca. 44 Plätzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 28.01.2016, 11:11
Zuletzt aktualisiert 09.02.2016, 09:10
Beitrags-ID 4-115211
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